Richtiges Verhalten bei sexuellem Missbrauch

Das Mädchen mit dem  Ball wurde gerade vor der Schule von  einem Exhibitionisten belästigt und erzählt dem Hausmeister, was geschehen ist.
Das Mädchen mit dem Ball wurde gerade vor der Schule von einem Exhibitionisten belästigt und erzählt dem Hausmeister, was geschehen ist.
Foto: Ralf Tiemann
Das Präventions-Programm „Mein Körper gehört mir“ bietet kindgerechte Wege, um mit diesem überaus sensiblen Thema umzugehen. Die klare Aussage lautet: Das Kind hat niemals schuld

Iserlohn..  Das Thema sexueller Missbrauch an Kindern ist überaus sensibel, und der Versuch, dieses Thema kleinen Kindern näher zu bringen, um sie genau gegen diesen Missbrauch stark zu machen, ist nicht gerade ein leichtes Unterfangen.

Wenig Aufwand, abereine große Wirkung

Mit dem Präventions-Programm „Mein Körper gehört mir“ hat Ulrike Schotte einen nahezu idealen Weg gefunden, um die Kinder der Bömberg-Grundschule sehr behutsam und kindgerecht aber wirkungsvoll und nachhaltig mit den Gefahren des sexuellen Missbrauchs vertraut zu machen. „Besser kann man es gar nicht erklären“, weiß die Schulleiterin und hat das zweiköpfige Theater-Team, das mit wenig Aufwand aber großer Wirkung in die Schulen geht, nun schon zum wiederholten Male für die vier Klassen des dritten Jahrgangs engagiert. Möglich macht das der Verein „Menschen gegen Missbrauch“, der das intensive Theaterengagement an der Bömberg-Grundschule mit 1000 Euro unterstützt.

Denn das Programm „Mein Körper gehört mir“ umfasst drei Einheiten. In der vergangenen Woche, beim ersten Termin. wurde mit den Kindern klassenweise zunächst das Nein-Gefühl und das Ja-Gefühl thematisiert. In kleinen Szenen konnten sie ganz normale Alltagsbegebenheiten sehen, in denen sie sich unwohl fühlen, und sie haben gelernt, dass es richtig ist, dem Nein-Gefühl nachzugeben, sich zu wehren und wirklich nein zu sagen. Motto: „Mein Gefühl, das ist echt, mein Gefühl hat immer recht!“

Das ist auch bei den Kindern so angekommen, haben am Dienstag vor dem zweiten Termin David (8 Jahre) und Louis (9 Jahre) aus der Klasse 3a bestätigt. Sie konnten sich noch genau an die Geschichten des ersten Theaterstücks erinnern und sagen, dass sie nun auf jeden Fall viel besser wissen, wie sie sich verhalten sollen, wenn sie in Situationen geraten, in denen sie sich unwohl fühlen.

Welche Gefahren lauern im Internet?

Nun stand am Dienstag der sexuelle Missbrauch selbst im Zentrum. Was ist das überhaupt, was ist ein Exhibitionist und welche Gefahren lauern im Internet? Und vor allem ging es um die klare Aussage: Das Kind hat niemals schuld. Denn Schuldgefühle bei Opfern sind beim sexuellen Missbrauch immer ein großes Thema. In der kommenden Woche, beim dritten Termin, wird dann noch der sexuelle Missbrauch in der Familie thematisiert. Und am Ende sollen die Kinder genau wissen, dass sie niemals etwas machen sollten, bei dem sie auch nur eine der drei folgenden Fragen mit „Nein“ beantworten können: Habe ich ein gutes Gefühl? Weiß jemand, wo ich bin? Und kann sofort Hilfe bekommen?

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