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Jostmanns Plädoyer für...

Kinderoper in Planung

28.05.2010 | 17:20 Uhr

Iserlohn. Mehr als vier Jahre ist es her, dass Kulturbüroleiter Johannes Josef Jostmann letztmalig Gelegenheit hatte, seinem Fachausschuss ausführlich über die Arbeit im Parktheater und die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen des Hauses zu berichten.

Seinen Auftritt am Donnerstagabend nutzte der Theaterdirektor, um trotz aller kommunalen Sparzwänge ein Plädoyer für die Unterstützung der Kultur zu halten.

„Ich höre immer, dass an der Bildung nicht gespart werden soll und deshalb andere Fässer aufgemacht werden müssen. Ich halte das für eine verkürzte Sicht. Für mich heißt es ,Bildung und Kultur’, sogar ,Bildung durch Kultur’, nicht aber Bildung statt Kultur“, wies Jostmann auf den klar definierten und im Programm verwirklichten Auftrag des Theaters hin, eben jenen von der Politik geforderten Bildungsauftrag auf kommunaler Ebene optimal zu erfüllen. Natürlich ist Jostmann bewusst, dass selbst die kulturfreundlichste Politik die Finanzen im Auge behalten muss. Die Kennzahlen des Parktheaters aber stellen unter Beweis, dass das Gesamtangebot auf der Höhe im Vergleich zu anderen Häusern überaus günstig gestaltet ist. 11,84 Euro beträgt der Zuschussbedarf pro Parktheater-Eintrittskarte, in dem vergleichbaren „Bespieltheater“ in Herford liegt die Differenz zwischen Kosten und Einnahmen pro Besucher bei weit mehr als 40 Euro. In Hagen kostet die Karte den Steuerzahler 84 Euro, in Dortmund 133 Euro, in Wuppertal 234 Euro, in Düsseldorf gar 298 Euro. Und anders als in anderen Städten ist es dem Kulturbüro-Team noch dazu gelungen, die Abonnenten-Zahl einmal mehr zu steigern. Der Zuspruch stieg in der Spielzeit „Fantasie“ um 4,1 Prozent auf 4416 „Stammkunden“, die Auslastung des Theaters beträgt 87 Prozent. Auf dieser Datenbasis richtete Jostmann seinen Blick gen Landesregierung, von der er sich wünscht, reine Bespieltheater wie eben das Haus auf der Höhe bei der Verteilung von Fördergeldern stärker zu berücksichtigen, um eine qualitätsvolle Kulturarbeit sicherzustellen.

Im Jahr 2014 existiert das Parktheater, finanziert ausschließlich aus Mitteln der Stadt, seit 50 Jahren. „Gibt es besondere Wünsche für dieses Jubiläum oder vielleicht einen eigenen Topf?“, forderte Jostmann den Kulturausschuss auf, frühzeitig über die Form der Würdigung von fünf Jahrzehnten kommunaler Theatergeschichte nachzudenken. Allerdings hofft der Theaterdirektor auch schon in der Gegenwart auf die Unterstützung der Fraktionen. Stichwort Parktheater-Umfeld: Über Jahre sei der Gesamtkomplex auf der Alexanderhöhe vernachlässigt worden, das Gelände um die Spielstätte sei veraltet, „nicht akzeptabel“. Mit Blick auf die zahlende Kundschaft des Theaters warnte Jostmann davor, auf eine „Generallösung“ in Form einer neuen Parkhalle zu warten. Dass überdies aber bei der demnächst anstehenden Neugestaltung des Alexanderhöhen-Areals die Belange des Theaters einfließen müssten, sei wohl selbstverständlich.

Ganz neue Wege zur Gewinnung jüngerer Publikumsschichten möchte Johannes Josef Jostmann im kommenden Jahr gehen. Denn trotz aller Erfolge sei es unstrittig, dass der Altersdurchschnitt der Theaterbesucher steige. Sein Projekt, das nach vier Jahren der Vorarbeit bis hin zur Förderzusage durch das Kultursekretariat Gütersloh nun in den Startlöchern steht, ist die Kinderoper. In Kooperation mit der Musikschule soll Ende 2011 die „Zauberflöte“ kindgerecht auf die Parktheater-Bühne gebracht werden, für 2012 ist eine andere Aufführung in Zusammenarbeit mit der Kinder- und Jugendkantorei vorgesehen.

Wohl wissend um die Vorbehalte einiger Kulturpolitiker hob Jostmann derweil den Wert der Boulevard-Reihe und der Eigenproduktion „St. Niklas war ein Seemann“ hervor, die wesentlich zum wirtschaftlichen Ergebnis des Theaterbetriebes beitrügen und Angebote der „Minderheitenkultur“ mitfinanzierten. Zudem, so Jostmann, seien diese Publikumsmagneten ebenso wie die Betreuung des Publikums und der Künstler sowie die aufwändige und spektakuläre Haustechnik ein Teil der „Marke Parktheater“, die sich deutlich von 08/15-Häusern abhebe und eben durch diese Eigenständigkeit den Erfolg bringe.

Thomas Pütter

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Kommentare
01.06.2010
12:48
Kinderoper in Planung
von Bogus_Trumper | #5

Erstens finde ich den IKZ-Satz ...Gelegenheit hatte, seinem Fachausschuss ... wirklich putzig. Hat der Jostmann jetzt sogar schon einen eigenen Ausschuss? Was soll das denn sein? Ein politischer Erfüllungsgehilfe? Eigentlich dachte ich, dass die Politik das notwendige Korrektiv sei. Aber: In Zeiten wie diesen ... Man weiß ja nie.
Zweitens ist das Iserlohner Theater doch wohl eher eine Hülle ohne Herz. Wer soll sich mit einem solchen Theater identifizieren? Was soll das für eine Kultur sein, in der hin und wieder einmal ein paar Leuchttürme der deutschen Funk- und Fernsehlandschaft ihr Podium erhalten? Ausnahme: Das Kindertheater. Aber vielleicht reicht das ja auch. Vielleicht sollte man das Theater auf seinen eigentlichen Kern, das Kindertheater, eindampfen.
Drittens: Jostmann ist das, was er gerne anheuert: Ein ganz großer Schauspieler und Nabeldarsteller

01.06.2010
12:05
Kinderoper in Planung
von Schuetzenbruder | #4

Also ich finde nichts falsches an dem was Jo Jo sagt, und nicht mehr lange und ich trinke beim Schützenfest auch wieder mein Bierchen mit ihm.

30.05.2010
16:12
Kinderoper in Planung
von Gammelfritze | #3

@ #1 Rheinfels:
Was ist falsch an dem Satz? M. E. sowohl grammatikalisch als auch sachbezogen vollkommen korrekte indirekte Rede.
Schön, dass sich der IKZ nicht in das Nur-Hauptsatz-Bild-Niveau herablässt.

29.05.2010
20:55
Kinderoper in Planung
von Beobachter am Gericht | #2

Zappelmann Jostmann ist ein Selbstdarsteller der oft nicht weiß was er sagt, weil die Kamera in die er schaut wichtiger für ihn ist als alles andere..............

29.05.2010
19:15
Kinderoper in Planung
von Rheinfels | #1

Zudem, so Jostmann, seien diese Publikumsmagneten ebenso wie die Betreuung des Publikums und der Künstler sowie die aufwändige und spektakuläre Haustechnik ein Teil der „Marke Parktheater“, die sich deutlich von 08/15-Häusern abhebe und eben durch diese Eigenständigkeit den Erfolg bringe.

Wie bitte???

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