Keine Hallen-Zukunft auf der Höhe

Parkhalle
Parkhalle
Foto: Michael May IKZ
Der Planungsausschuss stimmt mehrheitlich für den Abschied von den Plänen für den Bau einer Multifunktionshalle als Ersatz für die Parkhalle.

Iserlohn..  Mit den Stimmen von SPD, Linken, Grünen und UWG-Piraten traf der Planungsausschuss am Mittwochabend die Entscheidung, dass am Standort Alexander­höhe keine Multifunktionshalle als Ersatz für die Parkhalle errichtet werden soll - weder von einem privaten Investor, noch von der Kommune selbst. Statt dessen setzen die vier Fraktionen auf BiTS-Gründer Dietrich Walther, der gegenwärtig die Planungen vorantreibt, eine Veranstaltungshalle auf dem Campus Seilersee zu bauen. Das Ausschussvotum muss nun noch vom Rat in seiner April-Sitzung bestätigt werden.

Union steht im Ausschuss allein auf weiter Flur

Es ist ein Beschluss von vielleicht schon stadthistorischer Bedeutung angesichts der langen Geschichte der Alexanderhöhe als zentralem Veranstaltungsstandort der Stadt und zugleich ein Beschluss, den die CDU als stärkste Fraktion im Rat nicht abwenden konnte: Die Union stand im Ausschuss allein auf weiter Flur mit ihren Bemühungen, die Entscheidung zumindest zu vertagen, bis feststeht, ob die Walther-Pläne am Seilersee tatsächlich aus baurechtlicher Sicht realisierbar sind. „Die Idee hat natürlich Charme, aber wir wissen noch nicht, ob diese Halle auch gebaut werden kann und wird. Daher möchten wir uns die Option auf der Alexanderhöhe erhalten“, erklärte Ratsherr Karsten Meininghaus, während Michael Schmitt ebenfalls einräumte, dass die Rahmenbedingungen am Seilersee zwar besser seien als auf der Alexanderhöhe, grundsätzliche Fragen zum Walther-Vorhaben aber noch beantwortet werden müssten.

Der Alternative eines Neubaus auf der Höhe ist jedoch nach Einschätzung der übrigen Fraktionen durch die Entwicklungsstudie der Diedrichs Projektmanagement AG (wir berichteten ausführlich) in wirtschaftlicher Hinsicht der Boden entzogen worden, da es nach Darstellung der Verfasser weder Interessierte gibt für den Bau noch den Betrieb einer Multifunktionshalle an dem Standort. „Nach dieser Faktenanalyse tun wir uns leichter mit der Entscheidung, zumal es auf der Alexanderhöhe Probleme gibt mit den Anwohnern und diese auch in Zukunft geben würde. Am Reiterweg hingegen verlassen wir problemhaften Boden“, stellte Ralf Langner die Position der SPD dar, die auch von Sprechern der UWG-Piraten und der FDP geteilt wurde. Ausgesprochen deutlich formulierte John Haberle die ablehnende Haltung der Grünen zu einem Neubau auf der Alexanderhöhe: „Die Studie belegt es: Das Ding hat da oben keine Zukunft.“

Unterstützung fand Baudezernent Mike Janke bei SPD, Linken, Grünen und UWG-Piraten auch für seinen Vorschlag, eine Konzeption zur Attraktivitätssteigerung des Parktheaters und der gesamten Außenflächen der Höhe zu erarbeiten. Hierbei, so eine Forderung der FDP, soll auch der IBSV einbezogen werden, der bekanntlich vertraglich fixierte Rechte auf der Alexanderhöhe besitzt.

IBSV soll in den weiteren Prozess einbezogen werden

Dass sich der Verein konstruktiv und positiv in den weiteren Prozess einbringen wird, davon ist SPD-Ratsherr Langner überzeugt: „Es steht ja völlig außer Frage, dass der IBSV auch in Zukunft sein Schützenfest auf der Alexanderhöhe feiern wird. Er muss aber auch zu Kompromissen bereit sein, denn der heutige Zustand kann so nicht erhalten werden.“