Mit dem richtigen Olivenöl klingt’s am besten

Das Maria-Tucci-Trio hat am Freitag für eine volle Reformierte Kirche gesorgt.
Das Maria-Tucci-Trio hat am Freitag für eine volle Reformierte Kirche gesorgt.
Foto: Ralf Tiemann
Was wir bereits wissen
Das „Maria Tucci Trio“ sorgt zum Abschluss der Weltmusik-Reihe für eine volle Reformierte Kirche.

Iserlohn..  Wirklich erstklassiges Olivenöl ist der Geheimtipp. Egal ob Antipasti oder Pasta – mit schlechtem Olivenöl wird einem nichts besonderes gelingen, mit richtig gutem Olivenöl hingegen reichen wenige und ganz einfache Zutaten, um einen Gaumenschmaus erster Güte zu zaubern. Ein bisschen Brokkoli, Pasta und Knoblauch reichen schon – Hauptsache das Olivenöl ist vom Feinsten.

Einfache Zutaten werdenzu einem absoluten Gedicht

Was die Sängerin Maria Tucci am Freitagabend in der Reformierten Kirche über das Essen aus ihrer süditalienischen, genauer apulischen Heimat sagte, trifft irgendwie auch auf die Musik zu, die sie zusammen mit ihrem Trio macht. Die Zutaten könnten einfacher kaum sein: eine Gitarre, ein Kontrabass, ein Schellenkranz und ihre typisch italienische hart-verrauchte Stimme. Auch das Rezept, nämlich ganz simple süditalienische Lieder aus Neapel, Apulien und Sizilien, die vom Leben und von der Liebe erzählen, sind keineswegs der raffinierte Gipfel der abendländischen Kunstmusik.

Zu einem echten Gedicht wurde das Ganze aber doch, weil ähnlich wie beim Olivenöl, genau das erstklassig war, was alles verbunden hat – die Spielfreude, das Einfühlungsvermögen, die Leidenschaft und einfach der Spaß an der Musik war bei den drei Musikern vom allerfeinsten. Felix Krampen begleitet die Lieder an der Gitarre einfach wunderbar, mit Spielwitz, Rhythmus, der richtigen Dosis an Verspieltheit und vor allem in perfekter Harmonie mit Uli Bär am Kontrabass, mit dem er ja schon seit Jahrzehnten ein Duo bildet. Und Maria Tucci lässt mit ihrem farbigen und an Schattierungen reichen Gesang echte italienische Lebensfreude aufblitzen. Neben den Kochrezepten für ein komplettes Menü und den mitreißenden Liedern brachte sie damit auch die Sonne Apuliens mit nach Iserlohn.

Zum ersten Mal im Übrigen. 18 Jahre lang hat sie in Deutschland gelebt, in Essen, Dortmund und viele Jahre auch in Unna, wo sie Uli Bär kennengelernt hat. Nach Iserlohn sei sie in all der Zeit aber noch nie gekommen. Auch in einer Kirche habe sie vorher noch nie gesungen, und war begeistert, wie intim und gemütlich es in der Reformierten Kirche war.

Was natürlich auch daran lag, dass die Kirche quasi ausverkauft war, und die Organisatoren vom Kulturverein Westfalen noch schnell zusätzliche Weingläser holen mussten, damit alle in der Pause von dem süditalienischen Rotwein kosten konnten, den Maria Tucci für den Auftritt mitgebracht hatte. Seit zwei Jahren lebt sie nun wieder in Italien und ist eigens für diesen und einen weiteren Auftritt von Uli Bär und Felix Krampen zurück nach Westfalen gelockt worden.

Zu Beginn des Konzertes stand aber ein ganz anderer im Mittelpunkt, denn sowohl Felix Krampen als auch Uli Bär haben einst ihre Instrumente bei dem Iserlohner Gitarristen Ulrich Stracke erlernt, der just am Freitag nach 40 Jahren im Dienste der Musikschule Iserlohn seinen letzten Arbeitstag hatte, nun im Publikum saß und von seinen ehemaligen Schülern mit einem Ständchen begrüßt wurde.

Zukunft der Weltmusik-Reiheist noch offen

Ob es mit der „Weltmusik in Iserlohn“ weiter geht, steht noch nicht fest. Nach den Sommerferien will sich Uli Bär mit seinen Mitstreitern zusammensetzen und entscheiden. Für Iserlohn, das zeigte auch der große Andrang am Freitag zum Abschluss der zweiten Konzertreihe, sind die Weltmusik-Konzerte in der Reformierten Kirche ein absoluter Gewinn und es ist zu hoffen, dass die Organisatoren eine dritte Reihe in Angriff nehmen.