Neue Musik von Bach und Händel

Die Sängerinnen und Sänger der Evangelischen Kantorei – hier bei ihrer Paulus-Aufführung – freuen sich auf die neuen Werke von Bach und Händel.
Die Sängerinnen und Sänger der Evangelischen Kantorei – hier bei ihrer Paulus-Aufführung – freuen sich auf die neuen Werke von Bach und Händel.
Foto: IKZ
Was wir bereits wissen
Die Ev. Kantorei hat in Iserlohn Unbekanntes der großen Meister auf dem Programm.

Iserlohn..  Für die Sängerinnen und Sänger der Evangelischen Kantorei Iserlohn fühlt sich Bach immer ein bisschen wie Nachhausekommen an. „Bach tut uns einfach richtig gut“, beschreibt die Kantorei-Sopranistin Rahel Schöttler, die im Chor-Beirat für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist, dieses besondere, erfüllende Gefühl, dieses geheimnisvolle Durchdringen, das sie und ihre Mitstreiter immer wieder überfällt, wenn sie ein Werk von Bach singen. „Wir schlagen die Noten auf und sind bei uns angekommen“, sagt sie.

Umso mehr gilt das wohl, wenn die Kantorei-Mitglieder – so wie in diesem Jahr – etwas für sie gänzliches Unbekanntes von dem großen Barock-Meister erarbeiten dürfen. Vor etwa 25 Jahren, so Kantor Hanns-Peter Springer – habe das Himmelfahrts-Oratorium unter Gotthard Gerber zwar schon einmal auf dem Programm gestanden, für die meisten in der Kantorei sei das etwa 35 Minuten kurze Werk, das früher auch „nur“ als Kantate eingestuft wurde, Neuland. Natürlich auch, weil es neben den Passionen oder dem Weihnachts-Oratorium vergleichsweise selten bis kaum aufgeführt wird. Was aber größtenteils auch daran liege, dass zum oft schon vorsommerlichen Himmelfahrtsfest einfach keine traditionelle Oratoriumszeit sei. Dafür seien der November, Advent und die Fastenzeit reserviert. Zu Himmelfahrt gebe es kaum große Kirchenkonzerte.

Die Musik, so Springer, sei aber Bach durch und durch, was eben nicht nur die Kantorei-Sänger beglückt, sondern vermutlich auch das Publikum, wenn das Werk am Sonntag, 26. April, um 18 Uhr in der Obersten Stadtkirche aufgeführt wird. Zumal es passend zu dem Hochfest höchst festlich mit starkem Trompeteneinsatz und fünf Gesangssolisten eingerichtet ist. Mit Cornelia Samuelis (Sopran), Dagmar Linde (Sopran II), Susanne Schaeffer (Alt), Mark Heines (Tenor) und Daniel Blumenschein (Bass) erstklassige Kräfte dabei hat, die alle schon in Iserlohn bekannt sind, und bei deren Namen Hanns-Peter Springer sehr ins Schwärmen gerät. Das seien Solisten, die etwas darstellen, den Text wirklich durchdringen, eine klare Vorstellung haben und die auch umsetzen wollen, und die auch ein echtes Wechselspiel mit dem Chor eingehen. Gleiches gelte für die Camerata Instrumentale aus Siegen, die den Orchester-Part übernimmt – ein sehr wendiges und einfühlsames Orchester, das auch ohne historisches Instrumentarium bestens für Barockmusik geeignet sei und mit dem Hanns-Peter Springer schon bei Haydns Schöpfung sehr gute Erfahrungen gesammelt hat.

Während der Chor Bach wie eine Heimat empfindet und spielend durch die geläufige Klangsprache prescht, muss er sich Händel derzeit ganz neu und mitunter mühsam erarbeiten. Mit dem „Utrechter Te Deum“ und dem „Jubilate“ hat Springer zwei Werke von Bachs Zeitgenossen ausgewählt, die in Iserlohn seines Wissens nach tatsächlich noch nie gesungen wurden. Anders als in Iserlohn sind sie aber aus der an festlicher Musik nicht armen Tradition Londons nicht wegzudenken. Händel hat gerade mit dem „Utrechter Te Deum“ direkt nach seiner Ankunft in London Maßstäbe gesetzt – Musik, die bis heute immer wieder bei großen Festen bis hin zu Krönungsmessen erklingt.

Damit bringt die Kantorei am 26. April eine ganz andere Farbe ins Spiel, die zusammen mit Bach für ein höchst abwechslungsreiches Konzertprogramm sorgen wird. Ergänzt werden die Chor-Werke durch das Orgelkonzert F-Dur von Händel, das Ute Springer auf der Truhenorgel im Altarraum zusammen mit Orchester spielen wird.