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Kanzlerin Merkel einfach nur die "Mutti"

31.01.2010 | 19:56 Uhr
Kanzlerin Merkel einfach nur die

Iserlohn. Mit Richard Rogler gastierte am Freitag im Parktheater ein Kabarettist alter Schule, der dabei aber keinesfalls altbackene Kost servierte. Gewohnt sicher in seinen politischen Pointen präsentierte sich ein frischer Rogler, der auch liebevoll Alltagsschrullen der Menschen persiflierte.

„Ich habe das Gefühl, ihnen reichts, mir auch!”: Mit diesen Worten beendete Rogler sein Programm „Stimmung”. Die Nase voll hatte in Wirklichkeit natürlich keiner.

Seine politischen Nettigkeiten verstreute Rogler zuvor praktisch über alle Parteien und deren Spitzenpersonal hinweg. Beispielsweise Bundeskanzlerin Angela Merkel, die „Mutti”, die sich einfach weigere, Politik zu machen. „Hände weg von der Politik, dann kannst du ewig Kanzler bleiben”, so könnte ihr Credo ausschauen. Weitere Steilvorlagen waren die Englischkenntnisse von Westerwelle und Oettinger. Und wenn der Oskar erst mal wieder fit sei, dann gründe der erneut eine Partei, die „Initiative für Chancengleichheit und Haushaltskonsolidierung”, kurz „ICH”. Und die arme SPD: die habe mittlerweile alle anderen Parteien sozialdemokratisiert und sich selbst dabei ganz vergessen. Und auch der Strahlemann Theodor und sein Afghanistan blieben von Rogler nicht unbeleuchtet.

Zum Thema Alltagsschrullen: Hier beschrieb Rogler beispielsweise den Selbermach-Wahn. Er zeichnete etwa das Bild des verzweifelten Akademikers im Baumarkt oder des Nachbarn, der sogar eine Bierbraumaschine sein Eigen nennt. Und als eine ganz besondere Sorte Mensch würdigte Rogler schließlich die späten Eltern. Kurzum: Es war ein genüsslicher Kabarettabend.

Stefan Drees

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