Rando nimmt Angst vor der Leinwand
28.10.2011 | 16:06 Uhr 2011-10-28T16:06:00+0200
Iserlohn/Malaga Der zweite Tag: Unser erster ganzer Tag in Malaga begann mit einem köstlichen Frühstück, das uns die Frau von Jorge Rando persönlich servierte.
Die meisten von uns freuten sich frisch und ausgeruht nun noch mehr auf das bevorstehende Programm. Dieses bestand zunächst aus dem Besuch der Innenstadt von Malaga. Dort führte uns zuerst Rando herum. Danach hatten wir eine Stunde lang Zeit, um bei dem tollen Wetter tun und lassen zu können, was wir wollten. Während die umliegenden Bezirke der Stadt größtenteils von Hochhauslandschaften geprägt sind, ist die Innenstadt sehr schön. Es gibt noch viele schöne Bauwerke aus vergangenen Jahrhunderten, und einige eindrucksvolle Kirchen und Kathedralen. Natürlich gibt es auch viele interessante Läden, Bars und Restaurants. In eines dieser Restaurants lud Rando uns zum Mittagessen ein. Danach bummelten wir zum Hafen, bevor es dann zur nächsten Aktivität überging. Wir fuhren am Meer entlang wieder etwas aus der Innenstadt heraus, in eine sehr exklusive Wohngegend, gelegen auf den Hügeln direkt am Meer. Dort zeigte uns Rando eine große Villa, in der er bis vor kurzer Zeit noch wohnte und in der sich noch sein Atelier befand.
In diesem Atelier mit großen Fenstern zum Meer, durch die man dieses rauschen hören kann, wollte er mit den Gewinnern des Kunstwettbewerbs zusammen malen. Auf einer leeren Leinwand sollte jeder Teilnehmer seinen Beitrag zu dem späteren Gesamtwerk leisten und dabei lernen, wie aus dem Nichts ein Kunstwerk entsteht. „Man darf keine Angst vor der Leinwand haben“, betonte er dabei immer wieder. Dann ließ er seine neuen Schüler malen, einen nach dem anderen, ermutigte sie dabei und erklärte immer wieder einzelne Details der Kunst und seiner persönlichen Arbeitsweise. „Keine Angst, keine Angst“ feuerte er die Jugendlichen immer wieder an, und die Gruppenmitglieder ermutigten sich auch gegenseitig immer wieder, und beobachteten die Arbeit jedes Einzelnen. So füllte sich die Leinwand nach und nach und wurde immer bunter.
Nach einiger Zeit ergriff dann Rando selbst den Pinsel. Und vor den staunenden Augen seiner neuen Schüler verwandelte der Meistermaler das Bild mit nur wenigen Handgriffen innerhalb weniger Augenblicke zu einer echten Augenweide. Beeindruckend.
Doch das wirklich Beeindruckende geschah danach: Rando gab den Pinsel wieder ab und ließ die Jugendlichen auf dem nun so professionell aussehenden Bild weitermalen. Der schwerreiche Künstler in seinem Atelier am Meer, voller unbezahlbarer Meisterwerke, ermutigt diese Jugendlichen, denen in Deutschland von manchen Menschen kaum etwas zugetraut wird, an sich zu glauben und ihre eigene Kunst in das von ihm mitgeprägte Bild einzubringen.
Das zeigt Wirkung. Mit noch mehr Begeisterung stürzen sich die jungen Künstler auf die Leinwand. Einige hatten sich vorher gar nicht getraut, doch jetzt sind alle dabei. Und das Bild wird voller, bunter, schöner. Am Ende versetzt noch einmal Rando dem Ganzen den letzen Schliff, und dann signieren alle das Bild. Danach signiert er T-Shirts, die er für die Teilnehmer gekauft hat, und erklärt ihnen noch einmal, dass sie keine Angst haben dürfen und müssen, auch nicht im echten Leben, auch nicht vor der Zukunft.
Als wir alle wieder an der Küste entlang zurück zum Hotel fahren, herrscht eine noch besser Atmosphäre als zuvor. Im Hotel erwartet uns wieder ein fantastisches Abendessen, und später am Abend werden alle die Lust haben noch einmal in die Stadt fahren. Dort findet in diesen Tagen ein spanisches Fest statt, bei dem hauptsächlich junge Leute durch die Straßen ziehen und fröhlich feiern. Wir sind sehr gespannt. Das, und noch vieles mehr -- aus Malaga...
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