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Realschüler entdecken ihre Stärken

13.06.2012 | 17:47 Uhr
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Realschüler entdecken ihre Stärken
Welche Stärken braucht eigentlich eine Erste Beigeordnete? Auch Katrin Brenner nahm in der Kompetenzwerkstatt auf den „Stärkewürfeln“ Platz.

Iserlohn. Wofür schlägt dein Herz? Was wurde dir in die Wiege gelegt? Und was für ein Leben willst du später eigentlich leben? Die Kompetenzwerkstatt „Komm auf Tour“, die am Dienstag als Kooperationsprojekt der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung und der Agentur für Arbeit in Iserlohn an den beiden Realschulen am Bömberg und Hemberg gestartet ist, stellt ganz grundlegende Fragen und will so den Jugendlichen schon sehr früh helfen, die eigenen Stärken zu entdecken.

Natürlich schwebt auch hier über allem das Damoklesschwert des drohenden Fachkräftemangels. Die demografische Entwicklung wird die heimische Wirtschaft schon bald erreichen und aufgrund ihrer besonderen Struktur besonders hart treffen. Förderkonzepte, die sich um das Thema Berufswahlorientierung drehen, haben daher immer auch das Ziel, junge Menschen für die Berufe zu begeistern, die die heimischen Unternehmen brauchen und die ihnen schon bald fehlen werden. Aus diesem Grund ist die „Expedition“ in 15 heimische Betriebe auch ein wichtiger Bestandteil des dreigeteilten Konzeptes dieses neuen Angebotes. Das Interesse seitens der Unternehmen sei riesengroß, wie Christine Mause von der Agentur für Arbeit am Dienstag beim Projektstart an der Realschule am Hemberg erklärte. Und auch sonst wird gerade dieses Modul zum Kennenlernen der heimischen Unternehmen sehr begrüßt. „Viele Kinder wissen gar nicht, wo sie leben und was diese Region bei der Berufswahl alles zu bieten hat“, erklärte Iserlohns Erste Beigeordnete Katrin Brenner. Es sei wichtig, dass Jugendliche das schon früh erfahren.

Vor allem rückt die neue Kompetenzwerkstatt aber die Interessen und die Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler in den Mittelpunkt. Reinhard Boguslawski, Leiter der Realschule Bömberg, gab dazu einen Einblick in den Schulalltag. Und der besagt, dass nur rund zehn Prozent der Realschul-Abgänger direkt in eine Berufsausbildung gehen. Der große Rest zieht es vor, die Schullaufbahn fortzusetzen und eine andere weiterführende Schule zu besuchen. Womit die Schüler allerdings erfahrungsgemäß in vielen Fällen nicht ihren Neigungen und Stärken folgen. In vielen Fällen sei es Bequemlichkeit („Schule kenne ich, da mache ich weiter“), in anderen der Wunsch, das gleiche zu tun, wie die eigenen Freunde. Würden die Schüler aber ihren Neigungen folgen, würden sie in vielen Fällen erkennen, dass sie praktisch veranlagt sind und in einer Ausbildung viel besser aufgehoben wären.

„Das Leben ist mehr als Schule, und die Schule kann nicht alles selbst machen. Die Kompetenzen, die die Schüler haben, werden an den Schulen bei weitem nicht komplett entdeckt und gefördert“, sagt Reinhard Boguslawski und begrüßt es sehr, dass es externe Stellen sind, die nun an den beiden Iserlohner Realschulen schon frühzeitig den Einstieg in die Berufswahlorientierung organisieren.

Insgesamt 210 Schülerinnen und Schüler der sieben 7. Realschulklassen vom Hemberg und Bömberg haben am Dienstag das erste Modul, die „Erlebniswerkstatt“ absolviert. Darin ging es zunächst ausschließlich darum, die Jugendlichen dafür zu sensibilisieren, dass all ihre Stärken sowohl im Privatleben als auch beruflich wichtige Ressourcen sein können. Um die eigenen Stärken zu erkennen, durchliefen die Jugendlichen einen Parcours zu unterschiedlichen Themen, an dessen Ende sie einen prall gefüllten und individuellen Stärken-Fächer mitnahmen. Nach der Expedition in die Firmen schließt eine „Zukunftswerkstatt“, in der die Erfahrungen ausgewertet und die nächsten Schritte konkretisiert werden, das Angebot ab. Wichtig ist außerdem zum einen, dass die Eltern in das Konzept über Elternabende eingebunden werden, um ihre Kinder bei Lebensplanung tatkräftig unterstützen zu können, und zum anderen, dass die Kompetenzwerkstatt als Start in die Berufswahlorientierung an den Schulen dient, die dann im achten Jahrgang mit eigenen Unterrichtsstunden zu diesem Thema, dem Job-Navi und anderen Instrumenten weitergeführt wird. Zudem sei es das Ziel, dieses Konzept nun jedes Jahr anzubieten und wenn möglich auch auf die Gymnasien auszuweiten.

Ralf Tiemann

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