„Können Sie die Hausaufgaben abschaffen?

Interviewer und Interviewter hatten offensichtlich sehr viel Spaß, als Bürgermeister Dr. Peter Paul Ahrens jetzt vom Redaktionsteam der Schülerzeitung der Grundschule im Wiesengrund befragt wurde.
Interviewer und Interviewter hatten offensichtlich sehr viel Spaß, als Bürgermeister Dr. Peter Paul Ahrens jetzt vom Redaktionsteam der Schülerzeitung der Grundschule im Wiesengrund befragt wurde.
Foto: IKZ
Was wir bereits wissen
Bürgermeister Dr. Peter Paul Ahrens im Interview mit dem Redaktionsteam der Schülerzeitung „SuparKidz“ der Grundschule im Wiesengrund.

Iserlohn..  „Wir freuen uns und sind sehr stolz, dass es unseren Redakteuren der Stufen 3 und 4 mit Unterstützung von Frau Putscher und Herrn Graumann gelungen ist, eine echte eigene und in Iserlohn einzigartige Schülerzeitung zu erstellen, in der es rund um unsere Ganztags-Grundschule geht“, schreibt das Schulleitungsteam Michaela Traulich-Crämer, Marcel Tetzlaff und Anja Ihme in der ersten „SuparKidz“-Ausgabe, der Schülerzeitung der Grundschule im Wiesengrund.

Am Donnerstag hatte das Schülerzeitungsteam Bürgermeister Dr. Peter Paul Ahrens zu Gast. Auf das Interview mit dem „Ersten Bürger der Stadt“ hatten sich die Nachwuchsjournalisten intensiv vorbereitet und einen langen Fragenkatalog erarbeitet. Die Ergebnisse würden in der nächsten Ausgabe auf drei Seiten erscheinen, erklärt der Projektmanager Tim Graumann. Der 41-jährige Journalist betreut die Zeitung gemeinsam mit der 37-jährigen Literaturpädagogin Svenja Putscher seit August 2014. Bisher sind zwei Ausgaben erschienen. 2015 sind fünf Ausgaben in Auflagen von je 500 Exemplaren geplant.

Ein 65-jähriger Widder, der gerne Chicken Wings isst

Zurück zur Interview-Runde des Bürgermeisters, der sich den Fragen des Teams stellt. Sternzeichen? Widder. Familienstand: verheiratet, einen Sohn. Alter? 65 Jahre. Beruf: Bürgermeister. Gelernter Beruf: Stadtplaner. Sein Lieblingsspielzeug als Kind? „Playmobil gab es damals noch nicht, es war der Sandkasten.“ Sein Lieblingsessen: „Fisch“. Sein liebstes Fast Food: „Chicken Wings“. Hobbies: „Segeln, Skilaufen, Enkel“. Was er als Kind in seiner Freizeit am liebsten gemacht hat? „Mit acht Jahren ins Kino gehen“, erzählt der Bürgermeister, dem damals der Film „Quax, der Bruchpilot“ besonders gut gefallen habe.

Ahrens berichtet weiter, dass er nur einen Tag im Kindergarten war, betreut von Nonnen, die ihm damals Angst eingeflößt haben. „Da wollte ich nicht mehr hin.“ Sein politischer Werdegang habe mit 16 Jahren als Schülersprecher am Gymnasium begonnen. Mit 28 Jahren sei er in die SPD eingetreten: „Zu Zeiten von Willy Brandt. Ich wollte mich abheben vom Vater, der zur Zentrumspartei gehört hat, mein Bruder zur CDU. Der SPD ging es um soziale Themen, um Menschen, denen es nicht so gut geht.“ Auch habe sie sich in der Zeit des Kalten Krieges für die Versöhnung der Menschen eingesetzt.

Seinen Werdegang beschreibt Dr. Peter Paul Ahrens so: Nach dem Studium arbeitete er als Assistent an der Universität, promovierte, schrieb Bücher, arbeitete in einem Forschungsprojekt über Lebensbedingungen in Europa. Er ging kurz auf seine Arbeit beim Umweltministerium in Kiel und beim Stadtplanungsamt in Wuppertal ein sowie auf seine Zeit in Iserlohn, wo er zunächst als Kämmerer und dann als Baudezernent arbeitete, bis er im Jahr 2009 zum Bürgermeister gewählt wurde. Seine Aufgaben? Er ist oberster Chef von rund 1800 Mitarbeitern. Seine Arbeit stimme er mit dem Verwaltungsvorstand ab. „Ich bin ausgesprochen froh, dass ich Bürgermeister von Iserlohn bin“, erklärt Dr. Ahrens. „Diese Stadt ist im Vergleich zu den Nachbarstädten gut aufgestellt.“ Er dreht den Spieß um: „Ihr fühlt Euch doch auch wohl in Iserlohn, oder? „Jaaaaa“, lautet die einhellige Antwort der Nachwuchsreporter.

