Massive Ausfälle durch Grippewelle

Mareen Stange aus der Markt-Apotheke spürt eine vermehrte Nachfrage nach Medikamenten gegen Grippe und Erkältungen.
Mareen Stange aus der Markt-Apotheke spürt eine vermehrte Nachfrage nach Medikamenten gegen Grippe und Erkältungen.
Foto: Michael May IKZ
Was wir bereits wissen
Eine richtige Virus-Grippe legt den Betroffenen salopp gesagt innerhalb von 24 Stunden flach.

Iserlohn..  Die Grippewelle rollt durch Iserlohn, „und es ist noch lange nicht vorbei“, warnt Dr. Martin Junker, Leiter der Bezirksstelle der Kassenärztlichen Vereinigung mit Sitz in Lüdenscheid, die auch für Iserlohn zuständig ist. Allerdings litten rund 50 Prozent der Patienten, die derzeit die Arztpraxen aufsuchten, „lediglich“ an grippalen Symptomen, also bakteriellen Infekten, die sich schleichend über mehrere Tage einstellten. Junker: „Eine richtige Virus-Grippe legt den Betroffenen salopp gesagt innerhalb von 24 Stunden flach.“

Patienten sollten rechtzeitig zum Arzt gehen

60 bis 80 Prozent der verschriebenen Antibiotika ließen sich allerdings einsparen, sagt Junker, wenn die Patienten rechtzeitig zum Arzt gingen. Der Hausarzt richtet auch gleichzeitig ein Appell an die Bürger: „Gerade wer viel mit Menschen oder Kindern zu tun hat, sollte sich stets im Herbst impfen lassen – trotz der immer resistenter werdenden Viren.“ Zwar biete dies keine Garantie, um eine eigene Erkrankung rumzukommen – „es stärkt aber das Immunsystem, geimpfte Menschen sind also zumindest keine Multiplikatoren, weniger ansteckend“. „8000 Menschen sterben jährlich in Deutschland an der Grippe, warnt Junker davor, das Thema zu unterschätzen.

Und wie sieht momentan die Situation in den heimischen Apotheken aus? „Eine Nachfrage nach entsprechenden Medikamenten ist vermehrt aufgetreten, aber noch nicht so heftig wie schon in manchen Jahren zuvor“, erklärt Ute Herrmann von der Marktapotheke am Nordengraben. Es kommen aber, so Herrmann, doch zahlreiche Patienten, die vom Arzt Antibiotika verschrieben bekommen haben. Das derzeitige Virus greife nämlich besonders auch die Bronchien an, daher werden zusätzlich Medikamente nachgefragt, die den Hustenreiz stillen und den Schleim lösen. Der gesamte Stirn-Nasen-Nebenhöhlen-Bereich wird bei den Betroffenen durch die aktuelle Grippewelle in Mitleidenschaft gezogen. Daher werden gerade für diesen Bereich vermehrt Medikamente nachgefragt.

Dies zeigt auch eine kleine Umfrage unter unseren Facebook-Fans. Einige schwören auf Vitamin C und Immunstärkungspräparate zur Vorbeugung. Andere raten zum regelmäßigen Händewaschen und zum Tragen eines Mundschutzes. Und die Nächsten halten sich wohl für immun: „Ich werde nicht krank“, heißt es von ihrer Seite. Oder: „Ich bin selbstständig, da wird man nicht krank.“

Ganz anders die Lage bei den Katholischen Kliniken im Märkischen Kreis (KKIMK), wo beispielsweise im St.-Elisabeth-Hospital der Krankenstand bei den Mitarbeitern im Vergleich zu sonst erhöht ist. „Die Lage ist angespannt, weil unser Haus nicht erst seit der Grippewelle voll belegt ist“, sagt Sprecherin Donata Pertzborn-Wagner.

Für das Altenheim St. Pankratius kann sie sagen, dass es innerhalb des Teams bereits im Januar zu verstärkten Ausfällen gekommen war, die aber innerhalb der gesamten KKIMK-Familie aufgefangen werden konnten. Was die Patienten beziehungsweise Bewohner angeht, so gibt es verstärkt Nachfragen rund um die Kurzzeitpflege im St. Pankratius. Viele Angehörige wollen Grippe-Betroffene, die noch nicht wieder komplett auf den Beinen sind, dort unterbringen.

Beim Armaturenhersteller Dornbracht ist ebenfalls ein massiver Anstieg des Krankenstandes erkennbar: Bei den Angestellten sind zehn Prozent erkrankt und bei den gewerblichen Mitarbeitern elf Prozent. Auch zwei von acht Leuten der Personalabteilung liegen flach.

Häufiger als sonst Händewaschen

Neben der Grippeimpfung können weitere vorbeugende Maßnahmen die Gefahr einer Ansteckung reduzieren, so Andreas Düllmann, Leiter des DAK-Servicezentrum in Iserlohn: „Um Viren so schnell wie möglich wieder loszuwerden, sollte man sich häufiger als sonst die Hände waschen“, rät Düllmann. Daneben gilt: möglichst wenig mit den Händen ins Gesicht fassen, damit Grippeviren nicht in die Schleimhäute gelangen. Doch es kann noch mehr getan werden, um der Grippewelle zu entgehen – oder andere nicht anzustecken, wenn man sich schon infiziert hat. Antworten auf diese und weitere Fragen geben die DAK-Experten am heutigen Donnerstag von 8 bis 20 Uhr unter 0800 1111 841 (kostenfrei).