Mensa-Sturm durch rund 400 Gymnasiasten
20.10.2011 | 17:25 Uhr 2011-10-20T17:25:00+0200
Iserlohn.„So viel Schüler habe ich noch nie in der Schulmensa gehabt“, sagte Gerald Brunnert von der „Bio-Werkstatt Schul-Catering“, der sich über die große Resonanz freute. „Die überrennen uns.“
Damit sei auch das Konzept aufgegangen, Schüler und Lehrer für das Schulessen zu begeistern und Lust auf neue, leckere und gesunde Gerichte zu bekommen. „Wir wollten deutlich machen, dass Ernährung ein wichtiges Gut für Gesundheit und Seele ist. Bio ist bei Jugendlichen normalerweise negativ besetzt.“
Das Märkische Gymnasium beteiligte sich am Donnerstag als einzige Iserlohner Schule am ersten Tag der Schulverpflegung unter dem Motto „Wie lecker is’ das denn!“ und bot ein leckeres Frühstücksbüffet an nach dem Motto „All you can eat!“
Die ehrenamtlichen Mensahelfer mussten noch reichlich zusätzliche Stühle heranholen, so groß war der Andrang.
Es bildeten sich lange Schlangen vor dem Frühstücksbüfett, wo es neben Bio- Brötchen, Würstchen und Rührei, Apfelsaft von den Iserlohner Streuobstwiesen gab. Außerdem im Angebot waren Müsli, Marmeladen, Aufschnitt, Käse, sowie neben Kaffee und Kakao auch Tee aus dem Samowar. Und als Nachtisch Tiramisu mit Früchten der Saison. Etliche Schülerinnen und Schüler wichen auf den Bistrobereich aus, wo sie unter anderem Fladenbrote und Pizza orderten.
Da sich 300 Teilnehmer angemeldet haben, hatte er unter für das Frühstücksbüffet anderem 4000 Pizzabrötchen, 200 Vollwertbrötchen und 10 Brote aufgetischt und 300 Eier zur Rührei verarbeitet, sagte Koch Gerald Brunnert. Am Ende verköstigte sein Bio-Werkstatt-Catering-Team aber etwa 400 Schüler und Lehrer in der für 350 Gäste konzipierten Mensa. „Was wir erreichen wollten, haben wir mit diesem ersten Tag der Schulverpflegung erreicht. Da ist eine Menge positives Feedback zurück gekommmen. Die Mensa und ihr Konzept muss erst noch bekannter werden“, erläutert der Schul-Caterer, dass bisher die Nachfrage nach den drei Mittagstischen noch zu wünschen übrig lässt, die Eintopfangebote und das Bistro werden demgegenüber gut angenommen.
Und wie bewerteten die Gymnasiasten den ersten Tag der Schulverpflegung? „Ich finde es sehr unorganisiert“, kritisiert der 18-jährige Konstantin, dass die Oberstufe nur eine Dreiviertelstunde Zeit zum Frühstücken hat: „ Dafür sind hier viel zu viele Leute.“ Sein gleichaltriger Mitschüler Devin pflichtet ihm bei: „Das hätte man auf verschiedene Stunden aufteilen müssen.“ Christopher (18) ergänzt: „Es ist auf jeden Fall verbesserungswürdig.“
Das sieht auch der 16-jährige Benedikt so: Der Platz reicht nicht annähernd aus. Aber das Essen ist gut.“ Die 16-jährige Anna kritisierte „das Ganze als ein bisschen chaotisch. Bei den fest gesetzten Mittagszeiten müsste es organisierter laufen.“ Das Essen in der Schulmensa findet sie „ganz okay“.
„Man hätte es auf mehrere Stunden verteilen sollen, die Stufe 10 und 11 in der dritten Stunde und die 12 und 13 in der vierten Stunde. Es sollte aber auf jeden Fall wiederholt werden“, wünscht sich die 16-jährige Julia Eckhardt aus der Stufe 11ebenso wie ihre Mitschüler Vanessa Hagemann (17) und Jana Dreston (16). Sie lobt das vegetarische Essen in der Mensa.
Das Gerangel nervt Sebastian (16) und Frederik (17): „Man sollte noch mehr Raum freigeben“, schlagen sie vor, dass die Trennwand zum Bistro wegfällt. Auch wünscht sich Sebastian, dass das Büfett schneller aufgefüllt wird. Ferderik hat sich vorher in der Mensa nur Brötchen geholt: „Die Pizzabrötchen sind gut“, lautet sein Urteil.
Wolfgang Kolbe und Sabrina Frank vom Schulverwaltungsamt zeigten sich begeistert von der Veranstaltung, die auf das gute Essen-Angebot aufmerksam gemacht hat. Das sagte Schulverwaltungschef Kolbe auch vor dem Hintergrund, „dass die Stadt Millioneninvestitionen in die Räume gesteckt hat, dass sie zu einem Zentrum der Begegnung werden“. Diesem Beispiel sollen andere Schul-Mensen folgen.
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