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Kantor Tobias Aehlig begeistert mit "geklauter Musik"

05.01.2009 | 16:41 Uhr
Kantor Tobias Aehlig begeistert mit "geklauter Musik"

Orgelmusik ist wieder „in”! Einen neuerlichen Beweis dafür lieferte am Sonntagnachmittag das Neujahrskonzert in der St.-Aloysius-Kirche, wo sich trotz widriger Wetterbedingungen viele Zuhörer einfanden, um dem neuen Kantor Tobias Aehlig an der „Königin der Instrumente” zu lauschen.

Und sie wurden nicht enttäuscht. Zu Beginn erläuterte Aehlig, dass es sich ausschließlich um Bearbeitungen von kammermusikalischen Werken für Orgel handele. Diese Praxis war in früheren Zeiten durchaus üblich und diente nicht zuletzt dazu, bestimmte Werke schneller zu verbreiten und einem größeren Publikum bekannt zumachen. Selbst „Meister” Johann Sebastian Bach zollte einem Komponisten wie Antonio Vivaldi seine Hochachtung, indem er dessen Concerti für Orgel bearbeitete.

Tobias Aehlig gelang es mit großer Registrierkunst und souveräner Spieltechnik, insbesondere die barocken Werke durchsichtig und plastisch erklingen zu lassen, was bei der starken „Überakustik” mit ihrem langen Nachhall nicht gerade einfach erschien.

Beim „Largo” des Vivaldi Konzertes vernahm man die Schönheit und Zartheit der Soloregister ebenso wie bei der berühmten „Air” von Johann Sebastian Bach. Insbesondere dieses schon teilweise „abgedroschene” Stück spielte Tobias Aehlig mit großer Noblesse und rhythmischer Genauigkeit, ohne mit überflüssigen Ritardandi Effekthascherei zu betreiben.

Mit dem letzten Stück, der Bearbeitung eines Klavierwerkes von Fekix Mendelssohn-Bartholdy, kam dann doch noch einmal die ganze romantische Kraft der Orgel zur Geltung- Klangpracht und Virtuosität gingen eine perfekte Symbiose ein. Das begeisterte Publikum erhob sich zum Teil von den Plätzen, um dem jungen Iserlohner Kantor für sein mutiges und interessantes Programm zu danken. Bedenkt man, dass mit den Konzerten an der Obersten Stadtkirche und dem „Iserlohner Orgelsommer” am Nußberg nun noch eine dritte „Orgelhochburg” an St. Aloysius entsteht, so sollte man allmählich die „Waldstadt Iserlohn” in „Orgelstadt” umtaufen. Tobias Aehlig hat auf jeden Fall einen beeindrucken Beitrag dazu geleistet.

Christian Otterstein

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