Müller plant Parteiaustritt

Während  Michael Müller die AfD verlassen will, sehen Alexander Langguth und Frank Neppe keinen Grund, an der Partei und ihren Zielen zu zweifeln.
Während Michael Müller die AfD verlassen will, sehen Alexander Langguth und Frank Neppe keinen Grund, an der Partei und ihren Zielen zu zweifeln.
Foto: IKZ
Was wir bereits wissen
Michael Müller, Fraktionsvorsitzender der AfD, kündigt seinen Austritt aus der „Alternative für Deutschland“ an. Frank Neppe und Alexander Langguth, die beiden anderen Iserlohner Ratsvertreter der Partei, sehen indes keinen Grund, der AfD den Rücken zu kehren - im Gegenteil.

Iserlohn..  Professor Michael Müller, Vorsitzender der dreiköpfigen AfD-Fraktion im Rat der Stadt, zieht Konsequenzen aus dem Parteitag, bei dem sich die Alternative für Deutschland am vergangenen Wochenende eine neue Führung gegeben hat. „Ich werde wohl aus der Partei austreten. Ich warte nur noch auf ein Signal von anderen ,Weckruf’-Mitgliedern“, erklärte Michael Müller auf Anfrage unserer Zeitung.

Ausschlag gebend sei für ihn nicht der von Parteitags-Beobachtern vermutete Rechtsruck der AfD, sondern die Zunahme von Mitgliedern, die sich gegen die EU und die Vereinigten Staaten wenden und zudem Verschwörungstheorien verfolgen. „Mit solchen Leuten kann ich nicht mehr in einer Partei sein.“ Mit dem Austritt aus der AfD dürfte zudem der Verzicht auf sein Ratsmandat einhergehen. Müller: „Ich weiß nicht, ob es sinnvoll wäre, im Rat zu verbleiben, da ich als Einzelner nichts ausrichten kann und auch nicht mehr in Ausschüssen vertreten wäre.“

Wechsel in eine andere Fraktion ausgeschlossen

Den Wechsel in eine andere Ratsfraktion schließt der Noch-AfDler aus: „Wir sind angetreten, um die falsche Politik von CDU und SPD zu korrigieren, ein Übertritt wäre da das falsche Signal.“

Die beiden anderen AfDler Alexander Langguth und Frank Neppe bleiben dem Stadtparlament derweil erhalten. „Für mich persönlich hat der Parteitag keine Auswirkungen, zumal es den von den Medien herbeigeschriebenen Rechtsruck in der Alternative für Deutschland nicht gibt. Der neue Vorstand ist gemischt – von konservativ bis liberal. Und als Partei haben wir das strengste Aufnahmeverfahren überhaupt. Ein ehemaliges NPD-Mitglied oder einen DVUler wird es bei uns nicht geben. Wie jede andere Partei aber müssen auch wir aufpassen, dass die Ränder nicht ausfransen“, betont Alexander Langguth, dass er seine politische Arbeit für die AfD weiterhin mit gutem Gewissen verfolgen werde.

Ausgesprochen positiv wird der Parteitag und sein Ausgang von Frank Neppe beurteilt. „Meiner Meinung nach haben wir nun eine Vorsitzende, die dem Programm folgen wird, das wir uns ursprünglich vorgestellt haben. Das Hin und Her unter Herrn Lucke ist damit beendet.“ Die AfD, da ist sich Neppe sicher, werde sich nun wieder verstärkt Themen widmen, die „das Volk in der Politik sehen will“. Hierzu gehöre beispielsweise die Flüchtlingsfrage. Neppe: „So wie bisher kann es nicht weitergehen, alles ist überfüllt.“ Auch die Bildungspolitik werde wieder stärker in den Mittelpunkt rücken, wobei die AfD mit ihrer Forderung zum Erhalt des gegliederten Systems allein auf weiter Flur stehe.