Mehrheit für Beitragsfreiheit in Kindergärten

SAtehender Applaus der Ratsmitglieder und der Zuhörer begleiteten die Verleihung des Ehrenrings an Kämmerer Friedhelm Kowalski.
SAtehender Applaus der Ratsmitglieder und der Zuhörer begleiteten die Verleihung des Ehrenrings an Kämmerer Friedhelm Kowalski.
Foto: IKZ
Was wir bereits wissen
Eine Grundsatzentscheidung für den Seilersee als Standort für die zweite Gesamtschule, ein Mehrheitsbeschluss für die Beitragsfreiheit in Kindertagestätten und im offenen Ganztag an Grundschulen: Vor der Sommerpause stellte der Rat noch wichtige Weichen. Und der Kämmerer erhielt den Ehrenring.

Iserlohn..  Einstimmig bei vier Enthaltungen sprach sich der Rat am Dienstag dafür aus, die zweite Gesamtschule im Gebäude des privaten Aufbaugymnasiums am Seilersee unterzubringen, wenn an dem Standort das pädagogische Konzept der „Teamschule“ umgesetzt werden kann und die finanziellen Rahmenbedingungen stimmig sind. Die Verwaltung soll nun eine Vorlage erstellen, um in der Septembersitzung des Rates die endgültige Entscheidung fällen zu können. Erfüllt der Standort dann die Kriterien nicht, ist der Bömberg wieder erste Wahl als Heimat für die neue Schule.

Neben der Grundsatzentscheidung pro Seilersee setzte der Rat in der letzten Sitzung vor der Sommerpause gegen die Stimmen von CDU und FDP zudem ein familienpolitisches Ausrufezeichen. Bis 2020 wird in den Kindertagesstätten und in der offenen Ganztagsgrundschule die Elternbeitragsfreiheit hergestellt. Erreicht werden soll dies durch die jährliche Anhebung der Beitragsgrenze um 12000 Euro. Ab dem Kindergartenjahr 2016/2017 erhöht sich die Einkommensgrenze, ab der Eltern zur Kasse gebeten werden, in einem ersten Schritt auf 36000 Euro. Der Beschluss steht unter dem Vorbehalt, dass die städtische Haushaltslage die Umsetzung auch tatsächlich zulässt. Vor der Abstimmung hatte Jugendhilfeausschuss-Vorsitzende Gabriele Stange (SPD) betont, dass die Abschaffung der Elternbeiträge die Voraussetzungen für vom Haushaltseinkommen unabhängige Chancengleichheit bei der frühkindlichen Bildung schaffe. FDP und CDU verwiesen darauf, dass sie der grundsätzlich wünschenswerten Beitragsfreiheit aus finanziellen Gründen nicht zustimmen können. Und auch bei Oliver Ruhnert (Linke) regte sich Widerspruch, da auch Bezieher hoher Einkommen mittelfristig von der Neuregelung profitieren werden: „Warum sollen wir Menschen finanziell entlasten, die diese Entlastung gar nicht benötigen.“

Ob Friedhelm Kowalski Entlastung von seiner Aufgabe als Kämmerer der Stadt braucht, steht derweil auf einem anderen Blatt. Tatsache aber ist, dass Kowalski, der Iserlohn einen ausgeglichenen Haushalt beschert hat, nach 48 Jahren in Diensten der Kommune zum 31. Juli in den Ruhestand geht. In der Ratssitzung am Dienstagabend würdigte Bürgermeister Dr. Peter Paul Ahrens die Arbeit des Kämmerers für die Stadt mit der Verleihung des Ehrenrings und persönlichen Worten. „Mit Friedhelm Kowalski verliere ich nicht nur einen fähigen Finanzdezernenten, sondern auch einen Freund und Wegbegleiter“, sagte Ahrens und erinnerte an einige der Leistungen seines Mitarbeiters jenseits des Finanzressorts. So sei Anfang der 90er Jahre in der Verantwortung des damaligen Sozialamtsleiters Kowalski die Herausforderung des massenhaften Zuzugs von Spätaussiedlern gemeistert worden, Kowalski baute den ehrenamtlichen Dienst Continue auf, schuf die Aktion „Meine Stadt. darum geb’ ich was“, war an verantwortlicher Stelle bei der Deutschen Gesellschaft für Gerontotechnik, bei Radio MK, im Seniorenzentrum Waldstadt Iserlohn und bei den Stadtbetrieben Iserlohn-Hemer tätig. Ahrens: „Die enge Zusammenarbeit mit Dir war eine Freude, die Stadt hat Dir viel zu verdanken.. Ich danke Dir für Deine Loyalität, Offenheit und Verlässlichkeit.“