Nachzahlung statt Rückzahlung! Aber warum?

Martin Wulf und Bernhard Oberle
Martin Wulf und Bernhard Oberle
Foto: IKZ
Was wir bereits wissen
In diesen Tagen flattern die Heizkostenabrechnungen in die Briefkästen der Mieter und Wohnungseigentümer. Häufig erleben sie eine böse Überraschung beim Öffnen. Woran das liegen kann, versucht die Verbraucherzentrale in ihren Beratungsgesprächen zu klären.

Iserlohn..  Da liegt sie im Briefkasten: die Heizkostenabrechnung. Ein Brief, der in diesen Tagen viele Mieter und Wohnungseigentümer in Iserlohn erreichte oder noch erreichen wird. Dieser sollte beim Öffnen ja wohl zu Jubelausbrüchen führen, denn aufgrund des milden Witterungsverlaufs des letzten Jahres ist die teilweise Erstattung der geleisteten Abschläge ja vermutlich unumgänglich. Doch dann kommt sie, die böse Überraschung: Nachzahlung statt Rückzahlung! Aber warum?

Basis-Check in den eigenen vier Wänden ist ratsam

Genau dieser Frage versucht die Verbraucherzentrale Iserlohn auf den Grund zu gehen. „Es ist wie ein Detektivspiel. Es gibt einen bunten Strauß an Gründen, die dazu führen können, dass es zu einer Nachzahlung kommt“, sagt Energieberater Martin Wulf. Viele dieser Gründe seien den Verbrauchern gar nicht so bewusst. Damit sich das ändert, versucht die Verbraucherzentrale Iserlohn in ihren Beratungsgesprächen verstärkt auf die Problematik Heizkosten einzugehen und auf die größten Irrtümer hinzuweisen.

„Erst einmal müssen wir mit den Verbrauchern auf Spurensuche gehen. Dabei ist zu untersuchen, ob derjenige tatsächlich weniger verbraucht hat als im letzten Jahr und die Preise einfach gestiegen sind oder ob die Person einfach viel mehr geheizt hat“, gibt Umweltberater Bernhard Oberle in seinen Ausführungen an. Um dies optimal tun zu können und die Verbraucher direkt in ihren eigenen vier Wänden auf die Schwachstellen aufmerksam zu machen, bietet die Verbraucherzentrale auch einen Basis-Check an. „Wir können viel bessere Verhaltenstipps geben, wenn wir bei den Menschen zuhause sind. Die Mieter oder Eigentümer übersehen häufig eindeutige Dinge, auf die wir sie hinweisen können“ so Wulf.

Oftmals sind es Kleinigkeiten, die die Verbraucher vor horrenden Nachzahlungen bewahren könnten. So sei es viel sparsamer gelegentlich eine Stoßlüftung durchzuführen, als ständig ein Fenster auf Kipp zu haben. Auch eine ordentliche Auseinandersetzung mit den technischen Gegebenheiten der Heizungsanlagen kann zu einer echten Sparmaßnahme werden.

Allerdings gibt es laut dem Energieberater auch Unbelehrbare, die sich trotz ihres Nutzungsverhaltens noch über Nachzahlungen beschweren. „Wenn ich im Winter zuhause unbedingt in kurzer Hose und T-Shirt rumlaufen will, muss ich auch mit den entsprechenden Folgen rechnen. Da muss jeder für sich entscheiden, ob man sich nicht einfach einen Pulli anziehen kann und die Heizung drei bis vier Grad herunterstellt“, kennt Wulf auch diese Fälle. Letztlich ist halt eben doch jeder selbst dafür verantwortlich, ob er beim Öffnen der Heizkostenabrechnung jubelt oder zu weinen anfängt.