Partymarathon bis in den frühen Morgen
17.05.2009 | 16:24 Uhr 2009-05-17T16:24:00+0200
Iserlohn. Wenn sich Menschenmassen Samstagnacht karawanenartig durch die Iserlohner Innenstadt bewegen, dann kann das nur eins bedeuten: Das vom IKZ präsentierte Kneipenfestival läuft auf vollen Touren. Nach der gelungenen Premiere 2008 zeigten sich auch diesmal Veranstalter und Besucher zufrieden.
Auf einmal war sie da, diese vorfreudige Spannung, die sich ab etwa 19 Uhr über die Innenstadt legte. Aufgedrehte, herausgeputzte Passanten bewegten sich zielstrebig zu den Bars, Clubs und Gaststätten, in denen sie die lange Nacht einläuten wollen. Hier noch ein Handyanruf - „Wir stehen vor dem Schappo, wann kommt Ihr?” - dort noch ein kurzer Verabredungs-Plausch auf der Kreuzung, und schon startete das Kneipenfestival.
Bereits, als die Band „V:Ness & Mars” die Bühne der Schauburg betrat, war der Saal rappelvoll. „Wahnsinn, die Leute sind anscheinend echt heiß auf Party und Mucke”, wunderte sich Andreas Ehel (39). Der Hemeraner hatte sich einen straffen Plan auferlegt: „Ich will jede Band miterleben!” Schließlich sei er im letzten Jahr „in ein, zwei Läden hängengeblieben” und hätte so das Meiste verpasst. Die Covershow von Sängerin Vanessa Henning und ihren Bandkollegen startete gerade und entführte die Besucher - vor allem das „Mittelalter” traf sich hier - auf eine Reise durch die Musikgeschichte.
Noch die rockig-poppig-punkigen Klänge von „V:Ness & Mars” im Ohr, zogen die Massen nur wenige Meter weiter ins Pura Luna. Auch dort fühlte sich so mancher gute 20 Jahre zurückversetzt, denn bei „Audio 80” ist der Name Programm und die Optik entsprechend. Sängerin Sandra Köhling röhrte im Paillettentop die Hits von Nena bis Nik Kershaw, Frank Schultz schob sich das neongrüne Schweißband immer wieder zurecht. „Die sind genial”, brüllte eine Besucherin, die ihre Jugend in den 80-ern erlebt haben muss, ihrer Begleiterin ins Ohr. Schnell prosteten sie sich mit Sekt zu, dann ging es weiter.
Vor dem Louisiana hatte sich eine Menschentraube gebildet - die Musiker von „Thanxgivin” hatten sich eine wohlverdiente Pause gegönnt. Als sie wieder auf die Bühne traten, bebte der Saal: Das Sänger-Duo und das Instrumentalisten-Quartett lieferten Klassiker von Joe Cocker sowie Aktuelles von Anastacia erster Güte.
Gegen Mitternacht stand fest: Gute 3000 Besucher sind zum Kneipenfestival gekommen. Jürgen Wigginghaus vom „Nachtflug”, der das Spektakel auf Initiative der Iserlohner Brauerei und in Kooperation mit „Live Project” sowie der Gesellschaft für Wirtschaftsförderung organisiert hatte, erklärte: „Es war eine runde Veranstaltung, die beim dankbaren Iserlohner Publikum sehr gut angekommen ist.” Eine neue Auflage verspricht Wigginghaus für 2010.
Stichwort Brauerei: Geschäftsführer Christian Rolinck mischte sich im Schappo unter das hauptsächlich jugendliche Partyvolk und tanzte ausgelassen zur House-Musik von DJ Pearl. Eine ganz andere Stilrichtung lieferten „Bukkl” den Besuchern des Lindenhofes, wo sich die Fans der etwas härteren Gangart trafen.
Nachdem Luis Cortes im „Déjà Vu” mit Salsa-Klängen nach Lateinamerika entführt hatte, startete DJ Matze Janke die Abschlussparty. Wer meint, die Iserlohner hätten nach Stunden Live-Musik die Nase vom Feiern voll gehabt, liegt falsch: Bis in die frühen Morgenstunden tanzte eine nicht unerhebliche Menge.
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