Karstadt-Betriebsratschefin: „Wir schreiben gute Zahlen“

Die Investitionen in die Karstadt-Herrenabteilung haben sich ausgezahlt, erklären die Betriebsräte Heiko Wittek (links), Doris Schulte und Daniela Punde (rechts) im Beisein des Abteilungsleiters Peter Korn (Mitte).
Die Investitionen in die Karstadt-Herrenabteilung haben sich ausgezahlt, erklären die Betriebsräte Heiko Wittek (links), Doris Schulte und Daniela Punde (rechts) im Beisein des Abteilungsleiters Peter Korn (Mitte).
Foto: IKZ
Was wir bereits wissen
Doris Schulte sagt: „Die Investitionen machen sich im Umsatz bemerkbar.“

Iserlohn..  „Karstadt macht nicht zu, das kann ich mit Gewissheit sagen!“ Das erklärt die Betriebsratsvorsitzende Doris Schulte im Gespräch mit unserer Zeitung. „Man weiß nicht was in Zukunft ist. Ich weiß nicht was 2021 ist.“ Dann frühestens laufe der Mitvertrag aus.

„Geht’s mit Karstadt weiter?“ Diese Frage kriegten die Beschäftigten der Iserlohner Filiale immer wieder von den Kunden zu hören. Die Betriebsratsvorsitzende gibt sich optimistisch: „Ja! Wir sind ein sicherer Mieter, warum sollte die Stadt den Laden zumachen?“

Was sie und ihre Kollegen empfunden haben, als die Stadt die Immobilie erworben hat? Ihr Betriebsratskollege Heino Wittek antwortet mit breitem Grinsen: „Wir haben uns alle gefreut, dass wir alle Beamte werden und samstags frei haben.“

Die Karstadt-Belegschaft habe nach der Insolvenz des Konzerns ein Wechselbad der Gefühle hinter sich. „Wir standen auf der Liste der zu schließenden Filialen. Wir haben aber alles getan, um das abzuwenden“, erzählt Doris Schulte von der Unterschriftenaktion, mit der sie die Iserlohner Kundschaft zur Solidarität aufgerufen hatte: Über 20 000 Unterschriften seien 2009 für den Erhalt der Karstadt-Filiale und den Erhalt der Arbeitsplätze gesammelt worden.

„Wir tun weiterhin alles, um unseren Arbeitsplatz zu erhalten“, damit spricht sie auch die Lohnentwicklung und den Verzicht auf Urlaubsgeld und Sonderzahlungen an. „Seit zwei Jahren haben wir keine Lohnerhöhung erhalten, da Karstadt aus der Tarifbindung raus ist. Weihnachtsgeld gibt es schon lange nicht mehr.“ Derzeit laufen aber Verhandlungen, nach denen eine Gehaltserhöhung angestrebt sei.

Ob es auch in Iserlohn zu Umstrukturierungen komme, nach denen neben Kassierern und Verkäufern nun Warenversorgungsteams eingesetzt werden, bleibe abzuwarten. Das könne nur auf freiwilliger Basis bei der Beibehaltung der bisherigen Bezüge erfolgen.

Schulte verweist auf Investitionen in die Living- sowie die Herrenabteilung: „Das macht sich auch am Umsatz bemerkbar. Wir schreiben gute Zahlen“, betont die Betriebsratschefin. „Wir sind zufrieden. Natürlich kann es immer besser sein.“ Aktuell arbeiten in ihrer Filiale 98 Beschäftigte. In Iserlohn stehen keine Entlassungen an, anders als in der Verwaltung in Essen, weiß Schulte, die auch dem Karstadt-Gesamtbetriebsrat angehört. Es werde keine Streiks geben, weil der konzernweit geplante Stellenabbau nicht in dem ursprünglichen Umfang angegangen werde. „Einige rentennahe Mitarbeiter“ seien allerdings in Iserlohn über Abfindungen ausgeschieden.