„Mahnmal" als Befehlsform verstehen
11.08.2009 | 19:46 Uhr 2009-08-11T19:46:00+0200
Iserlohn. Am 11. August 1989 wurde das Mahnmal am Poth zum Gedenken der Opfer von Faschismus und Nationalsozialismus eingeweiht.
Seitdem fanden dort regelmäßig Veranstaltungen wie etwa zum 9. November (Reichspogromnacht) oder die Eröffnung des Friedensfestes statt.
Dies freute bei einer Feierstunde am Dienstagabend den Künstler Professor Siegfried Neuenhausen aus Hannover, der sein Werk nun nach 20 Jahren wiedersah: „Es spielt anscheinend im gesellschaftlichen Leben ihrer Stadt eine Rolle.” Etwa 70 Gäste waren zu der Feierstunde am frühen Abend erschienen, darunter Superintendent Albert Henz, die heimische Bundestagsabgeordnete Dagmar Freitag, Stadtarchivar Götz Bettge, die Vize-Bürgermeister Horst Fiesel und Michael Scheffler und Bürgermeisterkandidat Hartmut Bogatzki.
SPD-Fraktionsvorsitzender Peter Leye begrüßte die Anwesenden und erinnerte an zwei mittlerweile verstorbene Initiatoren des von der Stadt finanzierten Mahnmals, die frühere Kulturausschussvorsitzende Karin Szameitat und Ratsmitglied Ulrich Dragon.
Der 1. Beigeordnete Dr. Peter Paul Ahrens erklärte, dass es unvorstellbar sei, dass es noch Menschen gibt, die den Holocaust verleugnen oder verharmlosen. „Um unsere Gegenwart zu gestalten, ist es für uns und unsere Kinder wichtig, sich mit den unmenschlichen Verbrechen des Nationalsozialismus auseinanderzusetzen.” Werner Morgenbrod von Pax Christi erinnerte an die Worte Fritz Grünbaums, dass das Wort Denkmal ein lebenslanger Imperativ sei, der aus zwei Wörtern besteht: „Dasselbe gilt auch für Mahnmal.” Angesichts der NPD-Aktivitäten im Land sagte er: „Mahnmal muss eine Befehlsform bleiben.” Deshalb sei es wichtig, an die 20. Wiederkehr der Enthüllung eines Mahnmals zu erinnern.
Die SPD und Pax Christi, das Friedensplenum und die Jusos legten einzelne Blumen und Kränze am Mahnmal am Poth nieder.
17:21
Das regelmäßige Aufzeigen der Schrecklichkeit der Nazi-Diktatur ist notwendig und gut.
Nie wieder darf es den Braunen gelingen, in der Politik wirklich Fuß zu fassen. Und in den Bereichen, wo sie sich reindrängen sollte man sie bekämpfen.
Eigenartig fand ich bei der Veranstaltung allerdings, warum die CDU keinen Kranz niedergelegt hat!?
Die schären sich ja ohnehin wenig im Kampf gegen die rechten Verfassungsfeinde.
14:30
Ich hoer dauernd Reichspogromnacht. Was soll diese desinfizierte Bezeichnung? Reichspogromnacht! Das heisst Kristallnacht. Mit all den negativen Fassetten des Wortes. Warum versucht die Politik sich hinter solchen Wort Spielchen zu verstecken? Diese Nacht gehoert zu der Geschichte Deutschlands. Ob uns das gefaellt oder nicht. Und gerade an einer Gedenkstelle hat diese verbale Hygiene ja wohl absolut nicht zu suchen. Wenn das Wort Kristallnacht abgeschafft oder ersetzt werden sollte dann doch bitte durch die Bezeichnung der Betroffenen. Wie waere es mit Mordwoche? Viel ehrlicher und viel weniger angenehm als das lieblings Wort der Politiker und Medien, aber es vermittelt wenigstens ein soffortiges Verstaendniss der Geschehen was mir bei Reichspogromnacht einfach fehlt.
13:48
Richtig, die Vergangenheit sollte nicht in Vergessenheit geraten! Aber warum sind diese Gedenken eigentlich immer nur einseitig?
Wo stehen z.B. die Denkmäler für die Hunderttausende Deutschen, die unter den Bomben der allierten Terrorbomber ihr Leben lassen mußten? Da wird uns dann merkwürdigerweise immer erzählt, daß man die Vergangenheit ruhen lassen und an die Zukunft denken sollte (siehe Dresden).
In welchen Ländern werden eigentlich sonst noch Denkmäler zur Erinnerung an die eigene Schuld aufgestellt? Mir ist leider kein anderes Land bekannt!
09:45
Das glaube ich nicht wirklich, da man den folgenden Generationen immer wieder aufzeigen sollte, was in dem Zeitraum alles passiert ist. Jeder sollte wisasen, dass man gegen die Braune Zunft, auch in der heutigen Zeit, noch rigoros vorgehen muss und die Vergangenheit nicht in Vergessenheit geraten darf !!!
09:21
Die sollten alle mal lieber kleine Brötchen backen und statt dessen in die Entsorgung der mit Munition aus dem zweiten Weltkrieg belasteten Grünflächen investieren.
01:26
Die Iserlohner SPD hat mal wieder eine Möglichkeit gefunden, sich im Kommunalwahlkampf zu profilieren und gleichzeitig gegen die nationale Opposition (NPD) herzuziehen.