MGI-Schüler zum "Blind Date" im Wichernhaus
24.03.2009 | 17:41 Uhr 2009-03-24T17:41:00+0100
Iserlohn. Die Frage, ob dieses Projekt ein Erfolg wird, kann wohl schon jetzt mit Ja beantworten. Schüler des Märkischen Gymnasiums waren jtzt im Seniorenheim Wichernhaus zu Gast, um Patenschaften zu knüpfen. Und schon beim ersten Treffen hatten sie die Senioren fest in ihre Herzen geschlossen.
In ihrem Religionskurs der damaligen Jahrgangsstufe 7 hatte Angelika Köster unter anderem das Thema Diakonie auf den Lehrplan gesetzt. Damit auf die graue Theorie auch praktische Erlebnisse folgten, hatten die Schülerinnen und Schüler damals einen bunten Nachmittag im Wichernhaus ausgerichtet und dabei ersten Kontakt zu den Bewohnern bekommen. „Den Schülern hat das so viel Freude gemacht, dass die Idee für eine feste Patenschaft entstand”, erklärte Angelika Köster beim Startschuss des neuen und einzigartigen Projektes in der vergangenen Woche.
Wie bei einem „Blind Date” kamen zehn Schülerinnen und Schüler, die schon im vergangenen Jahr das Fest mitorganisiert hatten, einzeln in Begleitung mit Mitarbeitern des Seniorenheims mit den Bewohnern zusammen, um sich näher kennen zu lernen. Das war für die Mädchen und Jungen schon eine aufregende, sache. Angedacht ist, dass persönliche Beziehungen entstehen und die Jugendlichen etwa einmal monatlich ins Wichernhaus kommen, um ihre Senioren zu besuchen. Und die Idee zieht weitere Kreise: Wie Angelika Köster erklärte, sei auch die Stufe 9 schon angesteckt worden, aus deren Religionskurs viele Schüler ihr Mitwirken spontan zugesagt hätten.
Ein derartiges soziales Engagement passe hervorragend in das Schulprogramm, freute sich auch Schulleiter Gerhard Müller-Frerich bei der Präsentation in der vergangenen Woche. Er sieht das Projekt in erster Linie als ideales Training im Bereich der sozialen Kompetenzen für die jungen Leute. „Der Umgang mit alten Menschen ist heute ja nicht mehr selbstverständlich. Mit einer solchen Patenschaft werden die Teilnehmer mehr lernen als in vielen Unterrichtsstunden,” formulierte er seine Erwartungen und zollte den Jugendlichen gleichzeitig seinen Respekt: „Eine solche Idee wirklich umzusetzen und am Ende auch durchzuziehen, ist nicht leicht.”
Auch auf Seiten des Wichernhauses sind die Erwartungen hoch. „Indem wir die jungen Leute bei ihren ersten Kontakten begleiten und immer mit Rat und Tat zur Seite stehen, investieren wir ja zunächst in das Projekt”, räumte Heimleiterin Petra Winkler ein, dass die Patenschaften einen Mehraufwand für das Personal bedeuten. Nach der ersten Anlaufphase erhofft sie sich aber wertvolle Impulse von den Schülern, vor allem auch wenn es um die Gestaltung von Feierlichkeiten oder besonderen Anlässe geht. „Ich bin mir sicher, dass diese Partnerschaft ein Gewinn für beide Seiten wird.”
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