Mit konsumkritischem Film-Beitrag gewonnen

Schulleiter Heinz-Dieter Klusmann ist stolz auf die erfolgreichen Stenner-Gymnasiasten beim Wettbewerb „Euroscola".
Schulleiter Heinz-Dieter Klusmann ist stolz auf die erfolgreichen Stenner-Gymnasiasten beim Wettbewerb „Euroscola".
Foto: IKZ
Was wir bereits wissen
Eine Gruppe von Schülerinnen und Schülern der elften Klasse des Stennergymnasiums ließ sich am Anfang dieses Jahres von dem Konzept des Wettbewerbs Euroscola 2015 schnell motivieren.

Iserlohn/Straßburg..  Mehrmals im Jahr treffen sich 600 Jugendliche aus verschiedenen EU-Mitgliedstaaten in Straßburg, um gemeinsam über europäische Politik und aktuelle Themen zu konferieren. Durch den Wettbewerb „Euroscola“ erhalten Schülerinnen und Schüler im Alter von 16 bis 18 Jahren aller Schultypen Deutschlands die Möglichkeit, zusammen mit internationalen Vertretern Forderungen zu erarbeiten und Entscheidungsfindungen im Plenarsaal des Europäischen Parlamentes zu simulieren, an demselben Ort, an dem sonst europäische Politik gemacht wird.

In den Jahren zuvor fand dieser Wettbewerb unter den Mottos „In Vielfalt geeint“ (2012), „Europäisches Jahr der Bürgerinnen und Bürger“ (2013) und „Europawahl“ (2014) statt.

Schülergruppe fährt verdient nach Straßburg

Eine Gruppe von Schülerinnen und Schülern der elften Klasse des Stennergymnasiums ließ sich am Anfang dieses Jahres von dem Konzept des Wettbewerbs Euroscola 2015 schnell motivieren. Die Gruppenleiterinnen Katja Jordan (Sozialwissenschaften und Englisch) und Kathrin Krenczer (Französisch und Spanisch) überließen die gesamte praktische und organisatorische Arbeit den Schülern, um deren Kreativität freien Lauf zu lassen.

„Wir sind äußerst stolz auf die Leistungen unserer Schüler. Es war die richtige Entscheidung, ihnen so viel Vertrauen und Freiraum zu schenken“, erklärt Kathrin Krenzczer. „Das gesamte Team zeigte sein verantwortungsbewusstes Engagement in der letzten Phase, indem die Teilnehmer die mitgebrachten Teilaufgaben zusammensetzten und beinahe sofort eine perfekte Lösung erzielten. Das Lehrerkollegium sowie unser Schuldirektor sind positiv überrascht worden. Wir fahren definitiv verdient nach Straßburg.“

Die Gruppe suchte sich das Thema „Weltweiter Konsum – Was haben unsere Produkte mit Armut in Entwicklungsländern zu tun?“ aus drei vorgegebenen Themenbereichen aus, da sie besonderen Wert auf verschiedene Umwelt- und Existenzfaktoren wie Arbeiterbedingungen in Südostasien sowie in Deutschland legen wollte.

Debatte über Zusammenleben verschiedener Kulturen

Aus einer großen Vielzahl von Umsetzungsmedien entschieden die Schüler sich für einen Kurzfilm, um den Weg von Textilprodukten aus Bangladesch nach Deutschland kreativ und anschaulich mit fiktiven, jedoch realitätsnahen Interviews zu demonstrieren.

Der Film trägt den Titel „Shop Til You Drop“ und beginnt mit der Diskussion über Arbeitsbedingungen in Textilfabriken in Bangladesch in einer Universitätsvorlesung. Darauf folgen abwechselnd Interviews mit den drei Haupthandlungsfiguren, die ihre Perspektiven zu Entwicklungsländern wiedergeben: eine Textilarbeiterin aus Bangladesch, die ihre harten Lebensumstände erläutert; ein Großunternehmer, der von den billigen Arbeitskräften im Ausland profitiert und ein Gewerkschaftler, der die Rolle des Mittelmannes spielt.

Da die Stenner-Schüler mit diesem Beitrag gewonnen haben, werden sie im nächsten Schuljahr eingeladen, als deutsche Vertreter des diesjährigen Euroscola-Wettbewerbs zum Europäischen Parlament nach Straßburg zu reisen. Dort werden sie gemeinsam im Plenum über das Zusammenleben verschiedener Kulturen in der Europäischen Union debattieren, ihr Basiswissen über europäische Integration und Umwelt in gemischten Arbeitsgruppen austauschen und somit ihre europäische Identität praktisch und greifbar wahrnehmen.