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Kirchliche Jugendarbeit rückt verstärkt in den Mittelpunkt

01.07.2009 | 17:31 Uhr
Kirchliche Jugendarbeit rückt verstärkt in den Mittelpunkt

Iserlohn. „Die äußeren Rahmenbedingungen sind entspannt, die strukturellen Weichenstellungen bewähren sich”, so beschreibt Superintendent Albert Henz die konsolidierte Lage im Evangelischen Kirchenkreis Iserlohn, dem aktuell 109 000 Mitglieder angehören - Tendenz sinkend.

Und von diesen zahlen gerade einmal 40 Prozent Kirchensteuern. „In einem Berufsleben halbiert sich die Zahl der Mitglieder”, veranschaulichte er den Negativ-Trend. Der Kirchenkreis liege damit genau gleich auf wie die Landeskirche. In Iserlohn und Schwerte sind im Berichtsjahr bereits wieder 333 Männer und Frauen zurückgekommen in den Kreis der Gläubigen, zeigt er sich zufrieden mit den Zahlen der Wiedereintrittsstelle.

Albert Henz ist hochzufrieden mit der Umsetzung der Strukturreform in allen Gemeinden. Die Vorsorge für die Pensionen und die denkmalswerten Kirchen sei getroffen.

Nach neun Jahren der Strukturdebatten habe er endlich den Kopf frei für inhaltliche Dinge, erklärte der Superintendent. Die kirchliche Jugendarbeit sei nunmehr verstärkt in den Fokus gerückt. Mit über 50 Mitarbeitern in diesem Bereich sollen vorhandene Generationsgräben überbrückt werden. „Jugendliche sind die religiöseste Gruppe in unserer Gesellschaft, mehr als die Alten”, weiß Henz. Sie seien auf der spirituellen Suche. Deshalb setzt er auch auf die Jugendgottesdienste im Varnhagenhaus. „Da predigt kein Pfarrer, sondern das machen die Jugendlichen selbst.” Er hat selbst erlebt, wie der Saal proppenvoll war. Jugendreferent Timon Tesche berichtet von bis zu 180 Teilnehmern. Dieses Angebot werde es künftig viermal im Jahr geben. Der nächste Jugendgottesdienst findet am 13. September statt.

Henz lobte auch die beispielhafte Integrationsarbeit im „Jugendcafé Checkpoint” im Lutherhaus. 30 Prozent der Iserlohner Jugendlichen und 40 Prozent der Innenstadt-Bewohner von ihnen haben einen Migrationshintergrund, weiß Jugendreferent Timon Tesche, der mittwochs und donnerstags von 17 bis 20.30 Uhr im „Checkpoint” ein Kreativcafé anbietet. Dazu kommen regelmäßig bis zu 120 Besucher, zwei Drittel von ihnen sind Jugendliche mit Migrationshintergrund. Bei dieser Arbeit kooperiere er auch mit Ehrenamtlichen von „Fusion”, sprach Tesche von einer guten Zusammenarbeit. Der christliche Jugendtreff „Checkpoint Jesus” ist den Dienstagabenden vorbehalten.

Der Kirchenkreis habe einen Trägerverband für 44 Kindertagesstätten gegründet und bereits 15 Mitglieder, die reingehen. Mit zehn weiteren sei man im Gespräch. So können sich die Gemeinden wieder auf die religionspädagogische Arbeit konzentrieren, so Henz. Mit dieser Arbeit werde das immer stärkere Auseinanderdriften der Gesellschaft, das auch kinderreiche Familien betreffe, etwas überbrückt.

In Iserlohn könnte ab Herbst ein Sozialzentrum am Bielstein 10 bis 12 seine Arbeit aufnehmen, wenn die Finanzierung gesichert sei. Dazu hofft der Superintendent auf Gelder aus dem Konjunkturpaket II oder anderen Geldquellen. Nach einer Diskussion mit Bürgermeisterkandidaten in der Reformierten Kirche ist er optimistisch, dass dieses Projekt realisiert werden kann. Die Versöhnungskirchengemeinde möchte im Sozialzentrum mit Hilfe des Engagements von etwa 30 Ehrenamtlichen sozial-diakonische Verantwortung für Iserlohner Bürger übernehmen. „Das Konzept ist klasse”, sagte Henz. „In den Sommerferien solle Genaueres erarbeitet werden.”

In Hemer entwickelt sich alles sehr gut, berichtete Henz weiter. Die Vorbereitungen für die Landesgartenschau 2010 laufen, dort werde es ein schönes Programm und ein ökumenisches Kirchenfest in einem eigenen Pavillon geben. Henz berichtete weiter von komplexen Strukturreformen in Schwerte und Menden, in dem sich die Öffentlichkeit teilweise massiv einbringe. Die Erhaltung der Ebberg-Kirche in Hemer und St. Viktor in Schwerte als Stadtbildprägende Kirchen sei sehr wichtig.

Cornelia Merkel

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