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Provinzial kündigte...

Krumme Touren mit Versicherungsverträgen

20.11.2009 | 16:54 Uhr

Iserlohn. Über Nacht hatten die Kunden einer der größten Provinzial-Geschäftsstellen der Region einen neuen Ansprechpartner, als Lars Wygoda die Leitung der Vesicherungs-Agentur an der Friedrichstraße übernahm.

Der plötzliche Personalwechsel an der Spitze des Büros hat für die Versicherung einen brisanten Hintergrund: Der vormalige Leiter steht - wie erst jetzt bekannt wurde - im Verdacht des Versicherungsbetruges und der Untreue.

Es ist wohl der „größte anzunehmenden Unfall” für eine Versicherung und ihre Kunden, der sich im Büro an der Friedrichstraße ereignete und der von der Revision des Unternehmens entdeckt wurde. Sämtliche, allesamt von dem Agentur-Leiter vermittelten Versicherungen eines Großkundes, so die ersten Feststellungen der internen Prüfer im Frühjahr 2009, basierten auf falschen Erhebungsgrundlagen. Nicht korrekt datierte Gebäudeversicherungen, die Auslassung sicherheitsrelevanter Anlagen wie etwa Öltanks in den Verträgen und falsche Angaben bei einer Krankenversicherung summierten sich zu einem Paket extremer Verunsicherung für den Kunden. „Das ist kein Kavaliersdelikt”, erklärt ein von unserer Zeitung befragter Fachanwalt. Nicht korrekte Vertragsdaten, so seine Einschätzung, könnten, wenn es hart auf hart komme, dazu führen, dass die Versicherung im Schadensfall leistungsfrei bleibe. „Letztlich hat der Versicherungsnehmer seine Unterschrift unter den Vertrag gesetzt und damit die Angaben bestätigt”, so der Jurist, der eindringlich dazu rät, Dokumente dieser Art samt Kleingedrucktem vor der Unterzeichnung aufmerksam zu studieren, egal, welches Vertrauensverhältnis zwischen dem Kunden und seinem Versicherungsvertreter bestehe.

Eine sogenannte Handel-Handwerk-Versicherung mit dem Großkunden kam -ohne Wissen des Betroffenen - derweil erst gar nicht zustande. Ein Schadensfall im Betrieb, der durch diese Versicherung abgedeckt gewesen wäre, wurde durch den Agentur-Leiter im Juni 2008 über drei fingierte Gebäudeschäden abgerechnet - der Anfang vom Ende. „Als wir durch unsere Revision Kenntnis von diesem Vorgang erhielten, haben wir umgehend die Reißleine gezogen und die sofortige Kündigung ausgesprochen”, berichtet Provinzial-Bezirksdirektor Stefan Kißmer im Gespräch mit unserer Zeitung, dass die Reaktion des öffentlich-rechtlichen Versicherers im März erfolgte.

Bei wie vielen Kunden des Versicherers falsche Daten in den Policen enthalten sein könnten, kann Kißmer nicht beantworten, da eine „intensive Prüfung” noch laufe, „ich gehe aber davon aus, dass es nicht viele Manipulationsfälle gibt”. Versicherungsbetrug sei gegenwärtig in nur dem einen Fall des falsch abgerechneten Großkunden-Schadens konkret nachweisbar.

Dies bestätigt auch Heinz Josef Balle, Revisionschef der Provinzial in Münster. Die Aufklärung weiterer Vorfälle, bei denen fingierte Schäden abgerechnet worden seien, stelle sich indes als ungemein schwierig dar, da die betroffenen Kunden nicht unbedingt interessiert seien an einer Erhellung der Sachverhalte. Balle: „Diese Entscheidungen des Agentur-Leiters gingen zu Lasten der Provinzial, nicht der Versicherten.” Ob die Versicherung Strafanzeige gegen ihren ehemaligen Mitarbeiter erstatte, sei bis zum Ende der Prüfung noch offen, so Balle, „unser Haus verfolgt aber nicht die Politik, Dinge unter den Teppich zu kehren”. Meldungen wurde daher bereits bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) und bei der zentralen Auskunftstelle für den Versicherungsaußendienst abgegeben.

