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Künstler-Ehepaar in einem spannenden Dialog

05.05.2011 | 17:06 Uhr
Künstler-Ehepaar in einem spannenden Dialog

Iserlohn.Was passiert eigentlich, wenn in ein und derselben Ausstellung zwei scheinbar völlig gegensätzliche Kunstauffassungen aufeinander treffen? Im besten Fall ein spannender Dialog, und den gewährt die neue Ausstellung in der Villa We ssel, denn dort wird in einer gemeinsamen Schau das international anerkannte Künstler-Ehepaar Karl-Otto Götz und Rissa gemeinsam präsentiert.

Da ist zum einen der 1914 in Aachen geborene Karl-Otto Götz, der dort auch, gegen den Willen seines Vaters, 1932 die Kunstgewerbeschule besucht und erste abstrakte Arbeiten anfertigt. Das beschert ihm während der Herrschaft der Nationalsozialisten ein Mal- und Ausstellungsverbot, vielmehr muss er seiner Militärdienstpflicht nachkommen und wird von 1939 bis 1945 als Soldat u.a. in Norwegen eingesetzt. Trotzdem absolviert er 1941 ein Studiensemester an der Dresdner Kunstakademie und besucht Willi Baumeister.

Als einziger deutscher Maler war Götz von 1949 bis 1951 Mitglied der in Paris gegründeten und kunsthistorisch bedeutenden Künstlergruppe „Cobra“. Seine vielfältigen Kontakte in die internationale Kunstszene der Avantgarde prägten ihn und sein künstlerisches Werk und mit anderen Künstlern wie Bernhard Schultze gründete er die Künstlergruppe „Quadriga“. Sie gilt als Keimzelle der informellen Kunst, als dessen herausragendster Vertreter Götz in Deutschland gilt. Seine expressiven Bilder, bei denen er die Farbe mit großem Pinsel auf die Leinwand bringt, um sie dann durch einen Gummirakel wieder wegzuwischen, werden zu einer Ikone einer ganzen Zeit. Zahlreiche Preise und Auszeichnungen hat Götz im Laufe der Jahre erhalten, darunter das Bundesverdienstkreuz erster Klasse. Seine Werke werden bis heute auf Ausstellungen in der ganzen Welt präsentiert.

Großen Einfluss auf die Kunstszene im Nachkriegsdeutschland gewann er auch als Professor der Düsseldorfer Kunstakademie, in der von 1959 bis zu seiner Emeritierung 1979 tätig war. Zu seiner Schülerin gehörte auch die Künstlerin Rissa, die 1938 als Karin Martin in Rabenstein bei Chemnitz geboren wurde. 1953 verließ sie mit ihrer Familie die DDR und studierte dann von 1959 bis 1965 in Düsseldorf. 1964 legte sie sich den Künstlernamen Rissa zu, ein Jahr später heiratete sie Karl-Otto Götz und war dann selber seit 1975 Dozentin in Düsseldorf, ab 1975 sogar Professorin, 2003 emeritiert sie. Ihre eher dem gegenständlichen zugewandte Malerei, mit deutlich strukturierten Flächen und klarer Farbigkeit- aber auch mit Götzschen Elementen - hat sie international berühmt gemacht. Ihre Werke bewegen sich in einem einzigartigen Spannungsfeld zwischen Gegenständlichkeit und Abstraktion. Damit hat sie eine ganz eigene künstlerische Position in der Kunst des 20. Jahrhunderts entwickelt.

Eröffnet wird die Ausstellung am heutigen Abend um 19 Uhr, die Einführung erfolgt durch Rainer Danne, Leiter der Städtischen Galerie. Das Künstler-Ehepaar Karl-Otto Götz und Rissa wird ebenfalls zur Vernissage anwesend sein. Die Ausstellung wird dann bis zum 17. Juli in der Villa Wessel zu sehen sein.

Ulrich Steden

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