Opfer erleidet posttraumatische Störung

Der zweite Verhandlungstag wurde wegen gesundheitlicher Ausfälle nach etwa einer Stunde vertagt.
Der zweite Verhandlungstag wurde wegen gesundheitlicher Ausfälle nach etwa einer Stunde vertagt.
Foto: dapd
Was wir bereits wissen
Der wegen mutmaßlichen sexuellen Missbrauchs angeklagte ehemalige Handballtrainer des VfK Iserlohn will sich im weiteren Verlauf der Verhandlung zu den Anschuldigungen äußern.

Iserlohn/Hagen..  Die wichtigste Erkenntnis des gestrigen, zweiten Verhandlungstages um den mutmaßlichen sexuellen Missbrauch seitens eines ehemaligen Handballtrainers des VfK Iserlohn war, dass der Angeklagte am Ende über seine Verteidigerin ausrichten ließ, sich im weiteren Verlauf der Verhandlung zu den Anschuldigungen zu äußern. Davor wurden mit der Kriminalbeamtin, die die Strafanzeige aufgenommen hatte, und der Ärztin der Hans-Prinzhorn-Klinik (HPK), die den Kläger kurzzeitig behandelt hat, lediglich zwei Zeugen gehört. Nach etwa einer Stunde wurde die Verhandlung wegen gesundheitlicher Ausfälle vertagt.

Wie bereits berichtet wird dem heute 36-jährigen Iserlohner zur Last gelegt, vor rund 15 Jahren einen damals elf- bis zwölfjährigen Jungen über mehrere Jahre hinweg regelmäßig – die Rede ist von etwa einmal wöchentlich – in seiner Wohnung schwer sexuell missbraucht zu haben. Der Junge wurde von dem Angeklagten im Handball trainiert. Als Mieter einer Wohnung im Haus der Großeltern seines mutmaßlichen Opfers hatte er auch sonst Zugriff auf den Jungen.

Bei der gestrigen Wiedergabe der Anzeigenaufnahme durch die zuständige Kriminalbeamtin kamen erneut die erschütternden Details der Taten zu Tage – das immer gleiche blaue Sofa, auf dem der heute 27-Jährige Familienvater damals während der immer gleichen sexuellen Handlungen die größten Schmerzen beim Analverkehr und die größte Erniedrigung beim Oralverkehr zu verhindern suchte. Der Angeklagte folgte den Ausführungen sichtbar stark schwitzend, unruhig hin und her blickend und stellenweise auch Kopf schüttelnd.

Infolge der Taten habe er unter Schlafstörungen gelitten und sich in die Cannabis-Sucht zu retten versucht, so das Opfer. Zwei Entgiftungen hat er sich daraufhin in der Hemeraner HPK unterzogen. Bei der ersten im Jahr 2010 hatte die behandelnde Ärztin eine traumatische Belastungsstörung aufgrund eines schwerwiegenden Ereignisses in der Kindheit diagnostiziert. Auch ohne den Sachverhalt zu kennen und ohne von den schweren sexuellen Übergriffen zu wissen, sei klar gewesen, dass seine Verhaltensauffälligkeiten nicht nur mit der Drogensucht zu erklären gewesen seien. Die Verhandlung wird am Freitag fortgesetzt.