Mit Rückenwind an neue Aufgaben

Hatten gut lachen: Dieter Henschel (vorne links), Gastredner Ralf Michalowsky sowie Manuel Huff, Eva Schütte und Oliver Ruhnert (hinten von links) beim Jahresempfang der Linken.
Hatten gut lachen: Dieter Henschel (vorne links), Gastredner Ralf Michalowsky sowie Manuel Huff, Eva Schütte und Oliver Ruhnert (hinten von links) beim Jahresempfang der Linken.
Foto: IKZ
Was wir bereits wissen
„Ich freue mich, dass wir jetzt einen so guten Ruf genießen. Das spricht für unsere Mitglieder, ist aber auch eine Verpflichtung.“ Das sagte Oliver Ruhnert, Vorsitzender der Ratsfraktion der Partei Die LInke, beim Neujahrsempfang der Partei im Seniorenzentrum Waldstadt Iserlohn.

Iserlohn..  Eines haben die Neujahrsempfänge, zu denen in den vergangenen Wochen zahlreich eingeladen wurde, gemeinsam: Der Rückblick auf 2014 macht den Ausrichtern Mut, im selben Atemzug werden ehrgeizige Ziele für das laufende Jahr formuliert. Die Linke bildet hier zunächst keine Ausnahme. „Wir durften bei der Kommunalwahl erfahren, dass wir die drittstärkste Kraft in Iserlohn geworden sind“, sagte der Vorsitzende der Stadtratsfraktion, Oliver Ruhnert, am Sonntag zu den Mitgliedern und Anhängern im Seniorenzentrum Waldstadt Iserlohn (SWI).

Oliver Ruhnert will sich aufdem Erfolg nicht ausruhen

Das sei vor allem beim Gedanken an die Anfeindungen, denen man zu Beginn ausgesetzt gewesen sei, eine großartige Sache. Ruhnert weiter: „Ich freue mich, dass wir jetzt einen so guten Ruf genießen. Das spricht für unsere Mitglieder, ist aber auch eine Verpflichtung. Wir müssen weiterhin Anträge stellen, die nicht allen gefallen.“ Er hob hervor, dass es wichtig sei, kompromissbereit zu sein, warnte aber davor, Kompromisse einzugehen, die gegen die eigenen Ziele gerichtet sind. Die Gesellschaft sozial zu halten und sie noch sozialer zu gestalten, nannte Ruhnert als Kernziel. Ebenfalls weit oben auf der Agenda stehe das SWI. „Wir wollen, dass es bei der Stadt bleibt, damit die Politik weiterhin Einfluss nehmen kann.“ Eine Ebene höher, nämlich im Kreistag, fristet die Linke ein Schattendasein. Das thematisierte Fraktionssprecher Manuel Huff. Nur drei Plätze hat sie sich bei der Wahl im September sichern können. Vor allem die Große Koalition ist ihm ein Dorn im Auge: „Der Landrat denkt sich etwas aus, dann heben die großen Parteien die Hand und winken es durch.“

Richtig Fahrt nahm die Veranstaltung auf, als Eva Schütt, die Sprecherin des Stadtverbandes, Landessprecher Ralf Michalowsky ankündigte. Er packte die derzeit ganz heißen Eisen an: Hogesa, Charlie Hebdo und vor allem Pegida – Michalowsky stellte Thesen auf und Analysen vor, die in einer offenen Diskussion zum Thema Religion mündeten. Einen Zusammenhang stellte er zum Beispiel zwischen der selbsternannten Scharia-Polizei, die im Spätsommer durch Wuppertal zog, und den Bewegungen Hogesa und Pegida her. „Sie hat die latent vorhandene Fremdenfeindlichkeit gefördert.“ Dass Pegida im Osten wesentlich mehr Menschen auf die Straße zieht, als im Westen, hat für Michalowsky auch einen Grund: „Das Ruhrgebiet ist ein Schmelztiegel – dort kommen die Menschen mit Fremden besser zurecht.“ Forciert werde die Spaltung zwischen der islamischen und christlichen Welt durch die USA, die eine „Politik der verbrannten Erde“ betreibe indem sie muslimisch geprägte Länder angegriffen habe. „Haben sich Islamisten dafür an der Zeitung gerächt?“

Lebendige Diskussionzum Thema Religion

Diese Frage blieb im SWI offen, ebenso wie die Frage aus den Reihen der Gäste, ob es richtig sei, die Gefühle der Muslime durch Karikaturen nicht zu verletzen, wenn diese jedoch gleichzeitig Christen und Atheisten verfolgten? Antwort hin oder her – der Nachmittag hat gezeigt, dass Die Linke auch im Jahr 2015 eine Partei mit einer lebendigen Diskussions- und Streitkultur ist.