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Seilerseebad

Keiner ist glücklich mit Erhöhungen

06.01.2012 | 17:02 Uhr
Keiner ist glücklich mit Erhöhungen
Die Seilerseebad-Fassade soll bald auf der Rückfront einen neuen Anstrich bekommen. Auch gibt es im Frühjahr eine neue Bepflanzung, erklärte Betriebsleiter Martin Luig. Foto: Michael May

Iserlohn. Die Preiserhöhungen im Seilerseebad und im Aquamathe seit dem 1. Januar haben bei etlichen heimischen und auswärtigen Besuchern für Unmut gesorgt, wie etliche Leserbriefen belegten.

„Das keiner damit glücklich ist, ist klar“, erklärt Betriebsleiter Martin Luig im Gespräch mit unserer Zeitung, dass der Aufsichtsrat sie mit Blick auf die erheblichen Kosten der Bäder im September 2011 so beschlossen habe. Sie liegen nach Luigs Angaben zwischen acht und 29 Prozent: „Die 29 Prozent beziehen sich auf die er­mäßigten Zeiten in der Sauna des Aquamathe, wo es seit 2001 keine Preiserhöhung gegeben hat.“ Luig erinnert daran, dass die Preise der Bädergesellschaft damals bei der Euroeinführung sogar zwei Prozent günstiger wurden. Das müsse man deshalb differenzierter betrachten.

„An den Kassen gibt es auch den einen oder anderen Spruch dazu“, weiß Luig aus Gesprächen mit den Kassiererinnen. Allerdings brächten die Besucher auch viel Verständnis für diese Maßnahmen auf: „Die letzte Erhöhung gab es 2006. Wir sind preislich in der Region gut aufgestellt. Der ganze Aufwand der betrieben wird, kostet Geld.“

Luig unterstreicht, dass es auch Stimmen gibt, in denen die Bürger sagen, dass sie froh sind, dass die Bäder existieren. Er betont: „Im Vergleich zu anderen Angeboten sind wir im Rahmen.“

Zur Kritik an den verwilderten Außenanlagen des Seilerseebades erklärte Betriebsleiter Martin Luig auf Anfrage weiter: „Die Bepflanzung um das Sole-Außenbecken wurde im Herbst 2010 und im Frühjahr 2011 herunter geschnitten. Wir haben dort Probleme mit einer Schlingpflanze, die immer wieder alles überdeckt. Im Frühjahr 2012 werden wir zum Teil neue Pflanzen setzen. Ob man eine Bepflanzung jedoch schön findet oder nicht, ist ein rein subjektives Empfinden.“

Zum ebenfalls bemängelten „verdreckten Außenanstrich“ erklärte er: „Der Neuanstrich der Fassaden läuft seit Herbst vergangenen Jahres. Es mussten zum Teil auch Dachanschlüsse der Fallrohre erneuert werden, da bereits die Dämmung feucht war. Vom Sportbad aus kann man ein Gerüst draußen stehen sehen und im oberen Bereich die noch teilweise abgeklebten Fenster, wenn man es will. Die gesamten Arbeiten wurden Anfang Dezember witterungsbedingt unterbrochen. Die Fassade am Sole-Außenbecken ist nicht verdreckt. Gerade im Bereich des Außenbeckens haben wir große Probleme mit Algen. Die Fassade wurde im Laufe der Jahre schon häufiger gesäubert und gestrichen. Auch hier geht es weiter wenn die Witterung es zulässt.“

Eine weitere Kritik bezieht sich auf eine monatelang gerissene Scheibe. Dazu erklärte Luig: „Im Frühjahr 2011 wurden im Rahmen einer größeren Maßnahme insgesamt sechs Fassadenscheiben ausgetauscht. Eine einzelne Scheibe ist mehrere Quadratmeter groß und wiegt entsprechend. Die Scheiben werden leider immer wieder mit Steinen beworfen oder zu Roosters-Spielen mit Bierflaschen. Es entsteht ein kleiner Riss oder ein kleines Loch. Im Laufe der Zeit vergrößert sich der Riss und es dringt Feuchtigkeit in den Zwischenraum. Zwischen dem ersten Riss und der Eindringung von Feuchtigkeit können schon mehrere Wochen liegen. Wir versuchen solche Arbeiten auch in die betriebsfreie Zeit zu legen.“