Wert legt Bezirksdirektor Kißmer derweil auf die Feststellung, dass die übrigen Mitarbeiter in der Geschäftsstelle Friedrichstraße keine Kenntnisse von den Vorgängen hatten. „Das ist alles über den Tisch des Leiters gegangen.” Abhilfe verspricht Kißmer überdies möglicherweise falsch Versicherten. „Wir lassen die Kunden nicht im Regen stehen.” Alle bisher entdeckten Punkte, die „nicht sauber” gewesen seien, habe die Provinzial inzwischen korrigiert.

Thomas Pütter

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Kommentare
26.11.2009
20:51
Krumme Touren mit Versicherungsverträgen
von Ehemaliger sPD Wähler | #10

#7 Der Nachfolger !!!

Leere Phrasen die Sie von sich geben sonst nichts !!!!!! Meine Familie Freunde, Bekannte und Ich werden um DIE Agentur in Zukunft einen großen Bogen machen.........

26.11.2009
20:48
Krumme Touren mit Versicherungsverträgen
von Ehemaliger sPD Wähler | #9

Die ganze Agentur sollte aufgelöst werden, mir kann keiner erzählen das das ganze nur eine Person zu verantworten hat....

23.11.2009
12:57
Krumme Touren mit Versicherungsverträgen
von DerBetroffene | #8

Sehr geehrter „Der Nachfolger“ – demnach: sehr geehrter Herr Wygoda!

Da darf ich an dieser Stelle recht herzlich gratulieren!
Krumme Touren mit Versicherungsverträgen, massive kriminelle Energie in ausgeprägter Art und Weise und die Herren Mitbewerber haben nichts anderes zu tun, als sich gegenseitig verbal „in den Arm“ zu nehmen und Trost auszusprechen!

Kommen wir also mal zu den Fakten!
Ich als Betroffener kann das sehr gut beurteilen und auch bewerten, da ich seit über neun Monaten! An der „Versicherungsfront“ kämpfe!

Der Betrugsfall ist in einer Größe dokumentiert, dass sämtliche Vorfälle an dieser Stelle nicht näher erläutert werden können. Die Staatsanwaltschaft wird dies (hoffentlich) richten!

Nun zu Ihnen Herr Wygoda!
Sie haben vor nunmehr acht Wochen die Geschäftsstelle an der Friedrichstraße übernommen.
Ihr Vorgesetzter versprach – nachdem im Februar – die eigene Revision der Provinzial die Machenschaften aufgedeckt hat, dass unser, recht großes Versicherungspaket erstrangig von Ihnen bearbeitet wird.
Bis zum Tag des Zeitungsartikels haben Sie mit mir keinen Kontakt aufgenommen.
Meine beiden Anrufe in Ihrem Haus führten zur Aussage, dass Ihre Arbeit – seit Amtsantritt – ausschließlich in der Aufarbeitung der berühmten „Versicherungsverträge“ des Herrn Hettwer liegen würden.
Gleiches bestätigten Sie mir am Erscheinungstag des Artikels, indem Sie mich erstmalig telefonisch kontaktierten. In diesem Telefonat teilten Sie mir zudem mit, dass Sie eine Vielzahl zu „korrigierender“ Versicherungsverträge abarbeiten würden.

Nunmehr von einem „kleinen Teil“ an Kunden zu sprechen, entspricht einer massiven Untertreibung.

Bleiben Sie bitte bei den Fakten und erkennen Sie, dass Ihr Vorgesetzter vielleicht nicht das komplette Kartenspiel auf den Tisch gelegt hat!

Ihr Angriff gegen „theiserlohner“ ist nachvollziehbar!
Dieser bestätigt eigentlich nur das, was in der Zeitung seitens Ihrer Revision bestätigt wurde – seit dem Frühjahr 2009 ist das Chaos an der Friedrichstraße eingezogen! So etwas kann nicht akzeptiert werden, wenn die eigene Hintermannschaft vorgeführt wird!

Verantwortlich für eine ordnungsgemäße, rechtlich saubere Lösung ist Ihr Vorgesetzter – dieser hat anscheinend einen schlechten Job gemacht.
In der Schule heißt das: 6 – Setzen!

Zur allgemeinen Information!
Im Verlauf der vergangenen Woche wurde mir seitens eines Mitglieds des Vorstandes zugesichert, dass sämtliche Verträge dem vollen Versicherungsschutz unterliegen. Die gewünschte schriftliche Bestätigung liegt (natürlich) bis zum heutigen Tag nicht vor!

Demnach kann auch ich nur bestätigen, dass der Job von den Herren der Provinzial mehr als mangelhaft ausgeführt worden ist!

