Körbe blieben stehen und verärgerten
20.10.2009 | 17:07 Uhr 2009-10-20T17:07:00+0200
Iserlohn. Die Grundidee ist ja nicht schlecht und spricht viele an: Altkleider-Sammler stellen Körbe auf Privatgrundstücke, in die Bekleidung und Schuhe gefüllt werden können, die dann abgeholt werden. Die Menschen müssen nicht mehr zu Containern laufen, sparen Zeit.
Doch für einige Iserlohner bedeutete eine Sammlung, die kürzlich im Stadtgebiet durchgeführt wurde, auch Ärger.
Eine Anwohnerin der Bertha-von-Suttner-Straße meldete der Heimatzeitung, dass der von ihr befüllte Korb nicht abgeholt worden ist. Bei Nässe und Kälte gammelten die Altkleider wochenlang vor sich hin, der Korb im Vorgarten sah nicht schön aus. Sie rief eine Handynummer an, die auf einem im Korb liegenden Zettel angegeben war - es meldete sich nur die Mailbox. Auf dem Zettel stand auch kein Firmenname, nur ein merkwürdiges Logo. Die meisten Körbe sind von der sie verteilenden Firma insofern unbrauchbar gemacht worden, dass einer oder beide Henkel fehlen. Somit können die Grundstückseigentümer die Behälter auch nicht einfach für ihre eigenen Zwecke nutzen, sie bleiben auf den kaputten Körben sitzen, wenn sie nicht abgeholt werden. Manche sind gefüllt, manche leer.
Die Frau wandte sich Hilfe suchend an die Stadt - nicht als einzige. Und erfuhr: Genehmigungspflichtig sind nur Sammlungen im öffentlichen Raum. Die Stadt genehmigt Altkleidersammlungen der karitativen Einrichtungen Rotes Kreuz, Johanniter und Caritas. „Bei Firmen oder Vereinen, die auf Privatgrundstücken sammeln, haben wir keine Handhabe”, erklärt Stadt-Sprecherin Christine Schulte-Hofmann auf Nachfrage. Und nur bei nicht-genehmigten Sammlungen im öffentlichen Raum (wenn etwa die Körbe auf Gehwegen abgestellt werden) läge ein öffentlicher Verstoß gegen die Sondernutzungsverordnung vor. Wer das beobachtet, wird gebeten sich die Autonummer der Sammler zu notieren und das Ordnungsamt unter 217-1620 zu verständigen. Bisher hat die Stadt dieselbe Erfahrung gemacht wie die Bürger: Es ist sehr schwer die Sammler ausfindig zu machen.
Vorsicht ist geboten
Ansonsten spricht Christine Schulte-Hofmann die Empfehlung aus, Kleidung und Schuhe ausschließlich zu den zugelassenen Containern zu bringen. Nur dann ist sichergestellt, dass die Sachen abgeholt werden und auch dahin kommen, wo sie hin sollen. Auch Kleiderkammern der Kirchen sind zu empfehlen. Ähnliche Tipps gibt Bernhard Oberle von der Verbraucherzentrale: „Gewerbliche Altkleidersammlungen sind natürlich nicht verboten. Aber manche gaukeln vor, für einen karitativen Zweck zu sammeln.” Schließlich sei der Altkleidermarkt mittlerweile ein lohnendes Millionengeschäft. Oberle rät Menschen, die ihre Kleider für wohltätige Zwecke spenden möchten, zur Vorsicht. Wenn von Sammlern Telefonnummern angegeben werden, sollte man sie anrufen und sich informieren, nach der Gemeinnützigkeit fragen.
Eine Übersicht über gemeinnützige Vereine bietet die Homepage www.dzi.de. Zudem gibt es die Seite www.fairwertung.de. Unter diesem Siegel haben sich mehrere Sammler zusammengeschlossen und verpflichtet, bei der Sammlung und Vermarktung von Altkleidern soziale und umweltverträgliche Standards einzuhalten. Weitere Informationen über unseriöse Altkleidersammlungen gibt es ferner unter www.vz-nrw.de.
Warum aber werden trotz des lohnenden Geschäftes viele, auch volle Körbe nicht abgeholt? Natürlich kann mal eine Straße vergessen, ein Korb übersehen werden. Aber wer eine Internetrecherche zu dem Thema startet, findet eine erschreckende These: Viele Tierschützer glauben, dass einige derartige Altkleidersammlungen von Tierfängern benutzt werden, um herauszufinden, wo Katzen und Hunde leben - auch ein lukratives Geschäft. Es gibt Berichte, dass nach solchen Sammlungen viele Haustiere verschwanden. Die getarnten Tierfänger würden, so heißt es, bei der Anlieferung der Wäschekörbe die Grundstücke ausspionieren und die Tiere später mit Duftstoffen in ihre Autos locken. Eine an den Haaren herbeigezogene These? Barbara Kemper vom Tierschutzverein Iserlohn glaubt, dass es derartige Vorkommnisse in den letzten Jahren in Iserlohn und Menden gab. „Es ist alles sehr dubios. Wir hörten immer wieder etwa drei, vier Tage nach solchen Sammelaktionen von vermissten Katzen.” Wie Polizeipressesprecher Norbert Pusch allerdings angab, verzeichnete die Iserlohner Polizei nach der letzten Sammelaktion keine ungewöhnliche Anzahl an vermissten Katzen.
Mittlerweile sind einige der lange draußen stehenden Körbe, teils leer, teils mit klammer Kleidung, verschwunden. Ob die Sammler sie doch noch abgeholt haben, weiß man nicht. Ein merkwürdiges Gefühl bleibt.
12:37
auch bei uns waren diese Körper vor den türe. ich sammelte alle ein und stapelte sie auf dem markplatz. in einen der körbe legte ich einen zettel in dem ausdrücklich vor diesen katztenfangaktionen gewarnt wird. das war vor 2 jahren seit dem sind keine körbe mehr bei uns aufgetaucht
15:38
Der Tip von Frau Christine Schulte-Hofmann mit dem Gehweg ist doch ausreichend, damit die Stadt sich kümmert.
11:55
denen sollte man mal auflauern!
den korb hab ich erstmal kaputt gemacht :-D
11:54
aber echt!
11:54
Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.