Premiere auf der Kinoleinwand

Akteure und Betreuer von „Quit the shit“ waren stolz nach der Premiere im „filmpalast“.
Akteure und Betreuer von „Quit the shit“ waren stolz nach der Premiere im „filmpalast“.
Foto: IKZ
Was wir bereits wissen
Jugendliche von „Quit the shit“ sind jetzt mit ihrem Präventionsspot in Kinos der Region vertreten.

Iserlohn..  So richtig zugeben wollten sie es ja nicht, aber der Stolz war der Gruppe von Jugendlichen deutlich anzusehen. Grund dafür war die erste Präsentation ihres Musikvideos auf großer Kinoleinwand im „filmpalast“.

Wie bereits berichtet, gab es vor kurzem auf Initiative von René Sadawski, Prophylaxe-Fachkraft bei der Anonymen Drogenberatung Iserlohn (Drobs), eine ganz besondere Aktion für Besucher des Jugendcafés „Checkpoint“ der evangelischen Versöhnungs-Kirchengemeinde. Gemeinsam mit Jugendlichen und deren Betreuern sowie den Streetworkern Julia Niedermark (Drobs) und Uwe Browatzki (Caritas) hat Sadowski das Unterfangen in Angriff genommen. Denn allen Beteiligten war es schon länger ein Anliegen, eine kreative Vorbeugungsaktion anzubieten. Michael Frank und Julian Bahr aus dem „Checkpoint“ waren gleich angetan.

Gedreht wurde in derSüdlichen Innenstadt

Daher passte es bestens, dass René Sadowski in engem Kontakt mit der Ginko-Stiftung (siehe Kasten) steht. Der Videoworkshop ist Bestandteil der Landeskampagne „Sucht hat immer eine Geschichte“. Weil die Zahl der Kurse begrenzt ist, war die Freude über den Zuschlag umso größer. Ein ganzes Wochenende investierten die Akteure vor und hinter der Kamera, um das Projekt zu realisieren. Gedreht wurde beispielsweise an der Treppe zum Fritz-Kühn-Platz, im „Checkpoint“, rund um die „Werkstatt im Hinterhof“ – eben in der Südlichen Innenstadt. Aus ganz unterschiedlichen Perspektiven haben die Jungs und mit Chelsea die einzige junge Frau das Thema Sucht beleuchtet, im Anschluss persönliche Texte – zum Teil in den jeweiligen Muttersprachen – geschrieben. Genannt haben sich die Nachwuchsmusiker Patrik, Alfred, Maurice, Chelsea, Nikita, Bennet, Tadese und Zana am Ende „Quit the shit“. Herausgekommen ist bei ihrer Arbeit „Mistakes that I made“. Das Video ist seit der Fertigstellung auf „Youtube“ zu sehen. Doch dank eines Zusammenschnitts von der Firma Z-Music hat das Ganze jetzt sogar seinen Weg auf die Kinoleinwände der Region gefunden. Ab kommendem Donnerstag sehen die „filmpalast“-Besucher vor den Filmen den Trailer, der zeigt, dass Prävention auch Spaß machen und sich jeder auf seine ganz eigene Art und Weise daran beteiligen kann. Außerdem wird auf die Hilfsangebote vor der Tür hingewiesen. Auch in Lüdenscheid und Altena läuft der kurze Streifen.

Applaus nach derPrivatvorstellung

Nun durften Akteure und Betreuer sich ihr Werk ganz allein in einem Saal des „filmpalasts“ ansehen. „Zuerst ist es recht ungewohnt, sich auf der großen Leinwand zu sehen, aber dann hat man das Gefühl, den Jackpot gewonnen, etwas erreicht zu haben.“ Die ehrenamtliche Mitarbeiterin des „Checkpoints“ hatte zuvor weder Erfahrungen mit Musik, noch auf der Bühne gemacht – mit der Abhängigkeit von Medikamenten allerdings schon. Während die junge Frau keinen Hehl aus ihrem Stolz machte, zeigten sich die Jungs eher cool. Doch als dann im Kinosaal das Licht ausging, die ersten Rhythmen ihres Songs aus den Lautsprechern erklangen, da war das Strahlen nicht zu übersehen. Auch der Zusammenhalt der zunächst zusammengewürfelten Gruppe ist riesig: Schon bei der Begrüßung gab es Umarmungen und Herzlichkeit. Und genau das war ja auch das Ziel: Das Selbstwertgefühl stärken, um die Suchtgefahr möglichst gering zu halten.

Kino-Gutscheineals Motivation

Nicht nur ein langer Applaus war der Lohn für die Mühen der Jugendlichen: Vom Förderverein der Drobs gab es außerdem für jeden und jede jeweils zwei Kino-Gutscheine. Die ersten 2000 Klicks auf „Youtube“ hat das Video übrigens auch schon erreicht, nun hoffen „Quit the shit“ auf noch größere Resonanz.