Nach WEKA-Brand illegales Lösemittel-Lager gefunden
04.08.2009 | 06:00 Uhr 2009-08-04T06:00:00+0200
Iserlohn. Das illegale WEKA-Lager hat eine sehr viel größere Dimension als zunächst angenommen: Nicht 300, sondern mehr als 1000 Transportbehälter wurden am Montag auf dem Gelände an der Köbbingser Mühle gezählt. In und um die Halle könnten also über eine Million Liter Lösemittel lagern.
Zum Vergleich: Für ihren abgebrannten Standort rund 400 Meter Luftlinie entfernt hatte die Chemiefirma eine von der Bezirksregierung genehmigte Lagerkapazität von 1,453 Millionen Litern in der Destillationsanlage sowie weiteren 150 000 Litern in einem Zwischenlager. Dass das am Freitag nach dem Hinweis einer Sümmeranerin entdeckte Lager im Wendehammer an der Köbbingser Mühle illegal ist, daran besteht für den Kreis als zuständige Überwachungsbehörde seit Montag kein Zweifel mehr: Eine Erlaubnis zur Lagerung der Stoffe nach Bundesimmissionsschutzgesetz sowie aus arbeitsschutzrechtlicher Hinsicht sei weder vom Kreis noch von der Bezirksregierung erteilt worden.
Containern sind unzureichend gekennzeichnet
Die große Diskrepanz zwischen der ersten Schätzung und der gestrigen Zählung der so genannten Kubischen Tank-Container (KTC) ist wohl auch darauf zurückzuführen, dass es dem Vernehmen nach in der Halle selbst, die einst von dem inzwischen insolventen Bauunternehmen Albrecht legal errichtet worden war, eine - vorsichtig ausgedrückt - eher „ungeordnete Lagerhaltung” gibt. Bevor nun schnellstmöglich mit der amtlich beaufsichtigten Räumung begonnen werden soll, muss aber erst einmal klar sein, was sich genau in den nur unzureichend gekennzeichneten Transport-Containern befindet. Bis Dienstag wurde der Inhaber- und Betreiberfamilie Westebbe Zeit gegeben, dem Kreis detailliert nachzuweisen, welche Stoffe in den jeweils 1000 Liter fassenden Behältern sind. „Herr Westebbe geht davon aus, dass es sich um Produkte handelt, für die er auch bereits einen Interessenten habe. Ich gehe davon aus, das sind Abfälle”, machte Markus Geisbauer, Fachdienstleiter Technischer Umweltschutz beim Märkischen Kreis, am Montag vor Ort deutlich.
Entscheidend sei dabei, was mit den Flüssigkeiten künftig gemacht werde: Wenn sie zunächst aufbereitet werden müssten, um sie wieder in einem Produktionsprozess verwenden zu können, handele es sich um Abfälle. Wenn die Lösemittel beispielsweise bei der Reinigung von Platinen zum Einsatz kamen und jetzt noch zum Säubern von Stahlteilen verwendet werden sollen, könnten sie gegebenenfalls auch so verunreinigt weiterverkauft werden. „Das ist aber genau definiert und spezifiziert”, hat Geisbauer Zweifel an der Darstellung des Unternehmens.
Noch keine Proben genommen
Zumal am Freitag noch von WEKA-Seite gegenüber Behördenvertretern geäußert worden sei, dass es sich zumindest beim Inhalt einer nicht genannten Zahl von Behältern um Löschwasser mit Lösemitteln handelt, allerdings nicht vom eigenen Großbrand, sondern von einem anderen Schadensfall. Einen Beleg für ihre „Produkt”-Version könne die Firma indes auch nicht erbringen: Die für den Verkauf der Stoffe in den Behältern notwendigen Sicherheitsdatenblätter seien nicht in der Halle, sondern beim Brand am anderen Standort vernichtet worden, wurde Markus Geisbauer am Montag berichtet.
Die Unterscheidung zwischen Produkt und Abfall ist nicht nur wegen des weiteren Weges der Flüssigkeiten von Bedeutung: Handelt es sich in dem einen Fall - allerdings noch abhängig von der Menge - möglicherweise nur um einen Verstoß gegen die Betriebssicherheitsverordnung, so geht es andernfalls um eine Straftat. Wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft am Montag bestätigte, käme als Delikt der „Unerlaubte Umgang mit gefährlichen Abfällen” (§ 326 Strafgesetzbuch) in Betracht, der mit einer Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit einer Geldstrafe bestraft werden kann. Auch wegen des „Unerlaubtes Betreibens von Anlagen” (§ 327, Freiheitsstrafe von drei Jahren oder Geldstrafe) könnte ermittelt werden.
