Nur noch vier „bordellähnliche Betriebe“ in der Waldstadt

Was wir bereits wissen
Die zuständigen Mitarbeiter im Rathaus sehen der Gesetzesnovellierung und der damit verbundenen Meldepflicht für Prostituierte gelassen entgegen. Denn in Iserlohner melden sich mehr Damen ab als an.

Iserlohn..  „Mit einem Club ist derzeit in Iserlohn kein Staat zu machen“, sagt der Mitarbeiter der städtischen Abteilung für Wirtschaftsdelikte, der auch für die Überwachung der Prostitution in der Waldstadt zuständig ist. Und so sieht der städtische Bedienstete auch dem Inkrafttreten der jetzt in Berlin beschlossenen Novellierung des Prostitutionsschutzgesetzes gelassen entgegen, in der unter anderem die Meldepflicht für Prostituierte festgeschrieben ist.

„Bis jetzt haben sich noch keine Damen bei uns angemeldet“, so der Mann aus dem Rathaus. Im Gegenteil: Wenn, dann meldeten sich Prostituierte eher ab, denn die Zahl der Etablissements in Iserlohn ist in den vergangenen Jahren stark zurückgegangen.

Gab es Zeiten, in denen bis zu 15 bordellähnliche Betriebe in der Waldstadt gemeldet waren, sind es derzeit gerade einmal vier in Iserlohn und Letmathe. „Beim letzten Kontrollbesuch im Dezember haben wir gerade einmal zehn Damen in den Clubs gezählt“, so der Beamte. Und auch die Zahl der Frauen, die in den eigenen vier Wänden ihre Liebesdienste anbieten, ist verschwindend gering: Nur zwei Damen sind als selbstständige Gewerbetreibende bei der Stadt gemeldet. Als Ursache macht der Insider die Tatsache aus, dass immer mehr Frauen aus Rumänien und Bulgarien nach Deutschland kommen und hier zu absoluten Dumping-Preisen arbeiten. „Da zieht es viele Männer eher in benachbarte Großstädte, wo diese Frauen ihre Dienstleistung schon ab 20 Euro anbieten“, so der städtische Mitarbeiter, der seit 1993 beobachten konnte, wie sich das Milieu verändert hat und bei uns kaum noch existiert. „Überstunden wegen nächtlicher Kontrollen in Bordellen fallen heute gar nicht mehr an“, beschreibt der Mann aus dem Rathaus, wie ruhig es in Sachen käuflicher Liebe in Iserlohn geworden ist. Und auch die Zeiten der „großen Namen“ der heimischen Bordell-Chefs seien längst vorbei: „Die Besitzer der Clubs bekommt man heutzutage gar nicht mehr zu Gesicht. Meist findet man eine deutsche Frau hinterm Tresen, die restlichen Damen kommen aus Osteuropa, hautsächlich Bulgarien und Rumänien, sprechen kaum Deutsch und hoffen, bei uns gutes Geld zu verdienen.“