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Kinder bekommen Theater auf Rezept

03.02.2012 | 12:35 Uhr
Kinder bekommen Theater auf Rezept

Iserlohn. Wenn man es zum ersten Mal hört, könnte man es glatt für einen Scherz halten. Ist es aber nicht: Bei den Kinderärzten in Iserlohn und Umgebung gibt es ab sofort Theater auf Rezept.

Dass dieses Projekt, das der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (bvkj) zusammen mit der Siemens-Betriebskrankenkasse (SBK) bundesweit angestoßen hat, nun auch mit dem Parktheater realisiert wird, ist der Hartnäckigkeit des Kulturbüros zu verdanken, das ohnehin einen deutlichen Schwerpunkt auf das Kindertheater und die Kinderförderung legt und dem dieses Projekt eine Herzensangelegenheit ist. Kulturbüro-Leiter Johannes Josef Jostmann erklärte bei der Pressekonferenz am Mittwochnachmittag in seinem Haus dann auch mit großem Stolz, dass das Parktheater nach einigen wenigen Theaterhäusern in den Metropolen nun bundesweit das erste Bespieltheater ohne eigenes Ensemble ist, das hier berücksichtigt wird.

Hintergrund für „Theater auf Rezept“ ist der gemeinsame Wunsch der SBK und des bvkj, die gesundheitliche Vorsorge bei Kindern und vor allem bei Jugendlichen zu verbessern und ganz konkret die Vorsorgeuntersuchungen für Grundschüler und Teenies (U10, U11 und J1) attraktiver zu machen. Wie der Hennener Kinderarzt Dr. Jochen Wulff als stellvertretender Obmann seines Berufsverbandes auf Kreisebene erklärte, würden die Vorsorgeuntersuchungen bei kleineren Kindern bis fünf Jahren (U1 bis U9) noch gut wahrgenommen. Mit dem höheren Alter der Kinder lasse das aber nach. „Theater auf Rezept“ soll nun einen weiteren Anreiz schaffen, diese Untersuchungen wahrzunehmen. Im ganzen Einzugsbereich des Parktheaters im Märkischen Kreis, Hagen und Schwerte wurden in diesem Rahmen bisher 30 Kinder- und Jugendärzte mit Theatergutscheinen für die Iserlohner Kinder- und Jugendtheaterreihen ausgestattet. Jeder, der nun eine der genannten Untersuchungen besucht – ganz gleich zu welcher Krankenkasse er gehört – bekommt nun zwei Gutscheine.

Für das Parktheater, das dadurch auch junge Menschen aus bildungsfernen Schichten erreichen kann, ist das natürlich ein Pluspunkt und passt zu dem bisherigen Engagement. Denn natürlich habe Theater auch eine heilende Wirkung, erklärte Jostmann die eigentliche Verbindung seines Hauses zur Medizin, womit er nicht alleine stand. Auch Dr. Wulff hob die Wirkung des Theaters etwa beim Spracherwerb oder bei der emotionalen und sozialen Entwicklung hervor.

Ein Scherz ist dieses „Theater auf Rezept“ also ganz und gar nicht, lädt aber dennoch zum Scherzen ein. „Eine Praxisgebühr erheben wir aber noch nicht“, war dann auch das Schlusswort von Johannes Josef Jostmann.

Ralf Tiemann

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