"Öffne keinen Behälter, dessen Inhalt du nicht kennst."
Gemeinsam mit Experten des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) will Markus Geisbauer am Dienstag die eingeforderte Aufstellung der gelagerten Stoffe durchgehen und vor der Überprüfung des Verkaufs- oder Entsorgungsweges Proben aus den Containern nehmen lassen. Wegen der unzureichenden Kennzeichnung wollte das der Fachdienstleiter am Montag, anders als zunächst geplant, nicht selber erledigen oder durch einen seiner Mitarbeiter machen lassen. „Eine wichtige Sicherheitsregel lautet: Öffne keinen Behälter, dessen Inhalt du nicht kennst.” Denn während er für eine Probe den Kugelhahn der Container hätte betätigen müssen - und dann möglicherweise nicht wieder hätte verschließen können -, würde das Expertenteam vom LANUV über ein spezielles Probenahmesystem verfügen. Damit wäre, aufgesetzt auf die Deckelöffnung des Containers, die sichere Untersuchung ohne Öffnung möglich. „Das System kam auch seinerzeit bereits bei Adolf vom Braucke zum Einsatz”, erinnert Geisbauer an das illegale Reifenlager im Ihmerter Tal, in dem damals ebenfalls rund 50 solcher Container mit Flüssigkeiten entdeckt worden waren. „Eine solche Menge wie in Sümmern ist mir aber in 17 Jahren beim Märkischen Kreis noch nicht untergekommen.”
Wachdienst sichert das Gelände rund um die Uhr
Von den ungeöffneten Containern gehe indes weiterhin keine Gefahr aus. Auch wenn die Lagerung in der Halle nicht so wäre, wie sie sein sollte, so sei doch zumindest keine Flüssigkeit auf dem Boden feststellbar. Den starken Geruch vor allem im Gebäude, am Samstag aber auch im Außenbereich führt er auf den Umstand zurück, dass „die leicht flüchtigen Lösemittel bei Wärmeeinwirkung aus den Kunststoff-Containern diffundieren.” Die ausgetretenen Mengen sind aber, das hatte die Feuerwehr bei Messungen festgestellt, nicht so groß, dass „explosionsfähige Atmosphären” entstehen.
Nachdem seit Freitag die Polizei mit regelmäßigen Streifen das Gelände kontrolliert hatte, wurde die Familie Westebbe am Montag angewiesen, auf eigene Kosten einen Wachdienst zu beauftragen, der seit dem Abend auf Anordnung des Kreises das Lager rund um die Uhr sichert.
18:31
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23:52
WEKA kann mit mehr, als dem schlimmsten rechnen. Wir fordern Kostenbeteiligung an der Anteilnahme überhaupt, dass wir uns damit, mit dieser Chemiekatasophe beschäftigen müssen, wir hätten soviel Zeit finden können, uns mit schöneren Sachen zu beschäftigen zu können... Der Vollmond heute ist der nackte Wahnsinn, aber unsere Gedanken sind bei einer Katastrophe ......
22:11
Michi Requardt ist doch Schuldenberater... WEKA rechnet wohl mit dem Schlimmsten!
20:09
Das habe ich auch bereits hier im Forum gefragt mit der Bitte um konkrete Vorschläge, welche Personen, welche Parteien überhaupt noch gewählt werden können ohne Schaden für Bürger und Steuerzahler. Ein konkretes Ergebnis war bisher nicht ersichtlich, wo man und frau das Kreuzchen machen können. Wir sollten einen Zusatz auf dem Wahlzettel anbringen: z.B. HSP (Horst Schlämmer Partei). Sein Programm gefällt, lässt die Bürger lächeln und ist äusserst wirklichkeitsnah.
13:25
Was der Rechtsanwalt von WEKA im Radio von sich gibt, ist an Dreistigkeit nicht mehr zu überbieten. Dort sieht man die rücksichtslose Einstellung der Firmenleitung, die gut mit ihrem Rechtsanwalt ins Nachmittagsprogramm von Super RTL passt.
