Schwitzen und Baden wird teurer

Betriebsleiter Martin Luig vor dem Seilerseebad.
Betriebsleiter Martin Luig vor dem Seilerseebad.
Foto: IKZ
Was wir bereits wissen
Die Bädergesellschaft teilt die Tarife mit, die ab dem 1. Juli gelten

Iserlohn..  Sich mal so richtig ausschwitzen, das wird künftig teurer – zumindest wenn man die Variante öffentliche Sauna wählt. Der Betriebsleiter der Bädergesellschaft Iserlohn, Martin Luig, verkündete gestern neue Preise ab dem 1. Juli. Hintergrund ist zunächst einmal der Umstand, dass ab diesem Tag Saunadienstleistungen nicht mehr vom ermäßigten Mehrwertsteuersatz von sieben Prozent profitieren, sondern die Finanzverwaltungen den vollen Satz von 19 Prozent verlangen. Steuertechnisch ist eine Saunadienstleistung dann nicht mehr dem „Verabreichen von Heilbädern“ gleichzusetzen.

Dreistundenkarte für Sauna kostet 15 statt 13 Euro

Für Saunagäste im Seilerseebad bedeutet das: Ab 1. Juli kostet eine Dreistundenkarte Sauna statt bislang 13 dann 15 Euro. Wer nun zum Taschenrechner greift, wird feststellen, dass da mehr hinzugekommen ist, als die erhöhte Mehrwertsteuer. Denn dann wäre der Tarif nur auf 14,56 Euro gestiegen. Der Preis für eine Saunatageskarte steigt von 14,50 auf 17 Euro, 16,24 Euro wäre der Preis bei reiner Einbeziehung der Steuererhöhung. Martin Luig macht an dieser Stelle keinen Hehl daraus, dass man den Termin auch dazu ausgewählt habe, eine allgemeine Preiserhöhung zu platzieren. Die letzte Erhöhung habe es 2012 gegeben, seitdem habe es deutliche Mehrbelastungen durch Personalkosten aber auch im Bereich Energie und Materialbeschaffung gegeben. Andere Bäder hätten sich auch dazu entschlossen, die Steuererhöhung mit einer allgemeinen Preiserhöhung zu verbinden. Er kenne derzeit nur ein Bad, wo das anders ist. Dort würde zum 1. Juli nur der erhöhte Steuersatz umgelegt. Dafür aber, so Luig, habe dieses Bad für den 1. Januar 2016 bereits die nächste Preisrunde angekündigt. „Diesen Weg“, so Luig, „wollten wir nicht gehen“.

Die allgemeine Erhöhung wegen gestiegener Betriebskosten bedeutet natürlich, dass sich die Eintrittspreise der übrigen Badbereiche im Seilerseebad ebenfalls erhöhen. Eine Zweistundenkarte im Sportbad steigt von 3,50 auf 3,80 Euro, die Tageskarte von 4,50 auf 4,80 Euro. Im Solebad steigt die Zweistundenkarte von 7 auf 7,50 Euro, die Tageskarte von 9 auf 9,50 Euro. Im Schnitt, so Luig, liege die Erhöhung bei sieben bis acht Prozent.

Im Aquamathe fällt die Erhöhung deutlicher aus

Im Letmather Aquamathe, das im September wieder in Betrieb gehen soll, werden die Erhöhungen prozentual deutlicher ausfallen als im Seilerseebad. Denn neben den Mehrkosten für Personal, Energie etc. kommt beim Aquamathe eine weitere Komponente dazu: Die Bädergesellschaft hat sich dazu entschlossen, einen Teil der aktuellen Sanierungskosten in Höhe von immerhin 3,2 Millionen Euro über Mehreinnahmen bei den Eintrittsgeldern zu erwirtschaften. So kostet künftig eine Zweistundenkarte für den Besuch des Hallenbades 3 Euro statt bislang 2,50 Euro (plus 20 Prozent). Die Hallenbadtageskarte schlägt künftig mit 4,50 statt 4 Euro zu Buche. Beim Saunabesuch wird es so aussehen: Dreistundenkarte 13 statt 11 Euro, Tageskarte 15 statt 13 Euro.

Zur Steuererhöhung bei den Saunadienstleistungen sagte Martin Luig, dass der Deutsche Saunaverband alles versucht habe, die zuständigen Gremien umzustimmen – allerdings ohne Erfolg.