Schwarze Schafe stets unter Druck setzen

Mängel anzeigen, schriftlich eine Frist setzen: Wenn Vermieter ihren Pflichten nicht nachkommen, empfiehlt Rechtsanwältin Britta Binder vom Mieterverein Iserlohn den Betroffenen, mit Nachdruck auf ihr Recht zu pochen.
Mängel anzeigen, schriftlich eine Frist setzen: Wenn Vermieter ihren Pflichten nicht nachkommen, empfiehlt Rechtsanwältin Britta Binder vom Mieterverein Iserlohn den Betroffenen, mit Nachdruck auf ihr Recht zu pochen.
Foto: Michael May IKZ
Was wir bereits wissen
Was tun, wenn der Vermieter seinen Pflichten nicht nachkommt? Die Anwältin Britta Binder gibt Tipps

Iserlohn..  Schimmel im Keller oder hinterm Schrank, die Tür klemmt und lässt sich nicht mehr verschließen, oder die Heizung bollert, knallt und zischt, so dass an Schlafen in der Nacht nicht zu denken ist: Probleme wie diese sind wohl jedem Mieter eines Hauses oder einer Wohnung bekannt, meist werden sie nach erfolgter Beschwerde Vermieter auch schnell repariert und gelöst.

Doch nicht immer sind Vermieter kooperativ, in manchen Fällen zögern sie notwendige Reparaturen Monate oder sogar Jahre hinaus. Einige versuchen gar, das angezeigte Problem zu ignorieren. In der Heimatzeitung gibt Rechtsanwältin Britta Binder vom Mieterverein Iserlohn und Umgebung Betroffenen Tipps, wie man sich gegenüber den schwarzen Schafen unter den Vermietern verhalten soll.

Mängel anzuzeigen, ist eine Pflicht des Mieters

Sie sagt: „Zunächst ist es die Pflicht eines Mieters, Mängel anzuzeigen.“ Und: „Man sollte dies stets in schriftlicher Form tun und eine Frist zur Reparatur setzen.“ Zu empfehlen seien hier zwei Wochen, der Vermieter müsse dann tätig werden, wobei bei anspruchsvolleren Reparaturen Wartezeiten um die vier Wochen realistisch sind. Nach Ablauf der Frist könne man dann juristische Hilfe oder Beratung in Anspruch nehmen.

Letztere empfiehlt Britta Binder vor allem bei offenkundig unkooperativen Vermietern. Neben dem Mieterverein – der nur Mitglieder berät – sind entsprechende Fachanwälte hier geeignete Ansprechpartner. Auch für Menschen, die sich dies nicht leisten können, gibt es teils kostenlose Beratung etwa beim Amtsgericht oder der Verbraucherzentrale. Ein weiteres Mittel, Druck auf pflichtsäumige Vermieter auszuüben, ist die Mietminderung, die in § 536 des Bürgerlichen Gesetzbuches geregelt ist. Weil allerdings jeder Fall einzeln zu betrachten ist, sind die Vorgaben hier vage: abhängig vom Ausmaß eines Mangels reicht die Palette von Minderung bis zur Mietaussetzung.

„Referenzfälle lassen sich im Internet leicht finden“, sagt Britta Binder, warnt aber auch: „Mietminderungen sind dann riskant, wenn im Nachhinein nicht belegt werden kann, dass ein Vermieter die Schuld trägt, etwa wenn Schimmel entsteht und ein Mieter möglicherweise nicht ausreichend geheizt hat.“

In Notfällen, wenn etwa die Heizung komplett ausfällt und ein Vermieter auf Beschwerden nicht reagiert, empfiehlt Britta Binder ein Gericht zu kontaktieren, um eine einstweilige Verfügung zu erwirken, wenn die Gesundheit des Mieters gefährdet ist.

„Bei kleineren Mängeln besteht nach Ablauf der gesetzten Frist für Mieter auch die Möglichkeit, selber einen Handwerker mit einer nötigen Reparatur zu beauftragen“, sagt Britta Binder. Das gezahlte Geld kann dann mit der Miete verrechnet werden.

Ganz gleich ob es sich um leichte oder schwerwiegende Versäumnisse handelt: „Die Mieter sollten ihr Recht immer geltend machen“, empfiehlt Britta Binder.