Lernen im Iserlohner Stadtwald

Jonas Köhn und Patricia Jehlen (rechts) erlernen im Rahmen ihrer Ausbildung im Iserloher Stadtwald den richtigen Umgang mit Nadelholz. Mit im Bild: Lothar Kühnen, Martin Krämer, Bernd Schubert und Julia Borghoff (v. l.).n
Jonas Köhn und Patricia Jehlen (rechts) erlernen im Rahmen ihrer Ausbildung im Iserloher Stadtwald den richtigen Umgang mit Nadelholz. Mit im Bild: Lothar Kühnen, Martin Krämer, Bernd Schubert und Julia Borghoff (v. l.).n
Foto: IKZ
Was wir bereits wissen
Nachdem Iserlohner Forstwirte im Herbst vergangenen Jahres die Bochumer Kollegen beim Beseitigen der Schäden nach Sturm „Ela“ unterstützten, kam nun der „Gegenbesuch“.

Iserlohn..  Es ist früher Morgen im Iserloher Stadtwald unterhalb des Forsthauses Löhen. Die Stille wird vom Geknatter zweier Motorsägen durchschnitten, und in der Ferne leuchten orangefarbene Figuren durch die Bäume. „Da unten sind sie“, sagt Stadtförsterin Julia Borghoff und zeigt in Richtung der vier Männer und einer Frau, die gerade dabei sind, Bäume zu fällen und für den Abtransport vorzubereiten.

Keine Nadelhölzer im Bochumer Forst

Zwei von ihnen, Patricia Jehle und Jonas Köhn, sind in dieser Woche als „Austausch-Auszubildende“ zu Gast in der Waldstadt. Die beiden angehenden Forstwirte werden eigentlich beim Technischen Betrieb der Stadt Bochum ausgebildet, nutzen aber im Iserlohner Stadtwald die Möglichkeit, sich auf dem speziellen Gebiet der Nadelholz-Fällung qualifizieren zu lassen – denn Nadelbäume sucht man in den zusammen 1000 Hektar großen und klein parzellierten Bochumer Stadtwäldern vergeblich.

Gut gelaunt kommt uns die 27-jährige Patricia Jehle entgegen. In der Hand ihre Motorsäge, mit der sie gerade unter Anleitung ihres Bochumer Ausbilders Bernd Schuster und des Iserlohner Forstwirts Martin Krämer eine Fichte gekonnt zu Fall gebracht hat. „Man merkt schon, dass wir hier im Sauerland sind“, sagt sie. Es sei einfach ein paar Grad kälter als in der Universitätsstadt, aus der sie, wie auch ihr Ausbildungskollege, jeden morgen anrückt. Ihr Berufswunsch resultiere aus der Liebe zur Natur, sagt sie. Da wäre zwar Gärtnerin in Betracht gekommen, doch das habe mit der ursprünglichen Natur nicht viel gemein. Und so entschloss sie sich, die dreijährige Ausbildung zur Forstwirtin aufzunehmen. Außerdem habe sie sich in einem „Männerberuf“ beweisen wollen, was ihr auch mit Ehrgeiz, Willen und Spaß an der Sache locker gelingt. „Da darf man kein Mädchen sein“, stellt sie klar und lacht dabei übers ganze Gesicht.

Über den Jagdscheinzum Berufswunsch gefunden

Der Weg in seinen Ausbildungsberuf fand Jonas Köhn über Umwege. „Die Landwirtschaft ist seit langem mein Hobby, und da ging es auch auf die Jagd, wofür ich den nötigen Jagdschein erworben habe“, so der 23-Jährige. Und so kam sein Interesse für den Wald und die Forstwirtschaft.

Die Idee dieses „Auszubildenden-Austausches“, bei dem die Bochumer lernen, dass Nadelbäume mit ihren vielen Ästen ganz andere Anforderungen an die Bearbeitung stellen als Laubholz, entstand bereits im Herbst vergangenen Jahres. Damals unterstützten Iserlohner Forstwirte die Bochumer Kollegen beim Aufräumen nach dem Sturm „Ela“, der im Juni 2014 im Ruhrgebiet ordentlichen Baumschaden hinterlassen hatte. Bei der erfolgreichen Zusammenarbeit kamen Julia Borgmann und Lothar Kühnen, Sachgebietsleiter Forst des Technischen Betriebs Bochum, auf die Idee eines „Gegenbesuchs“, der nun die jungen Leute für eine Woche in die Waldstadt gebracht und neue Einblicke in ihr Berufsfeld gebracht hat. Wiederholung nicht ausgeschlossen.