Mit Green Business glückliches Händchen bewiesen
11.08.2009 | 18:29 Uhr 2009-08-11T18:29:00+0200
Iserlohn. Das Campus Symposium 2009 steht unter dem Schwerpunkt „Green Business”. Erste Reaktionen aus der Wirtschaft zeigen, dass die Iserlohner Studenten mit ihrer Themenwahl ins Schwarze getroffen haben.
„Seit einem guten halben Jahr ist 'Green Business' stark in den Medien vertreten, die BiTS hat bereits vor einem Jahr den entsprechenden Studiengang eingerichtet - das Campus Symposium als 'Green Business Conference' zu gestalten, lag also nahe”, erklärt Sprecherin Sarah Thomsmeyer. Jedoch existiere keine klare Definition des Begriffs. Um das Themenfeld enger einzugrenzen, luden die Organisatoren des Campus Symposiums jetzt zwei Experten ein.
Dagmar Dehmer ist als Politikredakteurin beim Berliner Tagesspiegel zuständig für die Umweltberichterstattung mit den Schwerpunkten Klima und Afrika. Für sie bedeutet „Green Business” eine Wirtschaftsweise, die dazu beiträgt, Probleme zu lösen und eine Industrie, die erneuerbare Energien produziert.
„Unter den Referenten des Symposiums ist für mich Tony Blair der Entscheidende: Er hat das Thema wieder zum Thema gemacht, als es schon längst wieder ins Hintertreffen geriet.”, so Dagmar Dehmer. Auf die Frage, ob das studentische Wirtschaftstreffen mit Blick auf die Teilnahme von Bundesumweltminister Sigmar Gabriel für den Wahlkampf missbraucht werden könnte, schüttelt die Hauptstadt-Journalistin entschieden den Kopf: „Er ist zwar relativ ahnungslos in sein Amt gestolpert, hat aber in Rekordzeit verstanden, worum es geht.” Als SPD-Politiker stecke Gabriel in vielerlei Hinsicht in der Klemme: „Fordert er den Atomausstieg, steigt ihm die IG Chemie aufs Dach und schimpft über den Wegfall von Arbeitsplätzen.” Dagmar Dehmer konstatiert: „Bei der CDU herrscht tote Hose, was die Umwelt angeht, bei der FDP ist es nicht viel besser.”
Dr. Ignacio Campino ist bei der Deutschen Telekom Vorstandsbeauftragter für Nachhaltigkeit und Klimaschutz. Er sagt: „Für uns ist das Thema nicht neu, wir haben bereits 1995 damit angefangen und festgestellt, dass wir auf einer Goldgrube sitzen.” Dennoch habe er zunächst in der Vorstandsetage Türen für umweltbewusstes Handeln öffnen müssen. Ein wichtiger Aspekt seiner aktuellen Arbeit ist die Vorbereitung der Telekom auf künftige Herausforderungen: Steigerung der Energieeffizienz, Reduktion der CO2-Emissionen, Erprobung von neuen Technologien sowie der Beitrag von Informations- und Kommunikationsdiensten zur Reduktion der CO2-Emissionen. Campino rechnet für das Campus Symposium mit einer CO2-Emission von etwa 150 bis 200 Tonnen, die aus Catering, Fahrservice oder Beleuchtung resultieren. „Wir gestalten die Veranstaltung klimaneutral”, erzählt er. Will heißen: An anderer Stelle kann man die unvermeidbaren Treibhausgase durch Investitionen in Klimaschutzprojekte ausgleichen. Im Saldo werde die Atmosphäre auf diese Weise nicht zusätzlich belastet. In diesem Fall investiert die Telekom in ein Schutzprojekt zugunsten des brasilianischen Regenwaldes.
„Wir können den Klimaschutz nur angehen, wenn sich eine neue, breite Allianz bildet”, so Dr. Campino, der auch eine „klare” Politik fordert. Veranstaltungen wie das Campus Symposium würden dazu beitragen, neue Wege zu beschreiten und die Unternehmen aufzuklären. „Kleinere oder mittelständische Firmen sind nicht zu unterschätzen, sie können viel schneller etwas bewegen und erreichen.” Deshalb ist es für ihn „ganz besonders wertvoll, dass es Studenten gibt, die das Thema aufnehmen”. Auch Dagmar Dehmer sagt: „Ich rechne damit, dass es für die Teilnehmer einen Anstoß geben wird.” Sie gehört zu den etwa 25 Journalisten bundesweit, die sich mit Klimaschutz beschäftigen. „Eine so hochkarätige Veranstaltung, die die Studenten ganz allein wuppen, habe ich noch nicht erlebt”, lobt sie. Im Gegensatz zu ihr wird Dr. Ignacio Campino - der Chilene lernte übrigens vor etwa 30 Jahren am Iserlohner Goethe-Institut Deutsch - beim Symposium dabei sein und bei einer Podiumsdiskussion teilnehmen.
10:25
Und wo sind jetzt die positiven Aspekte???
00:28
@1, 2 und 3
Wie herrlich, wenn man immer nur die negativen Aspekte sucht und dann glücklich ist sie auch gefunden zu haben!
Ich kann da nur mit dem Kopf schütteln, vielleicht sollte man mal die grauen Zellen anstrengen und anfangen die positiven Aspekte so einer Veranstaltung zu betrachten!
Aber halt, ich weiß, dass wäre dann doch etwas zu viel verlangt, von daher sie alle drei haben natürlich umunwunden recht mit ihrer blasierten Einschätzung!
23:26
Da Treffen ja zwei verwandte Welten aufeinander: Die BITS und Tony Blair
22:51
Da muss ich der insiderin uneingeschränkt Recht geben. Vielleicht kann Mr. Blair ja gar nicht kommen, da er noch eine öffentliche Aussage zum Irak-Krieg machen muss... Wer mal bei einer gut recherchierenden Zeitung lesen möchte schaut in die Süddeutsche...
www.sueddeutsche.de/politik/912/482375/text/
21:36
Tony Blair und „Green Business“ ist ja wohl der größte Schwachsinn. Wer nicht halbwegs blind durch die Weltgeschichte seit 2003 gelaufen ist, der verbindet den Namen Tony Blair mit der mörderischen Jagd nach dem irakischen Erdöl zusammen mit seinem Kriegsfreund George W.
Somit steht Blair höchstens für „Black Business“ oder besser „Bloody Business“.