Lösungen für morgendliches Verkehrschaos

Prof. Dr. Eckehard Müller erläuterte den Anwohnern im Café Hilbrand die Lösungsvorschläge.
Prof. Dr. Eckehard Müller erläuterte den Anwohnern im Café Hilbrand die Lösungsvorschläge.
Foto: IKZ
Was wir bereits wissen
Da die Stadt immer noch kein Konzept für die Langerfeldstraße hat, haben sich Anwohner Gedanken gemacht.

Iserlohn..  Es dauert immer nur eine gute Stunde am Morgen, aber das schon seit mehr als 25 Jahren: das Verkehrschaos auf der Langerfeldstraße am Nußberg. „Und es wird immer schlimmer“, weiß Prof. Dr. Eckehard Müller als einer der Anwohner nur zu gut aus eigener Beo­bachtung.

Denn es gebe immer mehr „Hubschrauber-Eltern“, die ständig um ihre „überbehüteten Kinder“ kreisen und sie am liebsten bis in den Klassenraum fahren würden. Dazu kommen dann noch die Autos der Lehrer von Gesamt- und Grundschule und die motorisierten Oberstufenschüler, und nichts geht mehr auf der Langerfeldstraße.

Nur noch Anwohner sollen morgens durchfahren dürfen

Einige Anwohner fahren schon extra früher oder, wenn sie es selbst bestimmen können, später zur Arbeit, um dem „allmorgendlichen Wahnsinn“ zu entgehen, wie sie am Montagabend auf einer Infoveranstaltung im Café Hilbrand berichteten. Zu der hatte der zuständige SPD-Ratsherr Michael Hufnagel eingeladen, um endlich mal wieder Bewegung in die Sache – und endlich Ruhe in die Straße – zu bringen. Denn bereits im März 2014 hatte er sich die Sorgen der Anwohner angehört. Auch Jenny Golombek, die Leiterin der Straßenverkehrsabteilung, war damals als Gast vorgesehen, durfte aber nicht kommen, da es städtischen Verwaltungsmitarbeitern ab einem bestimmten Zeitpunkt vor der seinerzeit anstehenden Kommunalwahl untersagt war, an solchen Veranstaltungen teilzunehmen. Im September 2014 fasste dann der Verkehrsausschuss auf Antrag von Hufnagel den einstimmigen Beschluss, dass die Verwaltung noch mal möglichst alle Beteiligten zu einer Bürgerversammlung einladen soll, um „Lösungen zu finden, damit das Verkehrsaufkommen in der Langerfeldstraße deutlich herabgesenkt werde“.

Da das bis jetzt immer noch nicht geschehen ist, haben es Prof. Eckehard Müller und Michael Hufnagel selber in die Hand genommen und am Montag ein Konzept vorgestellt. Kernpunkt ist dabei das Aufstellen eines „Anwohner frei“-Schildes, das es anders als bei den bekannten Anlieger-Schildern nur den betroffenen Nußbergern montags bis freitags von 7 bis 9 Uhr erlauben würde, die Langerfeldstraße in dem Bereich zu befahren. „Alternativ reicht die Beschränkung auch von 7.15 bis 8.15 Uhr“, machte Prof. Müller deutlich, dass das die „Rushhour“ ist. Natürlich müsse die Einhaltung auch entsprechend kontrolliert werden, ob durch Polizei und/oder Stadt sei noch zu klären, ebenso wie die Frage, was beispielsweise mit möglichen Angehörigen von Anwohnern sei, die in der Zeit zu Besuch kämen.

Ohne weitere Erörterung und vor allem auch mit geringen Kosten ließen sich indes, so Müller, zwei „Soforthilfe“-Maßnahmen verwirklichen: das Aufstellen eines Schildes „Absolutes Halteverbot“ im Wendehammer, in dem sich bisher immer der gesamte Verkehr staue, und die Umgestaltung des Parkplatzes an der Ortlohnstraße. Wenn dort auf der einen Seite statt Längs- das Quer-Parken auf dem sowieso überflüssigen dritten Gehweg erlaubt werde, habe man gleich 20 Parkplätze für Lehrer und Schüler mehr, was ebenfalls zur Entlastung der Langerfeldstraße beitrage.

Verwaltungsmitarbeiterinnen notierten die Vorschläge

Nicht auf ungeteilte Zustimmung stieß der Vorschlag, aufgesatteltes Parken auf einer Seite der Langerfeldstraße zu erlauben, um Begegnungsverkehr zu ermöglichen, was nämlich, so die Kritiker, automatisch zu höheren Geschwindigkeiten führe. Keinen Widerspruch gab es für die vorgeschlagene Entfernung der Sperrfläche an der Einmündung zur Walter-Jost-Straße, deren Sinn auch Ordnungsamtsleiterin Angela Schunke und ihre Mitarbeiterin Michaela Evert-Kittner nicht erklären konnten, die alle Vorschläge notierten. Aufgreifen will diese auch der Vorsitzende des Verkehrsausschusses, Rolf Kaiser, der zugleich aber ein grundlegendes Konzept forderte, das auch die umliegenden Straßen berücksichtige.