"Nach(t)Klänge" mit Texten und Musik
12.11.2009 | 17:40 Uhr 2009-11-12T17:40:00+0100Iserlohn. Die Idee kam Pfarrer Johannes Hammer, als er vom Pfarrbüro aus beobachtet hat, dass immer wieder Menschen in die Aloysius-Kirche gehen, um dort einen Moment zu verweilen, eine Kerze anzuzünden oder die Kirche zu besichtigen.
„Es gibt sehr viele Menschen, die mit unseren Gottesdiensten kaum etwas anfangen könne, für die Religiosität aber dennoch ein großes Thema ist und die die Ruhe der Kirche suchen”, so Hammer.
Um hier ein Angbot zu schaffen, das diesen eher kirchenfernen Menschen entgegen kommt, hat er zusammen mit Kantor Tobias Aehlig ein Konzept für eine offene und niederschwellige Gottesdienstform entwickelt, in der die Besucher im Alltag zur Ruhe kommen, Texte und Musik auf sich wirken lassen können und im Anschluss die Möglichkeit haben mit Pfarrer Hammer oder Mitgliedern des Teams des Pastoralverbundes Iserlohn-Mitte ins Gespräch zu kommen. „Der Bedarf für wirkliche Gespräche ist auf jeden Fall da und wächst. Für viele ist die Schwelle zum Pfarrheim aber zu hoch”, weiß Johannes Hammer.
„Nach(t)Klänge” haben sie das Angebot getauft, das zum neuen Kirchenjahr, am Donnerstag, 26. November, um 20 Uhr in der St.-Aloysius-Kirche starten soll. „Wir wollen den Besuchern einen geistlich-spirituellen Impuls geben, aber ohne traditionelle Riten. Jeder soll die Möglichkeit haben, sein Leben und seinen Alltag nachklingen zu lassen, ohne dass wir ihn am Zügel führen. Es ist ein Experiment, das sich entwickeln muss.”
Der erste Termin steht am Donnerstag vor dem ersten Advent in Anlehnung an das bekannte Adventslied „Macht hoch die Tür” unter dem Thema „Offene Türen”. Etwa eine Stunde, so Tobias Aehlig, sollen sich Texte und Musik sowie Bildbetrachtungen zum Thema abwechseln, wobei die Texte nicht unbedingt biblischen oder theologischen Ursprungs sein müssen. Die Texte wird Rüdiger Lülff sprechen. Die musikalischen Beiträge wird Tobias Aehlig zusammen mit der Iserlohner Geigerin Edyta Pietrasch-Szyszko gestalten. Geplant ist, die „Nach(t)Klänge” in lockerer Reihe etwa sechs Mal im Jahr anzubieten. Dazwischen soll es aber an jedem Donnerstag zwischen 17 und 18 Uhr eine „Zeit zum Gespräch” in der Aloysius-Kirche geben. An jedem Donnerstag wird ein Mitglied des Pastoral-Teams in der Kirche für Gespräche da sein.
Dieses neue Angebot ist im Rahmen des Pastoralverbundes auch als Teil der Entwicklung von Schwerpunktkirchen zu sehen. Wie Johannes Hammer erklärt, habe sich die Dreifaltigkeits-Kirche in Wermingsen bereits stark als Jugendkirche mit Familiengottesdiensten etabliert. Die Heilig-Geist-Kirche eigne sich nach der räumlichen Umgestaltung und der Nähe zwischen dem Kirchenraum und dem Pfarrheim dafür, einen spirituellen Schwerpunkt zu entfalten, in dem man etwa Exerzitien im Alltag oder ähnliche Angebote durchführen könne. Die Aloysius-Kirche soll hingegen nicht nur einen künstlerischen und kulturellen Schwerpunkt bekommen, sondern als Kirche im Zentrum der Stadt auch als Stadtkirche mit offenen Angeboten für Besucher jeder Art ausgebaut werden. Die „Nach(t)Klänge sind ein erster Schritt dazu.
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