Schnelle Entscheidung für Iserlohn

Amanda Tan mag die BiTS und Iserlohn. Die Malaysierin hat Schnitzel und ihre Kommilitonen zu schätzen gelernt.
Amanda Tan mag die BiTS und Iserlohn. Die Malaysierin hat Schnitzel und ihre Kommilitonen zu schätzen gelernt.
Foto: IKZ
Was wir bereits wissen
Amanda Tan aus Malaysia hat sich bewusst dazu entschlossen, ihr Auslandssemester an der BiTS zu absolvieren. Sie fühlt sich bisher sehr wohl in Iserlohn.

Iserlohn..  Als zu Wochenbeginn die „International Days“ an der privaten Hochschule BiTS anstanden, hatten die Studenten die Qual der Wahl. Schließlich galt es, sich die passende Hochschule auszusuchen, um dort ein Semester zu verbringen. Einrichtungen aus Kanada, Australien, Finnland, Frankreich, Irland und den USA hatten sich vorgestellt, insgesamt kooperiert die BiTS aber mit einem Kernnetzwerk von 41 Hochschulen auf allen Kontinenten.

Aktuell sind im Gegenzug 54 junge Leute aus sieben Ländern im Rahmen ihres Auslandssemesters zu Gast in Iserlohn. Unter ihnen die 21-jährige Amanda Tan aus Malaysia. Während des Gesprächs lacht sie immer wieder – eine Regung, die sie sich noch vor einigen Wochen verkniffen hat. „Ich habe über die Deutschen gehört, dass sie sehr kühl und nicht unbedingt hilfsbereit sind, wenig lachen.“ Direkt bei ihrer Ankunft am Frankfurter Flughafen wurde Amanda Tan eines Besseren belehrt, denn die etwa 1,60 Meter große Frau wurde auf dem Weg nach Iserlohn immer wieder von Mitreisenden gefragt, ob sie ihr mit den beiden doch recht üppig ausgefallenen Koffern behilflich sein können.

Trotz der weiteren Vorurteile – „Deutsche sind andauernd betrunken“ und ähnliches – hatte sich Amanda Tan für ein Auslandssemester in Iserlohn entschieden. „Ich hatte noch Spanien und die Türkei als Alternativen, jedoch studiere ich in Malaysia auch an einer Hochschule, die außerhalb und im Grünen liegt. Ich wollte ein sicheres Umfeld, nicht ständig Angst haben, bestohlen zu werden. Damit fiel Spanien für mich aus. Von der Türkei hatte ich gehört, dass es Ähnlichkeiten zu meiner Heimat gibt“, erzählt die freundliche 21-Jährige. Mit deutscher Kultur und Lebensart hätten die Menschen in Malaysia kaum Berührungspunkte, außerdem gefiel ihr der Campus am Seilersee, so dass schnell klar war, wohin die Reise gehen würde.

Mineralwasser und Biersind eigenartige Getränke

In den ersten Tagen und Wochen musste die Studentin des Faches „Journalism and Media Communications“ dann einige Kulturschocks überwinden. So kann sie bis heute nicht fassen, dass hierzulande dieses eigenartig sprudelnde Mineralwasser getrunken wird. Bier lernte sie ebenfalls in Iserlohn kennen, aber noch nicht unbedingt lieben. „Wenn wir ausgehen, sage ich daher immer: ,Ein Radler, bitte’.“ Denn die ersten Brocken Deutsch beherrscht die junge Frau bereits, und das mit einer beneidenswert guten Aussprache. Die Malaysierin hat einen großen Ehrgeiz entwickelt, nachdem ein einheimischer Kommilitone sie foppte, so dass sie jetzt auch Eichhörnchen nahezu ohne Schwierigkeiten sagen kann. „In ungefähr fünf Jahren, wenn ich meinen Bachelor erreicht und ein wenig Geld verdient habe, möchte ich ja gern nach Deutschland zurückkommen“, sagt die entschlossen wirkende Amanda Tan, die an ihren deutschen „Buddies“ (Freunde) inzwischen die ehrliche Art schätzt. „Sie sind immer geradeaus, verstellen sich nicht.“

Auf Holz klopfen bringtnicht unbedingt Glück

Dennoch gab es Dinge, an die sie sich gewöhnen musste: Während in Malaysia nach Vorlesungen geklatscht wird und das hierzulande praktizierte Klopfen auf den Tisch eher Unheil verheißt, befand sie sich lange im Zwiespalt, es den anderen gleich zu tun oder eben nicht. Auch die Mischung der Geschlechter, wie im Wohnheim auf dem Seilersee-Campus, kannte Amanda bis dato noch nicht. „Ich bin zusammengezuckt, als ich eine Tür öffnete und einen halbnackten Studenten sah“, kichert sie.