Nachwuchs-Bücherwürmer in Aktion

Gespannt haben die Mädchen und Jungen im Caritas-Familienzentrum Dördelweg verfolgt, was Autorin Anja Kiel ihnen aus ihrem Buch „Lara und die freche Elfe“ vortrug.
Gespannt haben die Mädchen und Jungen im Caritas-Familienzentrum Dördelweg verfolgt, was Autorin Anja Kiel ihnen aus ihrem Buch „Lara und die freche Elfe“ vortrug.
Foto: IKZ
Was wir bereits wissen
Im Caritas-Familienzentrum steht die Lektüre einen Tag lang im Mittelpunkt.

Iserlohn..  Schon im Eingangsbereich des Caritas-Familienzen­trums Dördelweg wird an diesem Morgen deutlich, was auf dem Programm steht. Fünf Mädchen und Jungen sitzen mit Niklas Nolte um einen Tisch im Zwergenformat herum, malen und kleben. Bei der Herstellung ihres eigenen Bilderbuches ist höchste Konzentration gefragt.

Und auch in den übrigen Räumen der zertifizierten „Literatur-Kita NRW“ dreht sich am „Welttag des Buches“ alles um Lektüre. Simone Schöfisch, Sprachexpertin der Einrichtung, hat dazu ein abwechslungsreiches Programm-Paket geschnürt. Neben dem Buch-Basteln haben die Kinder beispielsweise auch die Möglichkeit, eigenständig in Büchern zu stöbern – und das nutzt eine kleine Gruppe gerne. In Miniatursesseln und einem ebenso kleinen Sofa haben es sich Alfa, Mara und die anderen bequem gemacht, um ganz versunken in Bilderbüchern zu blättern. Zwischendurch schauen sie immer wieder kurz hoch, zeigen ihren Nachbarn aus ihrer Sicht besonders spannende oder lustige Dinge. Zwischendurch ist lautes Gelächter zu hören.

Gebannt verfolgen dieKinder die Lesung

Mucksmäuschenstill ist es dagegen in einem eigentlich für Sportübungen genutzten Raum. Dort steht ein Ohrensessel wie aus Uromas Zeiten. Platz genommen hat darauf Anja Kiel. Die 42-jährige Mutter zweier Kinder ist Autorin. Sie hat bisher nicht nur den Roman „Die Hüter des Schwarzen Goldes“ für Erwachsene veröffentlicht. Mit „Lara und die freche Elfe“ hat sie im vergangenen Jahr auch ein Kinderbuch auf den Markt gebracht. In kleinen Gruppen werden die Kinder zu Anja Kiel geführt, die Hagenerin gibt Auszüge aus ihrer Geschichte zum Besten.

Doch mit den Lese-Einheiten von Anja Kiel ist das Programm längst noch nicht beendet, denn Hayriye Öztürk stellt ein deutsch-türkisches Buch vor. Die Mutter eines Kita-Kindes kommt regelmäßig in die Einrichtung, um teils in ihrer Muttersprache Lektüre zu präsentieren.

„Buch des Monats“ alsOrientierungshilfe für Eltern

Und genau das ist das Ziel von Leiterin Angelika Hülter und ihrem Team: Nicht nur das Siegel „Literatur-Kita“ neben der Tür hängen zu haben, sondern den Titel auch mit Leben zu füllen. So waren die Vorschulkinder am Mittwoch zu Besuch in der Bücherei, Lesezeichen haben alle Kinder während der vergangenen 14 Tage gebastelt. „Wir merken deutlich, dass immer weniger gelesen wird, inzwischen gehen die Kinder bei uns aber schon viel sensibler mit Büchern um“, sagt Simone Schöfisch, die künftig auch das „Buch des Monats“ vorstellen möchte. Dazu will sie mit Mädchen und Jungen der Kita gemeinsam losziehen, ein Buch kaufen und es möglichst sichtbar im Eingangsbereich platzieren, um den Eltern gleich eine Empfehlung an die Hand zu geben.