Ohne Zusammenhalt geht gar nichts

Vize-Bürgermeister Michael Scheffler (r.) überreichte Salvatore und Angelina Genovese die Glückwünsche der Stadt und des Landes.
Vize-Bürgermeister Michael Scheffler (r.) überreichte Salvatore und Angelina Genovese die Glückwünsche der Stadt und des Landes.
Foto: IKZ
Was wir bereits wissen
Angelina und Salvatore Genovese feiern ihre Diamanthochzeit im Kreise von vier Kindern, 12 Enkeln und fünf Urenkeln.

Iserlohn..  Auf dem Lande in Italien kennen gelernt, nach Deutschland ausgewandert und in Iserlohn eine zweite Heimat gefunden: So könnte die Geschichte der Familie Genovese in wenigen Worten skizziert werden. Doch Salvatore Genovese ist kein Mann der knappen Ansprache, er erzählt gerne – so wie am Donnerstag, als an der Piepenstockstraße „volles Haus“ zu vermelden war. Denn Angelina und Salvatore Genovese haben ihre Diamanthochzeit gefeiert.

Der „Generale“ vermitteltdie Regeln und den Respekt

Die große Party steigt allerdings erst Anfang März am Danzturm, im „kleinen Kreis“ mit „nur“ etwa 60 Gästen. Das zeigt, wie groß der Familiensinn bei den Genoveses ist. Vier Kinder brachte Angelina Genovese zur Welt, inzwischen hat das Paar auch zwölf Enkel und fünf Urenkel. Und auf alle hat der selbst ernannte „Generale“ Salvatore Genovese immer ein Auge. „Opa ist immer da“, sagt der 80-Jährige, der großen Wert auf Respekt und Disziplin legt. „Das und viel mehr habe ich in Deutschland gelernt“, erklärt er. Nach wie vor fühlt sich der Italiener – genauso wie seine Frau – in der seit mehr als 55 Jahren zweiten Heimat wohl, ist zufrieden mit dem, was er hat. Für sein Vaterland würde er sich sogar eine Regierung nach hiesigem Vorbild wünschen. Beim Gespräch wird deutlich, wie stark das politische Interesse des Rentners ist, der zunächst bei Bakelite und dann viele Jahre bei Eichelberg seine Brötchen verdient hat.

Jeden Tag liest er die Zeitung, geht vormittags wie nachmittags trotz gesundheitlicher Einschränkungen spazieren und absolviert eine 15-minütige Gymnastikeinheit, montags geht es zusätzlich zum Schwimmen – „weil dann das Wasser warm ist“. Ehefrau Angelina, ebenfalls seit wenigen Wochen 80 Jahre alt, steht immer noch sonntags um 5 Uhr auf, um Nudeln für die gesamte Familie selbst herzustellen. Auch sie hat bei der Firma Eichelberg gearbeitet, mehr als 30 Jahre lang.

Eine Wohnung im zwischen Neapel und Rom gelegenen Molise besitzen die Genoveses nach wie vor. Drei bis vier Monate pro Jahr verbringen die beiden 80-Jährigen dort, der Rest kommt sie oft besuchen: Inzwischen müssen sie sich absprechen, denn die Familie ist zu groß geworden, um komplett in der Wohnung unterkommen zu können. Als plötzlich Nachbarn ungefragt einen Balkon gebaut haben, zeigte sich Salvatore Genoveses Kampfgeist wieder einmal. Acht Jahre lang hat er Schreiben an Angela Merkel, den Papst, Silvio Berlusconi und an die EU geschrieben, um Recht zu bekommen. „Die Italiener haben nicht reagiert, der Papst, die Bundeskanzlerin und alle anderen Deutschen haben geantwortet“, erinnert sich Genovese, der sein Glück immer noch selbst in die Hand nimmt.