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Sparkassen-Spende

Mühelos suchen in historischen Tageszeitungen

23.01.2012 | 20:25 Uhr
Mühelos suchen in historischen Tageszeitungen
Bürgermeister Dr. Peter Paul Ahrens (2. v. l.), Stadtarchivar Rico Quaschny (l.) und seine Mitarbeiterin Tanja Marschall-Wach dankten Dr. Christoph Krämer für die großzügige Unterstützung der Sparkasse Iserlohn bei der Anschaffung des neuen Scanners. Foto: Torsten Lehmann

Iserlohn. Dank einer großzügigen Spende der Sparkasse Iserlohn konnte das Stadtarchiv einen neuen, 10 000 Euro teuren Mikrofilmscanner anschaffen. Mit dem hochmodernen Gerät, das am Montagnachmittag offiziell übergeben wurde, kann unter anderem in nahezu allen Ausgaben des Iserlohner Kreisanzeigers seit 1842 jetzt noch besser recherchiert werden.

Und anders als beim Vorgängermodell, das durch einen technischen Defekt im Juni vergangenen Jahres unbrauchbar geworden war, können die Zeitungsseiten nicht nur im DIN-A3-Format ausgedruckt, sondern auch auf CD gespeichert oder per Email verschickt werden.

„Ohne die Spende der Sparkasse Iserlohn in ihrem Jubiläumsjahr wäre der Kauf nicht möglich gewesen, die Ersatzbeschaffung hätte sich mindestens noch ein Jahr hingezogen“, sagte Stadtarchivar Rico Quaschny mit Verweis auf den städtischen Haushalt und dankte für die schnelle und auch dringend benötigte Hilfe. Denn schon bisher war der Scanner an mindestens der Hälfte der Öffnungstage des Archivs belegt. Das neue Gerät, das sich seit Oktober in der Erprobungsphase befand, wird wahrscheinlich in Zukunft noch mehr genutzt, da es, so Quaschnys Mitarbeiterin Tanja Marschall-Wach, „sehr komfortabel und benutzerfreundlich“ sei, wie auch die Erfahrungen der vergangenen Monate gezeigt hätten: „Ob jung oder alt - da kommt jeder Nutzer sehr gut mit klar.“ Der neue Scanner verfügt über einen DIN-A3-Hochformat-Bildschirm, auf dem auch ganze Zeitungsseiten nahezu in Originalgröße lesbar dargestellt werden. Bei dem alten Bildschirm musste man hingegen mühevoll den Mikrofilm mit der Seite stets rauf und runter schieben, um sich anhand des Seitenkopfs und des Datums orientieren zu können. „Jetzt ist es nichts anderes, als wenn man eine Zeitung durchblättert.“

Zudem kann das Gerät jetzt auch einzelne Artikel ausdrucken bzw. digital speichern. Die Zustimmung des Kulturausschusses vorausgesetzt, der in seiner Sitzung am Donnerstag im Archiv über die Gebühren entscheiden wird, kostet ein DIN-A4-Ausdruck auch künftig einen Euro, ein DIN-A3-Ausdruck weiterhin das Doppelte. Wer die Artikel, Seiten oder die gesamte Ausgabe eines Tages auf CD oder DVD mitnehmen möchte, zahlt dafür fünf Euro. Genauso teuer ist es, sich die Daten nach telefonischer Anfrage per Email zuschicken zu lassen. Dann kommen allerdings noch zwölf Euro hinzu für „besonderen Arbeitsaufwand für Recherchen und Hilfen einschließlich Bereitstellung von Material für private und gewerbliche Zwecke“, wie es in der Gebührensatzung heißt, und das für jede angefangene Viertelstunde. „Wenn es bei der Anfrage nur um eine Zeitungsausgabe geht, ist der Aufwand aber auch nicht größer“, erklärte Quaschny. Kostenlos ist es hingegen weiterhin, wenn jemand nach Voranmeldung unter Tel. 217-1921 im Archiv vorbeikommt und selber auf den Rollfilmen und Mikrofiches recherchiert.

Neben nahezu allen IKZ-Ausgaben (aktuell bis 2010) stehen lückenhaft die Letmather Nachrichten von 1907 bis ‘91, das Märkische Volksblatt Iserlohn von 1931 bis ‘35 sowie die Westfalenpost/Iserlohner Zeitung von 1946 bis ‘51 zur Verfügung. Außerdem nutzt das Archiv den Scanner zum Sichten der Einwohnermeldekarten, die im Original nicht mehr vorhanden und deren Verfilmungen von teils sehr schlechter Qualität seien. „Dank des neuen Geräts ist das viel besser lesbar“, berichtete Tanja Marschall-Wach. „Es freut mich sehr, dass unsere Spende den Mitarbeitern und Besuchern so sehr nützt“, sagte der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Dr. Christoph Krämer. Und wie wichtig Archivarbeit sei, habe man zuletzt erst beim eigenen Jubiläum gemerkt.

Torsten Lehmann

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