Zur Politik: Ahrens als Chef der Verwaltung hat zusammen mit ihr jämmerlich versagt.
Bei Müller habe ich den Eindruck, der ist schon weg.
Bogatzki hat auf dem WEKA-Gelände den Vorteil, dass er Hosen mit Hochwasser trägt.
Bei der FDP herrscht gerade im Westen Ebbe.
Die Grünen sind so wenig als Grüne präsent, hat denen das schon mal einer mit WEKA gesagt?
Fotograf Tölle will Freiheit für Firmen: Um das Explosionsvolumen zu steigern?
Man muss zur Wahl, um das Schlimmste zu verhindern. Aber was oder wer ist das am wenigsten Schlimmste? Bei dieser Wahl scheint es das nicht zu geben.
13:04
Zusatz 2:
Ist der Anwalt Michael Requardt der, den man findet, wenn man googelt?
Dann ist das ja dann schon eine Hausnummer !!
Auszug aus dessen HP :
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Seit April 2004 bin ich Präsident des Bundesverbandes Schuldnerhilfe Deutschland e.V. Meine Arbeit im Fernsehen hat mit Kassensturz auf Pro7 begonnen. Danach habe ich folgende, eigene Formate gemacht:
WDR, Der große Finanzcheck Staffel 1
DMax Money-Coach, 18 Folgen
WDR, Der große Finanzcheck Staffel 2 und 3
RTL 2 Der Requardt 40 Folgen
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Warum vertritt der wohl WEKA / Westebbe???
12:58
Zusatz:
Weitere Meldung von Radio MK :
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WEKA soll wieder aufgebaut werden
Nach dem Brand beim Iserlohner Chemieunternehmen WEKA vor zwei Wochen hoffen die Verantwortlichen, die Firma irgendwann wieder aufbauen zu können. WEKA-Anwalt Michael Requardt sagte im Gespräch mit Radio MK, wie die Belegschaft auf das Unglück reagiert hat:
Das Unternehmen war vor zwei Wochen nach einer Explosion komplett ausgebrannt - ein Mitarbeiter war gestorbeb. Auch die angrenzende Firma Dornbracht ist schwer beschädigt worden.
gemeldet am 6. August 2009 um 12:41 Uhr
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Man höre sich mal den Originalton in diesem Beitrag auf der Seite von Radio-MK unter Lokalnachrichten an!!!
12:04
also man kann sich da ja den O-Ton des Anwalts anhören: die Weka kann nicht für alle Schäden außerhalb des Firmengeländes verantwortlich gemacht werden...
Also klar ist die Brandursache noch nicht geklärt, aber das Feuer ist bei der WEKA ausgebrochen und die anderen Firmen hätten gar keine Schäden.
So ein uneinsichtiges, arrogantes Verhalten finde ich unter aller Sau...keine Entschuldigung bei den Betroffenen, Anwohnern etc., aber mitteilen, dass man die Kosten nicht übernimmt...besser hätte man es nicht machen können. Und dann wird sich gewundert, warum die WEKA immer mehr an Sympathien verliert
11:53
Nööö, aber wundert das einen?? So wie die WEKA sich in den letzten Wochen verhalten hat, ist doch das eigentlich kein Wunder...zumal man ja einfach mal sagen muß, wenn die WEKA nicht gebrannt hätte, hätte es ja dieses Problem gar nicht gegeben...
11:33
Das war ja irgendwie zu erwarten......
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Meldung von Radio MK :
WEKA fordert von Dornbracht und Kreis Kostenbeteiligung
Die Firma WEKA in Iserlohn fordert nach dem Brand vor rund zwei Wochen vom benachbarten Betrieb Dornbracht und dem Kreis, sich an den Kosten für die Entsorgung des Löschwassers zu beteiligen.
Das bekräftigte WEKA-Anwalt Michael Requardt im Gespräch mit Radio MK:
Bei dem Brand vor zwei Wochen musste die Firma Lobbe rund 700.000 Liter Löschschaum und Wasser aus einem Kanal abpumpen, damit es nicht in die Gewässer gelangte.
Durch den Brand wurden die Löschmittel verunreinigt.
gemeldet am 6. August 2009 um 09:25 Uhr
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Dreister geht es wohl nicht!