Schauburg als gelungenes Beispiel für Erhaltung
04.11.2010 | 18:15 Uhr 2010-11-04T18:15:00+0100
Iserlohn.Mit der Schliepersiedlung könnte es so ausgehen, wie mit der Schauburg, das sehen Rüdiger Hiltawsky und Klaus Stinn ähnlich. Ursprünglich hatte es geheißen, die Schauburg sei aufgrund ihrer schlechten Bausubstanz nicht zu sanieren. Dann sei der Glücksfall eingetreten, dass der Investor Edelhoff das Objekt übernommen habe und mit seinem Pächter ein Juwel daraus gemacht habe. Darüber herrsche mittlerweile Einigkeit. Das erklärten die beiden Teilnehmer am Dienstagabend beim Bürgerforum zum Thema „Wie geht es weiter mit dem Schlieperblock und der Schliepersiedlung?“, der im Wohnhof Iserlohn stattfand. „Die Schauburg war in einem ähnlichen Zustand wie der Schlieperblock, es ist eine Herkulesaufgabe“, erklärte Klaus Stinn.
Zur Informationsveranstaltung waren neben Interessierten an alternativen Wohnformen im Alter auch Anlieger und Nachbarn des Schlieperblocks gekommen. Ihnen stellte Klaus Stinn zunächst als Paradebeispiel für Wohnen im Alter ein Modellprojekt von Henning Scherf aus Bremen vor. „Unsere Motivation war, die alte Bausubstanz zu erhalten“, erläuterte der Moderator das Anliegen der Initiative. „In der Vergangenheit ist zu viel Substanz in der Altstadt verloren gegangen.“ Deswegen sei er froh, dass die Schliepersiedlung vorläufig unter Denkmalschutz gestellt wurde und deswegen der Abrissantrag vorläufig abgelehnt worden ist. Bis zur endgültigen Entscheidung könne noch ein Jahr vergehen. Die Zeit wolle das Bürgerforum nutzen. „Wir müssen es in die Hand nehmen und es nicht den Sozialpolitikern überlassen.“
Architekt Leo Schwering stellte in Ergänzung der schon bekannten Entwürfe seiner Kollegen Manfred Kissing und Oskar Spital-Frenking weitere Gestaltungsmöglichkeiten vor: Wohnungen für eine oder zwei Personen oder für Familien, die nach seinen Plänen im Erdgeschoss barrierefrei erschlossen werden können.
Außerdem zeigte Klaus Stinn Möglichkeiten der Finanzierung von Moderationskosten aus Mitteln der Städtebauförderung zur Konzeptentwicklung auf.
Einer der Anlieger des Schlieperblocks machte deutlich, dass schnell etwas passieren müsse. Die Darstellung des Bürgerforums, die Siedlung sei ein Widerstandsnest gegen die Nationalsozialisten gewesen, ergänzte der Nachbar, der seit den 30er Jahren dort zu Hause ist: „Früher sprach man vom Land der flachen Dächer, da wohnen die Verbrecher.“ Nach seiner Einschätzung sei es für die Erhaltung der Bausubstanz fünf nach zwölf. Da widersprach Architekt Leo Schwering, der in der Siedlung Potenzial sieht: „Die Bausubstanz ist nicht grottenschlecht. Der Rohbau ist intakt.“ Außerdem sei der Standort stadtnah. In 15 Minuten sei man in der Stadt, außerdem gebe es eine gute Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr.
Die Interessierten wollen jetzt die IGW als Eigentümer ansprechen. „Wir sind eine Gruppe von zivilisierten Menschen, wir wollen das Quartier aufwerten“, so ihr einhelliger Tenor.
12:29
Niemand will diesen Schandfleck noch. Wenn diese Leute den Block erhalten wollen, sollen sie die Häuser kaufen. Wenn sie das Geld nicht haben, dann müssen sie eben Geld suchen. Aber NICHT Steuergelder dafür verschwenden!!!!
01:26
@#11: Wie soll sich ihrer Meinung nach die Mehrheit vor Spinnern schützen? Versucht man, sachlich und rational zu argumentieren, wird einem doch sofort der Sachverstand abgesprochen!
Es darf uns doch nicht passieren, dass eine Hand voll Fanatiker ihren Willen durchsetzen (dürfen)!
23:35
Ah es gibt Städte da würden die Leute Feuer machen und die ******* würde dann abfackeln ...
So ist es mal bei uns in der Innenstadt passiert hinter der ach so geilen Buchhandlung Meyersche !
In der Gasse standen 2 Alte Runinen und diese sind in Brang geraten oder so und die mussten abgerissen werden obwohl sie unter Denkmalschutz standen oder ?
20:13
@#6: Schämen Sie sich, hier anonym Menschen zu entwürdigen, die sich für eine Sache einsetzen, die vielleicht nicht Ihren Vorstellungen entspricht!!! Man muss die Begeisterung für diese Idee ja nicht teilen aber den Grundrespekt gegenüber Menschen, die für Ihre Sache einstehen, vermisse ich hier...
18:13
naja wenn es an kreativität, vorstellungsvermögen sowie fachkenntnissen fehlt neigt man leicht dazu nach dem abrissbagger zu schreien, ich denke als architekten werden sie schon wissen was sie da vor sich haben. aber stimmt schon das klassische 6 parteien reihenhaus z.b. würde den bereich um einiges aufwerten. *hust*
17:26
Frisuren, Kleidung und Haltung der Sanierungsfreunde nähren meinen Anfangsverdacht, dass Anhänger solcher Pläne absolut stilfrei sein müssen. Nur deshalb sei der völlig unangebrachte Vergleich zwischen der Schauburg als herrschaftlichem Stadtpalais und einer einfachsten Siedlung verziehen.
P.S.:Schade, dass Rechtsanwalt Petereit nicht in Nachbarschaft des Blocks wohnt, der würde den Abriss schon erquengeln!!!
10:18
Sofort abreissen, ohne Wenn und Aber ! Die ganze Diskussion führt zu nichts. Was soll so ein Schandfleck erhalten bleiben. Und wenn, dann als abschreckendes Beispiel für Bäh......
07:37
TIP: Interessierte Käufer/Mieter der (sanierten !) Häuser suchen, erst bei gegebenem Bedarf sanieren.
Vermutung: es wird KEINE Interessenten geben !
06:17
Herr Stinn, der ich bin ja so wichtig. Wenn niemanden es interessiert, kann man sich am besten in die Zeitung bringen. Wenn alles so toll ist, soll das Bürgerforum, zumindest einen teil der Wohnungen kaufen und renovieren. Die Stadt hat sicherlich wichtigere Dinge zu stemmen.
00:21
Einmal, aber auch nur einmal werde ich jetzt The_dark_Side zustimmen. Denkmalschutz sollte nur für Bauten erlaubt sein, die auch wirklich noch zu retten sind.