Wie heißt es doch so schön: Provinzial – immer da – immer nah!
Hier scheint ein neuer Werbeslogan dringend angebracht!

22.11.2009
19:17
Krumme Touren mit Versicherungsverträgen
von Der Nachfolger | #7

Danke lieber ebenfalls ein Mitbewerber für die netten Zeilen. Es ist in der Tat für mich nicht toll, meinen Namen in dem Zusammenhang in der Zeitung zu lesen, während der Name Frank Hettwer nicht erwähnt wird und stattdessen schön in Stadtspiegel promotet wird. Ich kann nach etwas über 7 Wochen aber schon feststellen, daß nur ein kleiner Teil der Kunden betroffen war, nämlich die, die von Frank Hettwer persönlich betreut wurden. Zum Glück wurde der überwiegende Teil vom restlichen Team betreut, was auch heute noch eine hervorragende Arneit leistet und mir bei der Aufarbeitung sehr hilft.
Zum polemischen Kommentar von theiserlohner: Die Herren der Provinzial, wie Sie die Geschäftsleitung nennen, hat innerhalb kürzester Zeit reagiert und sich von Frank Hettwer getrennt. Mehr kann man in dem Moment nicht tun. Da ich selbst in einem festen Angestelltenverhältnis stand und meine Arbeit dort sauber beenden wollte, konnte ich die Nachfolge erst zum 01.10. antreten. Von daher kann ich den Kommentar und das läuft seit Frühjahr 2009 nicht verstehen. Aber so ist das, wenn man meint, mit einem Halbwissen Kommentare zu schreiben.

22.11.2009
15:43
Krumme Touren mit Versicherungsverträgen
von theiserlohner | #6

Hoffentlich haut die Staatsanwaltschaft mal richtig dazwischen! Wieviel Verträge sind den geschoben worden? Wieviel sorglose Versicherungsnehmer werden da hinter das Licht geführt? Und das läuft seit dem Frühjahr 2009!? Was haben die Herren der Provinzial den da für einen Job geleistet!
Also lieber Staatsanwalt - auf zur Friedrichstraße, da scheint es viel Arbeit zu geben!

22.11.2009
10:06
Krumme Touren mit Versicherungsverträgen
von ebenfalls ein Mitbewerber | #5

Lieber das Gewissen, Hört man da Neid? Hier geht es wohl eher um die Schlupflöcher, die sich zeigen. Informieren Sie sich bitte über das Registierungsverfahren zur Erlangung einer Erlaubnis zum Geschäftsbetrieb und Sie werden dann auch den Sachverhalt verstehen.Und das eine Tageszeitung den Betroffenen öffentlich bekannt macht, eine andere Zeitung allerdings groß über die Neueröffnung berichtet, ist auch nicht optimal. Ich wünsche dem Nachfolger viel Glück bei der sicherlich nicht leichten Nachfolge.

21.11.2009
19:45
Krumme Touren mit Versicherungsverträgen
von Das Gewissen | #4

Herr Pfeiffer hat wohl Angst vor Wettbewerbern.
Umso weniger Wettbewerb, umso mehr Geschäft für Herr Pfeiffer von der Signal Versicherung.
Oder hat er Angst, dass er zukünftig kein Porsche mehr fahren kann?

21.11.2009
09:20
Krumme Touren mit Versicherungsverträgen
von Klaus77 | #3

Ist ja klar das sich die Signal auch dazu äußert ! Und die Staatsanw. stellt doch eh das Verfahren ein... Kein öffentliches Interesse.

21.11.2009
03:12
Krumme Touren mit Versicherungsverträgen
von BVB Dauerkarte | #2

Wenn hier ein bzw. mehrere Betrugsfälle vorliegen, dürfte dieses auch die Staatsanwaltschaft interessieren.
Betrug ist immer noch strafbar.

20.11.2009
21:37
Krumme Touren mit Versicherungsverträgen
von Frank Pfeiffer | #1

Bei Meldung der Betrugsfalle an die BaFin und AVAD erlischt eigentlich die in Deutschland notwendige Zulassung zum Geschäftsbetrieb. Nun wird einige Meter weiter ein Maklerbüro eines Maklerverbundes unter dem gleichen Nachnamen des Betroffenen eröffnet, wo dieser Herr weiter tätig ist. Und die heimische Presse berichtet sogar über die Neueröffnung. Hoffentlich liest wenigstens die SIHK als Registrierungsbehörde die Zeitung.

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