Priesterjubilar ist seit 60 Jahren im Dienst

Pfarrer Günter i.R. Seite (M.) vor dem Dankgottesdienst in der Sakristei von St. Josef mit Pfarrer Johannes Hammer (2 .v. l.), Alois Franz Kotulla (r), Joachim Skora (2.v. r.) und Vikar Stefan Kendzorra (l.).
Pfarrer Günter i.R. Seite (M.) vor dem Dankgottesdienst in der Sakristei von St. Josef mit Pfarrer Johannes Hammer (2 .v. l.), Alois Franz Kotulla (r), Joachim Skora (2.v. r.) und Vikar Stefan Kendzorra (l.).
Foto: IKZ
Was wir bereits wissen
Der Pfarrer i.R. Günter Seite feierte mit einem Dankgottesdienst in St. Josef sein diamantenes Priesterjubiläum.

Iserlohn..  Als „Spätberufener“ bezeichnete sich nach dem Dankgottesdienst zum 60-jährigen Priesterjubiläum Pfarrer i.R. Günter Seite. Der von Pfarrer Johannes Hammer geleitete Gottesdienst fand am Dienstagabend in der Pfarrkirche St. Josef in der Iserlohner Heide statt, genau an dem Ort, an dem Seite seine Priesterweihe erhalten hatte. Ein außergewöhnliches Ereignis konnte dort durch die Gemeinde gefeiert werden, denn Pfarrer i.R. Günter Seite feiert in diesen Tagen das diamantene Priesterjubiläum.

Günter Seites Weg war nicht von Anfang an vorgezeichnet

„Ich stehe mit großem Respekt vor Dir”, begann Pfarrer Johannes Hammer den festlichen Gottesdienst. Schließlich sei der Priesterjubilar 60 Jahre im Dienst, länger als der Pastoralverbundsleiter an Lebensjahren zählen würde. Zurecht könne man voller Dank auf diese Zeit zurückschauen. Pfarrer Seite habe durch sein priesterliches Wirken und seine enge Verbindung mit Jesus Christus gezeigt, dass es sich lohne, aus dem Glauben zu leben. Das mache Mut, in der heutigen Zeit der gesellschaftlichen und kirchlichen Umbrüche als Christ zu leben. Doch dieser Weg war nicht von Anfang an vorgezeichnet. Der heute 91 Jahre alte Günter Seite, der als „Halbjude“ das Nazi-Reich überlebt hatte und nach seiner Zeit als Zwangsarbeiter in Frankreich wieder zurück in seine Heimatstadt Iserlohn kam, machte nach dem Krieg eine Ausbildung zum kaufmännischen Angestellten, wie er im Gespräch mit der Heimatzeitung erzählt. Danach drückt er erneut die Schulbank, macht sein Abitur nach. „Ich hatte zuvor ja nie Englisch und Latein gelernt“, blickt der Jubilar auf schwierige Zeiten zurück.

Erst danach startete Günter Seite, inzwischen 31 Jahre alt, seine Priesterausbildung in Paderborn und Münster. Die erste Stelle als Vikar tritt Seite dann in Bremen bei Werl an, und wechselt dann nach Menden, St. Vincenz, und später nach Arnsberg. 1969 tritt Seite seine erste Stelle als Pfarrer in Hemer-Sundwig an, wo er auch bis zu seiner Pensionierung gearbeitet hat. Seit dieser Zeit lebt er wieder im elterlichen Haus in Iserlohn. Bis vor fünf Jahren hat er aber noch Dienst gemacht „soweit ich konnte“, in der Pfarrkirche St. Josef, dem Ort seiner Priesterweihe.

„Ich hatte immer Glück“, zieht Seite heute Bilanz, „denn ich durfte immer in Pfarreien tätig sein, in denen ich mich zu Hause gefühlt und in denen ich gut aufgenommen worden bin“.