Rathaus: Männer dominieren die Top-Jobs
07.03.2008 | 16:42 Uhr 2008-03-07T16:42:00+0100Iserlohn. Von rund 1650 Beschäftigten der Stadt Iserlohn sind seit Jahren konstant etwa 60 Prozent Frauen. In oberen Hierarchie-Ebenen sind Frauen aber immer noch unterrepräsentiert. Die städtischen Ressort-Leitungsposten sind bisher fest in Männerhand.
Das könnte sich bald ändern. Katrin Brenner gilt, wie berichtet, als Favoritin für die neu zu besetztende Stelle im Ressort Soziales, Senioren und Sport. Bereichsleitungen haben 27 Männer inne und sechs Frauen. 25 Männer sind Abteilungsleiter, dagegen gibt es nur 14 Frauen als Abteilungsleiterinnen.
Was macht eigentlich die Gleichstellungsstelle? Anlässlich des Internationalen Frauentages, der heute vor Ort mit einer großen (ausverkauften) Veranstaltung in der Parkhalle begangen wird, hat die Redaktion Mechtild Beike gefragt, was sie als Gleichstellungsbeauftrage an gleichstellungsrelevanten Maßnahmen zur Förderung von Frauen und zur Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf tut.
Iserlohns Gleichstellungsbeauftragte Mechtild Beike verweist auf etliche Maßnahmen, die auf Initiative der Gleichstellungsstelle entstanden sind: „Die Stadt Iserlohn bietet ihren Beschäftigten die Möglichkeit der alternierenden Telearbeit. Das bedeutet, ein Teil der Arbeit wird im Büro, der andere Teil zu Hause erledigt.” Insgesamt acht Beschäftigte aus verschiedenen Bereichen verfügen über einen solchen Arbeitsplatz.
Mechtild Beike erläutert: „Die neue Arbeitsform hat sich erfolgreich im Rathaus etabliert. Nach der anfänglichen Pilotphase wurde festgestellt, dass diese Beschäftigten besonders hoch motiviert sind und ihre Leistungen optimieren konnten.” Nach ihrer Erfahrung sehen vor allem weibliche Beschäftigte einen besonderen Vorteil darin, dass sie Beruf und Familie besser miteinander vereinbaren können.
Zur Förderung des Führungskräftenachwuchses bietet die Stadt außerdem Mentoring an, um interessierte Beschäftigte für eine Führungsposition zu qualifizieren. Mechtild Beike erklärt: „Auch wenn sich die Maßnahme an beide Geschlechter richtet, so werden Frauen ausdrücklich ermutigt, teil zu nehmen.”
Mentoring bedeute: Eine erfahrene Führungskraft aus der Stadtverwaltung berät über einen Zeitraum von einem Jahr eine jüngere qualifizierte Mitarbeiterin oder einen Mitarbeiter des gehobenen Dienstes in beruflichen Fragen und unterstützt ihre oder seine berufliche Weiterentwicklung.
Das Projekt werde in diesem Jahr zum dritten Mal angeboten. Bislang befanden sich unter den „Mentees” jeweils zur Hälfte Frauen. Wie Mechtild Beike weiter erklärt, stufen alle Teilnehmer das Projekt als erfolgreich ein.
Neben dem Mentoring sei das Frauennetzwerk eine weitere Maßnahme, um Frauen bei ihrer beruflichen Weiterentwicklung zu unterstützen und ihre fachlichen, methodischen und sozialen Kompetenzen zu steigern. Insgesamt nehmen derzeit 18 Frauen an der Maßnahme teil. Sie treffen sich alle zwei Monate für drei Stunden im Rathaus.
Das Angebot wird mit Hilfe einer Moderatorin durchgeführt. Sie erarbeite mit den Teilnehmerinnen Management- und Moderationstechniken sowie Problemlösungsstrategien für aktuelle Fragen aus dem beruflichen Alltag. Weiteres Ziel sei es, dass sich die Frauen auch außerhalb der Arbeitsgruppe bei Problemen und der Durchsetzung ihrer Interessen untereinander unterstützen.
Das Frauennetzwerk hat einen fortlaufenden Charakter. Nach einem Jahr scheiden Teilnehmerinnen aus, während andere nachrücken. Einmal jährlich bietet die Kommune beurlaubten Beschäftigten ein zweitägiges Seminar an, in dem Hilfen für eine reibungslose Rückkehr in den Beruf vermittelt werden. Zu den Inhalten gehören Informationen zu Veränderungen in der Verwaltung und zu den Möglichkeiten der Rückkehr. Ebenso gehe es um Probleme und Lösungsstrategien bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf.
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