Queenwürdigend und absolut queenwürdig

Ein eindrucksvolles Konzert gab der Gospelchor Outta Limits in der Erlöserkirche. Foto: Michael May
Ein eindrucksvolles Konzert gab der Gospelchor Outta Limits in der Erlöserkirche. Foto: Michael May
Foto: Michael May/IKZ

Eine gewisse Affinität zu „Queen“ war bei den „Outta Limits“ ja schon immer gegeben. So mancher Song der britischen Band hatte bereits in den vergangenen Jahren Eingang in das Repertoire des Iserlohner Gospelchores gefunden, und die legendäre „Bohemian Rhapsody“ hat sich als immer wiederkehrendes Konzert-Finale sogar zu einer Art Chor-Hymne entwickelt. Andersherum kann man bei „Queen“ einen ausgeprägten Hang zum Chorgesang sogar mit Ausflügen ins Gospelhafte nicht überhören. Von gemeinsamen Wurzeln der beiden Gruppen zu sprechen, ist vielleicht etwas übertrieben, aber dennoch kann man als Quintessenz des Ganzen feststellen, dass mit dem „Limits“-Programm „Queentessenz“ nun endlich zusammenwachsen würde, was eigentlich schon längst zusammen gehört.

Dementsprechend groß war am Mittwochabend in der Erlöserkirche auch die Vorfreude auf dieses 17. „Am-Abend-vor-Fronleichnam-Konzert“ des Chores - noch weit größer als in den Vorjahren. Und als das Publikum um 20 Uhr endlich in der Kirche Platz genommen hatte und erwartungsfroh in Richtung Altar blickte – da konnte es leider immer noch nicht los gehen, weil man zunächst die Männer des Chores sah, wie sie noch massenweise Stühle hereinschleppten. Es ist einfach toll, was für eine riesige Fan-Gemeinde sich dieser Chor in den vergangenen Jahren ersungen hat. Weit mehr als 500 Besucher konnten die „Limits“ am Mittwoch in der überquellenden Kirche begrüßen – erneut neuer Rekord, und ein Ende ist da noch lange nicht abzusehen.

Dann ging es aber los, zunächst mit einigen Nicht-„Queen“-Leckerbissen quer durch die Genres: ein bisschen Rammstein, irische Folklore, erhebende Filmmusik, Renaissance-Musik und sogar ein Gospel, was man von diesem ganz speziellen Gospelchor ja gar nicht mehr gewohnt ist. Und auch hier blitzte schon all das auf, was die „Outta Limits“ ausmacht: ein unheimlich harmonischer Klang, tolle Soloeinlagen und immer wieder einfallsreiche Instrumentalbegleitungen, dieses Mal mit einem klassischen Akustik-Trio aus Klavier, Kontrabass und Schlagzeug ergänzt durch Geigen und Flöten, später auch durch Kazoos, Boomwhackers und allerhand anderer Percussion.

Was die „Limits“ ausmacht, sind natürlich auch die vielen liebevollen Details drumherum: Mit Programmheftchen in Form kleiner, britischer Fähnchen, Dutzenden von Plakatideen auf der Leinwand mit den „Outta-Limits“ in bekannten „Queen“-Plattencovern und reichlich Leder, Sonnenbrillen und Stirnbändern hatten sie auch optisch alles auf „Queen“ getrimmt. Und mit dem „Prophet’s Song“ ging es dann „queenmäßig“ auch musikalisch direkt in Vollen: eine Mördernummer, ellenlang und immer anders mit einem auslandenden Mittelteil, den Mercury seinerzeit im Echoverfahren aufgenommen hatte – man will gar nicht wissen, wie viel Arbeit allein in diesem Stück steckt.

Und so ging es weiter. „Queen“-Hits bis zum Abwinken mit „We Will Rock You“, „We are the Champions“, „Somebody to Love” und und und. „Don’t Stop me now“ und „Killer Queen” als heimliche Krönungen dieser vielbesungenen Königin in ganz starken Kleinbesetzungen und der „Bohemian Rhapsody” als majestätischen Schlusspunkt. Danach gab es im Grunde kein Halten mehr, weder auf der Bühne noch im Publikum. Bei „God save the Queen“ versank die Kirche in einem britischen Fahnenmeer, und mit dem berühmten Schlagzeug-Rhythmus von „We will Rock you“ peitschte das Publikum den Chor zu weiteren Zugaben. Das war, wie Chorleiter Jens Keienburg gehofft hatte, nicht nur „queenwürdigend“, sondern auch höchst „queenwürdig“.

Wer das Konzert verpasst hat: Am 10. Juni singen die „Limits“ noch einmal ab 18 Uhr in der Christuskirche am Rhoden.

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