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Landgericht

Kokaineinfuhr im doppelten Wortsinn

01.02.2012 | 20:26 Uhr

Hagen/Iserlohn.Dumm oder dreist? Obwohl schon ein Verfahren wegen Drogenschmuggels gegen sie lief, ließ sich eine 52-jährige Iserlohnerin auf weitere Kurierfahrten nach Holland ein, die seit gestern die ohnehin schon umfangreiche Anklageschrift um einige Seiten erweitern.

„Ich konnte mir zu dieser Zeit nichts zu Essen kaufen, keine Miete und kein Wasser bezahlen. Ich musste das machen“, erklärte die Frau, die sich seit gestern mit einem 62-jährigen Bekannten wegen Einfuhr und Handels mit Kokain vor der 6. Großen Strafkammer des Hagener Landgerichtes verantworten muss.

Gemeinsam sollen die beiden zwischen 2009 und 2011 mehr als 20 Mal nach Holland gefahren sein, um dort Kokain zu kaufen und es über die Grenze nach Deutschland zu bringen. Dabei erhielt das Wort „einführen“ gleich doppelte Bedeutung, schmuggelte die Frau das Rauschgift doch in ihrem Körper über die Grenze. Wurden am Anfang noch Mengen um die 20 Gramm der Droge aus den Niederlanden illegal importiert, so steigerte sich die Menge auf bis zu 80 Gramm pro Fahrt.

Zur besseren Bewältigung der umfangreichen Anklageschrift, gingen die Prozessbeteiligten vor der Beweisaufnahme in ein ausführliches Beratungsgespräch, mit dem Ergebnis, dass die beiden Angeklagten ein umfassendes Geständnis ablegen und dafür mit einem Strafrahmen zwischen drei und vier Jahren Haft rechnen können.

Wie der 62-jährige Hauptangeklagte aussagte, habe er bereits im Alter von 14 Jahren seinen ersten Joint geraucht und in den 1960er Jahren fast alles probiert, was es gab - mit Ausnahme von Heroin, das er nie angefasst habe. Auf den Geschmack des Stimmungsaufhellers Kokain sei er erst vor einigen Jahren gekommen. Von einem Bekannten - an dessen Namen er sich nicht mehr genau erinnern konnte - habe er dann den Tipp bekommen, die Droge doch in den Niederlanden zu kaufen, da wäre sie billiger und von besserer Qualität. Nach einem ersten Kontaktanruf bei dem Dealer in Rotterdam, kam es dann Anfang 2009 zur ersten Drogenfahrt, seinerzeit noch ohne die Mitangeklagte.

Die arbeitslose Bürokauffrau ist seit vielen Jahren Kokain-Konsumentin, hat bereits eine Freiheitsstrafe abgesessen und eine Therapie hinter sich gebracht. Jetzt bezeichnet sie sich als „leicht süchtig“, wohl wissend, dass es da keine Abstufungen gibt. Nach eigenen Angaben nimmt sie auch noch heute ab und zu Kokain. „Ich möchte aber gern in Therapie, damit ich endgültig mit dem Mist aufhören kann“, so die 52-Jährige.

Am 7. Februar wird der Prozess fortgesetzt.

Stefan Janke

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Kommentare
02.02.2012
07:54
Kokaineinfuhr im doppelten Wortsinn
von zicke73 | #1

Jetzt bezeichnet sie sich als „leicht süchtig“ so benennt sie Ihre Sucht ,das ich nicht lache.
Ich möchte aber gern in Therapie, damit ich endgültig mit dem Mist aufhören kann“, so die 52-Jährige.Wenn ich richtig gelesen habe hat die 52 Jährige schon eine Therapie gemacht und hat es nicht geschafft.Wie viele Therapien wollen solche Leute noch bekommen oder haben :ich bin der Meinung wenn man es bei der ersten Therapie nicht geschafft hat warum dann noch welche.Andere Leute warten auf eine Reha die meistens abgelehnt werden aber Suchtkranke ,na ja die bekommen immer eine Therapie.Eine Mutter -Kind Kur bekommen andere auch nur alle 4 JAHRE also bitte.Jetzt wo man vor Gericht sitzt fängt diese Leiher an Ich will doch von dem Zeug weg.
Na dann viel Erfolg

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