Cornelia Merkel

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Kommentare
07.01.2012
16:26
Eigentlich unbezahlbar...
von Iserlohner43 | #5

BVBDauerkarte bringt es auf den Punkt!
Man schaue sich einfach mal die Geschäftsberichte der Stadtwerke Iserlohn, die Bädergesellschaft sind eine 100% Beteiligung, an.
Ausgewiesene VERLUSTE der Bädergesellschaft:
2008: 2,2 Mio €
2009: 2,2 Mio €
2011: 2,1 Mio €

Hier hätte jeder private Anbieter schon lange die Notbremse gezogen oder wäre Pleite.
Da die Stadtwerke Iserlohn Ihre Gewinne an die Stadt abführen müssen... also an uns als Anwohner... subventionieren wir Alle die beiden Bäder in Iserlohn bzw. Letmathe.
Egal ob man dieses Angebot nutzt oder nicht!
In meinen Augen ist es nur mehr als gerechtfertigt wenn diese Verluste zum kleinen Teil an die tatsächlichen Nutzer = Badegäste weiter gegeben werden.
Denn sind wir doch mal ehrlich von Kosten deckend kann noch keine Rede sein, im Vergleich mit z.B. Plettenberg müsste die 3h Karte mit Sauna wahrscheinlich auch 15€ oder mehr kosten.

Ich habe NICHTS gegen die beiden Bäder ganz im Gegenteil, ich finde es toll dass sich Iserlohn diesen Luxus im Gegensatz zu anderen Städten gleich zweifach leistet.
Aber dieses Gejammer wegen 1,50€ und der damit verbundene Untergang des Abendlandes ist einfach nur albern.

1 Antwort
Keiner ist glücklich mit Erhöhungen
von Iserlohner43 | #5-1

sorry

die 2,1 Millonen Verlust stehen natürlich für 2010 nicht wie oben geschrieben 2011!

07.01.2012
08:26
Keiner ist glücklich mit Erhöhungen
von BVBDauerkarte | #4

In vielen umliegenden Städten (z.B. Hohenlimburg und Schwerte) wurden Schwimmbäder geschlossen, weil die Kosten zu hoch sind.
Ich zahle lieber einen Euro mehr Eintrittsgeld, bevor das Iserlohner Bad geschlossen wird und ich erst in eine andere Stadt fahren muss, dass ist bestimmt auch nicht billiger.

06.01.2012
23:54
Keiner ist glücklich mit Erhöhungen
von Kuchenmeister | #3

Anstatt die ganzen Leserbriefe zu verfassen die Erhöhung sei zu teuer,sollte man Taten folgen lassen, und über längere Zeit das Bad nicht besuchen.Wenn ich als Betreiber aber noch genug einnehme,warum soll ich dann den Preis wieder senken?? Also fernbleiben und einfach mal schauen wie lange man gedenkt die Preise so zulassen.

06.01.2012
18:29
Betriebsleiter kennt seinen eigenen Betrieb nicht...
von Grindelwald | #2

Der Herr Betriebsleiter hat wohl keinen rechten Überblick über seinen Betrieb - der Eintrittspreis im Sportbad für die typische 2-Stunden-Karte ist zum 1. Januar von 2,50 auf 3,50 Euronen gestiegen. Das sind 40% Erhöhung. Wenn 2006 zuletzt erhöht wurde, ergibt dies eine durchschnittliche Steigerungsrate von ca. 5,8% pro Jahr - und das ist schon ganz schön happig.
Und selbst die angesprochenen 29% Erhöhung entsprechen einer durchschnittlichen Steigerung von 4,2%, auch das ist schon deutlich über der Inflations- und Gehaltssteigerungsrate.
Von einem Betriebsleiter erwarte ich etwas fundiertere Aussagen. Oder war die Falschaussage etwa Absicht? Ein Schelm, ... usw.

06.01.2012
18:12
Keiner ist glücklich mit Erhöhungen
von johnismk | #1

Bei dem Schmutz auf dem Foto an der Außenfassade täte auch ein Hockdruckreiniger Abhilfe schaffen :-(.

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