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Schillerplatz: Große Lösung ein zu hoher Preis

05.11.2007 | 18:30 Uhr

Iserlohn. Zahlen, bitte! Die Entscheidung über die Bebauung des Schillerplatzes wird maßgeblich auch davon abhängig sein, wieviele Quadratmeter zusätzlicher Verkaufsfläche die Innenstadt noch verkraften kann.

Dass durch den Neubau zwischen Sparkasse und Karstadt keinesfalls eine dramatisch verschäfte Konkurrenzsituation entstehen dürfe, die an anderer Stelle zu Leerständen führen könnte, betonten die Sprecher der Ratsfraktionen in der Planungsausschuss-Sitzung in der vergangenen Woche. Die Verwaltung soll daher nun eine Neuauflage des Einzelhandelsgutachtens vorlegen, um auf dessen Basis eine der entscheidenden städtebaulichen Weichenstellungen der nächsten Jahrzehnte vornehmen zu können.

Im Jahr 2000 hatte die GMA im Auftrag der Stadt zuletzt die gesamtstädtische Situation im Handel beleuchtet. Die zentrale Aussage mit Blick auf die aktuelle Schillerplatz-Diskussion: In Iserlohn können bis 2010 verteilt über mehrere Standorte noch maximal 7 000 Quadratmeter zusätzlicher Verkaufsfläche neu geschaffen werden. „Wenn man diesem Gutachten Glauben schenkt, kann man sich vorstellen, welche Folgen der Bau eines mehr als 10 000 Quadratmeter großen Zentrums hätte”, sagt Dietrich Berkenhoff als Sprecher des mEinzelhandelsverbandes, „damit würde die Stadt ihre eigenen, aber auch die privaten Investitionen in die Innenstadt gefährden.” Überdies habe sich das Gesicht der Fußgängerzone seit der Veröffentlichung des Gutachtens grundlegend verändert. „Ich habe das noch nicht genau ausgerechnet, aber man muss ja nur durch die Fußgängerzone gehen, um zu sehen, wieviel Verkaufsfläche seither bereits hinzugekommen ist”, so Berkenhoff und nennt etwa die Ansiedlung von H&M am Alten Rathausplatz, die beiden großen Buchhandlungen Baedeker und Mayersche auf der „Wermingser” sowie zahlreiche weitere Ladenlokale, die deutlich vergrößert worden sind. „In der Summe sicherlich mehr als 3000 Quadratmeter”, meint der Einzelhändler, der noch ein weiteres Argument gegen eine ganz große Lösung am Schillerplatz ins Feld führt: „Das Gutachten ging von einem Bevölkerungszuwachs aus. Das Gegenteil ist aber der Fall.”

Dass über eine reine sanierung hinaus Handlungsbedarf am Schillerplatz besteht, will Dietrich Berkenhoff überhaupt nicht abstreiten. Im Gegenteil: „Der Bereich schreit nach Verbesserung”, optimalerweise auch aus Sicht des Einelhändlers unter Einbeziehung von Karstadt, aber eben nicht zum Preis von 10 000 Quadratmetern zusätzlicher Verkaufsfläche. Wenig Verständnis hat Berkenhoff in diesem Zusammenhang für die Politiker-Aussagen aus dem Planungsausaschuss, dass durch ein großes Zentrum auf dem Platz die Mietpreise für Ladenlokale in der gesamten Stadt auf ein erträglichers Maß sinken könnten. „Es wird immer wieder behauptet, dass die Mietpreise zu hoch sind. Wir sollten den Spieß lieber umdrehen und uns darüber freuen, dass Iserlohn auch für überregionale Anbieter wieder interessant und attraktiv geworden ist. Denn eine Stadt mit niedrigem Mietniveau hat auch kein Niveau.”

Thomas Pütter

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