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Katholische Kliniken

Nur Schließung sichert den Fortbestand

18.01.2012 | 11:16 Uhr
Nur Schließung sichert den Fortbestand
Nachdem die Kirchenvorstände und die Mitarbeiter in drei Personalversammlungen informiert worden waren, erläuterte Thomas Wülle unter anderem gemeinsam mit Dr. Markus Berghoff und der kaufmännischen Direktorin Sabine Marton die Empfehlungen auf einer Pressekonferenz im St.-Elisabeth-Hospital. Foto: Michael May

Iserlohn/Kreis.Eine Schließung des Balver St.-Marien-Hospitals und Umstrukturierungsmaßnahmen vor allem in den „schneidenden Disziplinen“ des St.-Elisabeth-Hospitals und des Mendener St.-Vincenz-Krankenhauses schlägt das von den Katholischen Kliniken im Märkischen Kreis in Auftrag gegebene Gutachten vor, dessen Ergebnisse Geschäftsführer Thomas Wülle am Dienstagnachmittag in Iserlohn vorstellte.

Über die Empfehlungen müssen jetzt zunächst die drei Kirchenvorstände beraten und abschließend die Gesellschafterversammlung entscheiden, in der die Kirchengemeinden St. Aloysius und St. Vincenz den gleichen Stimmenanteil haben, gefolgt von der Balver St.-Blasius-Gemeinde und - mit einem noch kleineren Stimmenanteil - die Dortmunder CURA, eine Beratungs- und Beteiligungsgesellschaft für soziale Einrichtungen des Erzbistums Paderborn, die das Eignerquartett vervollständigt. Wülle machte aber deutlich, dass bei einer Nicht-Umsetzung der Empfehlungen vor allem durch das Defizit in Balve nach Ansicht der Gutachter der Kölner Firma Admed die Solvenz des gesamten Unternehmens über kurz oder lang ernsthaft bedroht sei. Folge man indes den Vorschlägen sei „die Krise 2014 Geschichte“.

Da seit der verpflichtenden Einführung der Fallpauschale 2004 die Krankenhäuser für die gleiche Leistung immer weniger Geld bekommen würden und es keine Anzeichen gebe, dass sich daran etwas ändert, sei es auch im St. Elisabeth, das mit seinen 231 Betten als einziges Haus schwarze Zahlen schreibt, und im St. Vincenz, das 218 Betten und ein Minus von rund einer Million Euro hat, jetzt erforderlich, die medizinischen Fachabteilungen „auf ihre Größen, ihre Leistungstiefen und ihre Fallzahlen zu überprüfen“. Denn vor allem im Bereich der „schneidenden Disziplinen“ sei es ohne „wesentliche strukturelle Änderungen“ nicht möglich, die Abteilungen auch in Zukunft wirtschaftlich zu führen, wobei Schließungen einzelner Abteilungen vom Gutachter nicht vorgeschlagen werden und auch kein Thema seien. Wie sich die Leistungstiefe in einem Bereich bereits erfolgreich steigern ließ, erläuterte der Ärztliche Direktor Dr. Markus Berghoff am Beispiel der Gefäßchirurgie. Während in Menden weiterhin Grundleistungen aus diesem Bereich wie die Beseitigung von Krampfadern und das Einsetzen von Herzschrittmachern angeboten werden, hat sich das Elisabeth-Hospital zudem auf die großen arteriellen Operationen spezialisiert und dadurch die Fallzahlen und die Wirtschaftlichkeit steigern können.

Für das Balver Marien-Hospital mit seinen 90 Betten hätte der Gutachter hingegen verschiedenste Szenarien untersucht und sei selbst im günstigsten Fall zu dem Ergebnis gekommen, dass auch bei einer - allerdings von Admed für unrealistisch angesehenen - Steigerung der Patientenzahl von derzeit jährlich knapp 3000 um weitere 800 die prognostizierten Verluste des Hauses lediglich reduziert werden könnten. Zudem würde in der nötigen Umstellungsphase mit der Konzentration auf einzelne Bereiche wie beispielsweise die Altersmedizin ein „beachtliches siebenstelliges Minus“ auflaufen.

Wenn die Gesellschafterversammlung der Schließung in Balve zustimme, habe man, so Wülle unter anderem mit Blick auch auf eine Verlagerung der dortigen Disziplinen, aber das Ziel, „so viele Arbeitsplätze wie möglich zu erhalten. Ob das für alle gelingt, kann ich nicht sagen und garantieren.“ 50 der derzeit knapp 100 Beschäftigten des Marien-Hospitals seien in der Pflege tätig, hinzu kommen zehn Ärzte und die Mitarbeiter in den sonstigen Bereichen von der Pforte bis zum Röntgen.

