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Rohe Expressivität und filigrane Ausführung

19.04.2007 | 11:45 Uhr

Iserlohn. (ust) Einen der herausragenden Vertreter der jüngeren Künstlergeneration, die mit ihren Arbeiten die gute Tradition deutscher Bildhauerkunst fortführen, präsentiert jetzt die Villa Wessel.

Das Werk des 1966 in Bayreuth geborenen Bildhauers Klaus Hack überrascht durch seine Ambivalenz zwischen Abstraktion und Figürlichkeit. Aus den Stämmen von Kastanie, Pappel, Ahorn, Linde, Eiche und Obstholz, das er aus einem nahegelegenen Waldstück bekommt, schafft der nun im brandenburgischen Seefeld arbeitende Hack seine Kunstfiguren. Erst mit der Kettensäge und dann mit dem Stemmeisen wird der Monolith zum Leben erweckt. Kleinere, aber auch über zwei Meter hohe Skulpturen entstehen dabei und erinnern an afrikanische, archaische Skulpturen, anatomische Zusammenhänge menschlicher Körper. Die Oberfläche bietet sich dabei einerseits roh und schrundig dar, offenbart dadurch den elementaren Arbeitsprozess, wirkt aber auch fein, zeigt ein Geflecht von Kleinzeichen, Röcken oder Gitternetzen gleich. Dabei entsteht ein Wechselspiel von roher, dramatischer Expressivität und filigraner, äußerst disziplinierter Ausarbeitung, die allerdings nie versucht Werkspuren oder die Handschrift des Künstlers zu verdecken. Auch die teilweise stuhlartigen Sockel gestaltet Hack, dessen wichtigste Lehrer die Bildhauer Wilhelm Uhlig in Nürnberg sowie Rolf Szymanski und Lothar Fischer in Berlin waren, selbst. Sie sind quasi die "Bühne" seiner Rundumplastiken. Eine abschließende weiße Übermalung lässt die Arbeiten des mehrfach ausgezeichneten Künstlers noch zeitloser erscheinen. Zusätzlich zu den Skulpturen zeigt die Villa Wessel noch mehrere großformatige Holzschnitte, die einen weiteren Schwerpunkt im Werk Klaus Hacks bilden, und kleinformatige, sehr spontane und intime Mischtechniken auf Papier zur menschlichen Figur.

Eröffnet wird die Ausstellung heute Abend um 19 Uhr. Die Einführung erfolgt durch Dr. Uwe Rüth, Direktor des Skulpturenmusems Glaskasten in Marl.

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