Wie sieht es mit Kindern aus? „Die Anliegen von Kindern und ihre Zukunft sind die wichtigsten Aufgaben“, betont Peter Paul Ahrens, der sich dafür einsetzt, dass Kinder das verwirklichen können, was in ihnen steckt: „Dass ihr das, was ihr mal erreichen wollt, auch erreicht.“

Ein tägliches Arbeitspensum von zwölf Stunden und mehr

„Können Sie die Hausaufgaben abschaffen?“ will ein Knirps wissen. „Das ist nicht die Kompetenz eines Bürgermeisters“, antwortet Dr. Ahrens mit breitem Grinsen. Er selbst habe sie in seiner Schulzeit nie in Frage gestellt. Er berichtet von der Planung von Spielplätzen, die das Team von Ingo Genster, dem Leiter des Büros für Schul- und Jugendprojekte, in Zusammenarbeit mit dem Kinder- und Jugendrat voranbringe. Ob er Stress habe? Er nickt und berichtet von vielen Terminen und manchem Ärger mit Mitarbeitern und Vertretern aus der Politik. Wie viele Stunden er täglich arbeitet? „Zwölf Stunden oder mehr“, verrät er den staunenden Kindern.

Was er gern macht? „Dies ist zum Beispiel ein schöner Termin“, spricht er das Treffen mit dem jungen Redaktionsteam an. Generell liebe er es, mit Menschen zusammenkommen: „Mit Bürgern zusammen zu sein, das macht besonderen Spaß.“ Die Innenstadtgestaltung und den Bahnhofsneubau erwähnt der Bürgermeister, Projekte, auf die er stolz ist. Wie viel Geld er auf dem städtischen Konto hat? „240 Millionen“, sagt Dr. Ahrens. Die Kinder machen staunende Augen.

Ob er einen Bodyguard hat? „Nein aber einen Fahrer“, antwortet Dr. Ahrens. „Wie cool!“ kommentieren das einige Kinder, die sich später nach dem Interview um den Dienstwagen gruppieren und ihrem Interviewgast zum Abschied zuwinken.

Neben Por­träts des Hausmeisters oder verschiedener neuer Klassenlehrerinnen schreiben die Schülerinnen und Schüler über Schule und Sport und ihre Lieblings-Apps für Smartphones und Tablets: Dazu haben ihnen immerhin 115 Mitschüler geantwortet. Demnach sind den Mädchen eher WhatsApp-Nachrichtendienste, Tiere, Mode und Rätsel wichtig, während die Jungen eher Spiele wie „Minecraft Pocket Edition“ oder „Clash of Clans“ bevorzugen. Am liebsten laden sie Action-, Sport- und Autospiele aus dem Internet herunter.

„Das, was sie fabrizieren, lässt sich gut lesen“

„Die Kinder sind voll bei der Sache“, lobt Tim Graumann sein Redaktionsteam. „Es läuft super. Der Inhalt wird von den Kindern gefüllt. Aus dem Schreiben halte ich mich raus. Das, was sie fabrizieren, lässt sich gut lesen. Wir schleifen höchstens ein bisschen dran rum“, verweist er auf seine Mitstreiterin Svenja Putscher. Der Projektmanager, der für Layout und Datenverarbeitung zuständig ist, verfolgt die Devise: „Fordern und fördern.“

„Es ist schön zu sehen, was Kinder interessiert“, sagt seine Kollegin Svenja Putscher, die das Lektorat übernimmt. Die Redaktionsmitglieder haben auch jeder einen Schüler-Presseausweis der Grundschule mit Foto und Namen. Merlin Zulic (9) und Kilian Brühne (8) halten sie stolz in die Kamera. Damit weisen sie sich als Mitglieder der Redaktion SuparKidz aus: „Bitte unterstützen Sie sie bei der Arbeit für diese Schülerzeitung!“ Mit diesem Appell werben Schulleiterin Anja Ihme, Elternpflegschaftsvorsitzende Svenja Putscher und Projektleiter Tim Graumann um Unterstützung der 18 Nachwuchsreporter im Alter zwischen acht und zehn Jahren.