Wichtigste Grundlage des Gutachtens seien die Krankenhausleistungsdaten der Jahre 2008 bis 2010 der drei Häuser gewesen. Ebenso seien die demografische Entwicklung, die Konkurrenzsituation in der Region und die Verlagerung von Leistungen aus dem stationären in den ambulanten Bereich eingeflossen.

Torsten Lehmann

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Kommentare
19.01.2012
12:04
Nur Schließung sichert den Fortbestand
von gambler1 | #4

Und was ist in einigen Jahren, wenn die Zahlen sich nicht bedeutent gebessert haben oder geleich geblieben sind?

Was wird dann als nächstes geschlossen?

18.01.2012
17:10
Nur Schließung sichert den Fortbestand
von androsp | #3

Es ist doch wohl klar, dass dieses Gutachten zu Lasten des Marienkrankenhauses ausfallen mußte. Schließlich wurde es von der Leitung der Hospitalvereinigung in Auftrag gegeben. Wie heißt der Spruch: wer bezahlt, sucht auch die Musik aus?
Eigentlich hätte Herr Wülle in den vergangenen Jahren bereits gegen die drohende Schließung mit Sachverstand gegensteuern müssen. Aber wenn man die Presseberichte der Vergangenheit aufmerksam beobachtet hat konnte der Eindruck entstehen, dass Bob der Baumeister die Geschicke der Hospitalvereinigung leitet.
Grundsteinlegungen, Richtfeste, Einweihungen etc. in allen drei Standorten.
Herr Wülle ist ausserdem noch der Vorsitzende des Zweckverbandes der Krankenhäuser in Südwestfalen (38 Kliniken). Desweiteren engagiert er sich in der Brancheninitiative der Gesundheitswirtschaft Südwestfalen. Bestimmt wichtige Aufgaben. Aber doch nur wenn man sein Unternehmen bestellt hat.

Vielleicht sollten wir Balver Bürger nach einer Schließung des Krankenhauses das St. Elisabeth-Hospital in Iserlohn und auch das St. Vinzenz-Krankenhaus in Menden boykottieren. Hemer liegt vor unserer Haustür. Neheim-Hüsten ist auch nicht weit. Plettenberg ist von uns aus gut zu erreichen. Und wenn es unbedingt Iserlohn sein muss gibt es ja noch das Krankhaus Bethanien.

Wenn Herrn Wülle dann weitere 3000 Patienten pro Jahr fehlen, vielleicht wird dann auch endlich das Generalvikariat in Paderborn wach.

18.01.2012
15:40
Nur Schließung sichert den Fortbestand
von 56er | #2

Ob Herr Wülle irgendwelche Schafe hat und die auch noch trocken stehen interessiert mich mal ganz ehrlich gesagt einen Sch....dreck !! Hier geht es um die Bürger der Stadt Balve und angrenzender Gemeinden, die im Ernstfall keine rechtzeitige, ausreichende medizinische Versorgung mehr bekommen. Darauf sollte man sich konzentrieren. Wenn heutzutage IRGENDWER oder IRGENDWAS in Schieflage gerät kommen die Retter mit den großen Schirmen !! Warum klappt das denn hier nicht ?? Herr Bürgermeister, was ist denn nun mit Plan B und Plan C ?? Schon fertig oder fangen wir jetzt erst an zu überlegen...??
PS.: Bin mit diesem Medium noch nicht so vertraut und habe diesen Text aus Versehen auch als Antwort auf die Aussage von Udo2001 geschrieben. SORRY !!!!!

17.01.2012
22:35
Nur Schließung sichert den Fortbestand
von Udo2001 | #1

Mich,und viele andere würde Interessieren,ob der noch* Geschäftsführer Thomas Wülle *innerhalb der *Katholischen Kliniken im Märkischen Kreis *ein neues,besser Dotiertes Aufgabengebiet übernimmt....?

2 Antworten
Blockierter Kommentar.
von MisterBurns | #1-1

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Nur Schließung sichert den Fortbestand
von 56er | #1-2

Ob Herr Wülle irgendwelche Schafe hat und die auch noch trocken stehen interessiert mich mal ganz ehrlich gesagt einen Sch....dreck !! Hier geht es um die Bürger der Stadt Balve und angrenzender Gemeinden, die im Ernstfall keine rechtzeitige, ausreichende medizinische Versorgung mehr bekommen. Darauf sollte man sich konzentrieren. Wenn heutzutage IRGENDWER oder IRGENDWAS in Schieflage gerät kommen die Retter mit den großen Schirmen !! Warum klappt das denn hier nicht ?? Herr Bürgermeister, was ist denn nun mit Plan B und Plan C ?? Schon fertig oder fangen wir jetzt erst an zu überlegen...??

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