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Stenner-Gymnasium

Mehr als nur Spaß an schnellen Rennautos

02.02.2014 | 15:37 Uhr
Mehr als nur Spaß an schnellen Rennautos
Das weiße Ballett vom Stenner: Nick Neubert, Julia Pereira, Peter Zimmermann, Katja Schidor und Benedikt Roder (v. l.) vom Boreas-Team.Foto: Ralf Tiemann

Iserlohn.   Die Iserlohner Teams vom Stenner fuhren beim „Formel 1 an der Schule“-Qualifying der Konkurrenz davon

Boreas – so heißt in der griechischen Mythologie der Gott der nördlichen Winde. So heißt aber auch eines der Teams des Stenner-Gymnasiums, das am Samstag erstmals an den Qualifyings für die Südwestfalen-Meisterschaft im Rahmen von „Formel 1 in der Schule“ teilgenommen hat – und das mit großem Erfolg: Unter den sieben Senior-Teams, die im Foyer des Stenner-Gymnasiums an den Start gegangen sind, hatten die Iserlohner Jugendlichen am Ende die Nase vorn.

Die fünf Mitglieder des Teams – Nick Neubert (17/Konstrukteur), Julia Pereira (17/Grafik-Designerin), Benedikt Roder (17/Marketingmanager), Katja Schidor (17/Produktionsmanagerin) und Peter Zimmermann (18/Team-Manager) haben sich bei der Namenswahl natürlich etwas gedacht. Denn der Gott des Nordwindes hat natürlich eine Menge mit Aerodynamik zu tun und damit natürlich auch mit der Konstruktion eine Rennautos. Außerdem steht der griechische Gott für Kraft, Geschwindigkeit, Männlichkeit und Dynamik – alles Eigenschaften, die das Team auch für sich beziehungsweise seine Marke reklamiert.

Einsatz sämtlicherMarketing-Instrumente

Schon hier wird deutlich, dass es bei dem Projekt „Formel 1 an der Schule“, das die SIHK seit 2008 in Südwestfalen anbietet und an dem nun erstmals drei Iserlohner Teams vom Stenner-Gymnasium teilnehmen, um mehr geht als um den Spaß an einem schnellen Auto-Modell. Die Geschwindigkeit der selbst konstruierten und gefertigten Mini-Boliden wurden am Samstag natürlich auch auf einer 25 Meter langen Strecke gemessen. Es geht aber um weit mehr Disziplinen – neben der Qualität der Konstruktion vor allem auch um den möglichst professionellen Einsatz sämtlicher Marketing-Instrumente mit „Boxenstand“, gedrucktem Team-Portfolio und einer mündlichen Präsentation vor der Jury, bei der eine runde Team-Philosophie und ein möglichst stimmiges Team-Design transportiert werden sollen.

Das Team Boreas ließ da in keiner Disziplin irgendwelche Wünsche offen. Im Sommer 2013 haben die Fünf mit den Planungen angefangen und damals mit Kirchhoff Automotive auch sofort den ersten namhaften Sponsoren an der Seite gehabt. 19 Unterstützer sind es inzwischen geworden, rechnen die Schüler stolz vor, und einige haben sich nicht nur auf finanzielle Unterstützung beschränkt. Das Fotostudio Tölle hatte beispielsweise tatkräftig mitgeholfen, ein professionelles Hochglanz-Portfolio zu erstellen. Und die Firma Dornbracht hatte ihre große CNC-Fräse zur Verfügung gestellt, um den etwa 20 Zentimeter langen Wagen aus einem Block Balsaholz zu fräsen.

Prototypen ausdem 3-D-Drucker

Zuvor hatten die Schüler nach der Konstruktion des Fomel-1-Modells am Computer verschiedene Prototypen mit dem 3-D-Drucker herstellen lassen und im Windkanal der TU-Dortmund getestet. Das etwa 50 Gramm leichte Endergebnis besteht aus einer Vielzahl von Einzelteilen, was den Vorteil hat, dass man jedes Element vom verstellbaren Heckspoiler bis zur aerodynamisch durchdachten Nase auch einzeln noch optimieren kann. Dazu kommt das Marketing-Konzept, wofür die Jugendlichen einen „Boxenstand“ konstruiert und bei einer Firma in Auftrag gegeben hat. So wirkt der komplette Auftritt bei den Rennen von der Bildschirm-Präsentation bis zum Mini-Muffin für die Besucher wie aus einem Guss – alles schneeweiß wie das Rennauto und die Shirts der Team-Mitglieder.

1000 Arbeitsstundenins Projekt gesteckt

Rund 1000 Arbeitsstunden hat das Team Boreas in sein Projekt gesteckt – das konnte man sehen und das hat auch die Jury überzeugt, was am Samstag zu einem Extra-Preis in Höhe von 150 Euro der SIHK führte. Auch die beiden anderen Teams vom Stenner – die „Lightning Tigers“ und „The Cheethas“ – haben die Hürde des Südwestfalen-Qualifyings, bei dem zehn Teams – sieben Senior-Class (ab 15 Jahren) und drei Junior-Class (bis 15 Jahren) – genommen und somit den Sprung zur NRW-Meisterschaft am 5. April in Hagen geschafft. Vor allem die „Lightning Tigers“ beeindruckten als beste Mannschaft im Junior-Vergleich und wurden dafür ebenfalls mit einem Geldpreis in Höhe von 150 Euro belohnt.

Beim Boreas-Team konnte man nach der Siegerehrung nur glückliche Gesichter sehen. Die Freude über den Erfolg und die Erleichterung, dass sich die viele Arbeit gelohnt hatte, war den fünf Jugendlichen anzusehen. Wobei sich der Blick auch schon wieder konzentriert nach vorne richtete. Etwa zwei Monate bleiben, um die Tipps der Jury umzusetzen und den Auftritt zu optimieren. Denn das – so die einhellige Meinung im Team – ist bitter nötig, um auf Landesebene zu bestehen. Nur die ersten Zwei kommen da weiter zur Deutschen Meisterschaft, und die Konkurrenz wird immer härter. Also muss noch das Kugellager verbessert werden, weil der Wagen zwar mit etwa 100 km/h am Samstag zu den schnellsten gehörte, grundsätzlich aber noch besser rollen könnte. Auch der Lack ist verbesserungswürdig. Und am Auftritt könne man auch noch feilen.

Warum auch nicht? „Formel 1 an der Schule“ geht Hand in Hand mit der echten Formel 1, und die ist nun mal international. Am Ende gibt es auch für die kleinen Modelle eine Weltmeisterschaft.

Ralf Tiemann

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2014-02-02 15:37
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